Mittwoch, 20. Juli 2011

Russland nach Kasachstan

Das neue Hinterrad verursacht die selben Probleme wie das Alte.
Jedoch seit wenigen Tagen muss an der Hinterradachse nur noch alle paar Tage anstatt alle paar Stunden
geschraubt werden.
Dazu kommt neu noch, dass das Trettlager wackelt und ich es nicht mehr anziehen kann.
In irgend einer Garage werde ich bestimmt nach den passenden Werkzeugen fuendig.

Von Biyshk radelten wir, nicht wie geplant in den Norden nach Barnaul, sondern suedwestlich zur Grenze nach Kasachstan
(Grenzuebergang noerdlich von Shemonaikha).
Wir dachten zuerst, der Umweg entlang der sehr verkehrsreichen Hauptstrasse nach Barnaul sei die einzige Strecke die wir erlaubt sind zu fahren. Fuer einige Regionen in Russland muss man eine Bewilligung benatragen.
Nicht jedoch fuer die von uns gefahrene Distanz auf kleineren (meistens) Verkehrsarmen Strassen.
Auf jedenfall wurden wir weder von der Polizei angehalten noch hatten wir Probleme beim Grenzuebergang.

Auf der Reise zur Kasachischen Grenze durften wir abermals die herzhafte Russische Gastfreundschaft geniessen.
Eine Nebenstrasse fuehrte uns von der Hauptstrasse in ein kleines Dorf. An diesem Ort beabsichtigte Gabriel, Kyoko und ich
eine Kurz Pause einzulegen um Proviant fuer's Nachtessen zu besorgen.
In winzigen Dorfladen trafen wir einen Herr namens Alexander, welcher derzeit Essen fuer ein Zeltlager einkaufte.
"Das Zeltlager befindet sich in schaetzungsweise 3-4 km beim grossen Fluss, am Fusse bewaldeter Berge wo
erfrischendes Quellwasser sprudelt", erzaehlte er uns. Wir sollen uns doch ebenfalls dazugesellen, meinte er.
Wir muessen in Richtung Fluss fahren, bis wir auf ein Strassenschild treffen worauf geschrieben steht: "Camping 3A".
Dieses Zeichen zeige uns den Weg, welchem wir folgen bis wir auf ihn (Alexander) treffen.
"Klar! wir treffen dich dort" sagten wir und schwangen uns auf die Fahrraeder.
Nach wenigen Kilometern tauchte zur unserer Linken ein Torbogen mit der Aufschrift "Camping 3A" auf.
Nicht ganz sicher ob wir hier richtig sind oder noch weiter fahren muessen, fragten wir nach Alexander.
"Wir sind auf Alexander beim Einkaufen gestossen. Er hat uns zum campieren eingeladen", erklaerten wir.
"Ja klar sucht Euch einen Platz fuer das Zelt aus, Alexander ist noch immer beim Einkaufen", erwiderte eine Frau.
Sofort wurden wir auch noch zum Nachtessen eingeladen.
Als wir zum Essen auftauchten stellte uns die zuvor getroffene Frau einen uns unbekannten Mann vor.
Wegen der Sprachbarriere dachten wir, dieser Herr sei Alexanders Bruder. Erst nach einigen Augenblicken wurde
uns klar, diese Person heisst Alexander.
Wie der Zufall so wollte, hies der Besitzer dieses Campingplatzes genau wie der Herr im Dorfladen.
Er sagte so etwas wie: "Ich habe euch zwar nicht eingeladen, aber egal, seit willkommen!"
Insgesammt blieben wir zwei Naechte, wurden immer zum Essen eingeladen und Alexander
nahm uns noch zu einem kurzen Ausflug entlang des Flusses mit.

Auf diesem Ausflug trafen wir doch tatsaechlich auf den Alexander vom Dorfladen. Ungefaehr 5 km vom "Camping 3A" entfernt, campierte er und einige andere Leute.

Als wir vernahmen, diese Leute sollen einer christlichen Gruppe angehoeren, waren wir umso mehr erfreut, dass wir
beim nahe gelegen Camping stoppten und nicht den beschwerlichen Weg zu einer moeglichen Sekte gefahren sind.

Wenige Tage spaeter befanden wir uns in einer Post als uns eine Angestellte in unserem Alter ansprach.Nach einigen Minuten sagte Kyoko: "Ich glaube sie offeriert uns ein Russisches Bad und einen Platz zum schlafen".
In der vergangenen Nacht liess uns ein sehr starker Sturm nur wenig schlafen. Ich fuehlt mich in meinem Zelt wie in einer im Wind flatternder Plastiktuete.
Gabriels und Kyokos Zelt erlitt einen Zeltstangenbruch. Zusaetzlich hatte Gabriel Magenprobleme. Das Angebot wieder einmal zwischen festen Hausmauern und unter einem schuetzenden Dach zu schlafen sowie ein heisses Russisches Bad zu geniessen, kam zum genau richtigen Zeitpunkt. Nach dem Bad sassen wir mit der Frau von der Post, ihrem Mann und Kind beim Nachtessen und es wurde auf die Freundschaft angestossen. Natuerlich mit Vodka.

An dieser Stelle moechte ich mich nochmals bei allen Leuten bedanken, welche uns auf unserer Reise durch Russland mit Getraenken oder Lebensmitteln beschenkten.

Seit kurzem sind wir im Norden Kasachstans. Hier in Oskemen ( Ust Kamenogorsk) fanden wir mit Hilfe eines Couchsurfers
eine Mietwohnung welche wir fuer 7 Tage bezahlt haben (SFR 21.- pro Tag). Das sei hier normal. Leute mieten solche Wohnungen auch fuer einen
kurzen Aufenthalt von einer Nacht. Es ist um einiges guenstiger als ein Hotelzimmer.
Ein grosses Zimmer mit TV und zwei Bettsofas, WC, Dusche und Kueche.
Kleider mit der Maschine waschen, Pizza backen, Kaffee auf dem Elektroherd kochen, Bier im Kuehlschrank lagern!!!! Was fuer ein Luxus (den wir geniessen)!!!!

Kasachstan erinnert uns hier noch sehr an Russland. Viele Russen leben auch hier.
Der Couchsurfer welcher uns mit der Mietwohnung half ist Russischer Abstammung mit Kasachischem Pass. Er ist in Kasachstan geboren sowie aufgewachsen, hat noch nie Russland besucht. Seine beiden besten Freund sind Kasachen und sprechen Kasachisch. Trotzdem versteht unser Couchsurfer kein Kasachisch.
Das ist hier keine Ausnahme, so wurde es uns gesagt.

Wir nutzen diese Woche in Oskemen um unsere weitere Reise zu planen.
Am Samstag geht es mit dem Zug, waehrend 24 Stunden, ins 1'000 km entfernte Almaty. In dieser Stadt werden wir voraussichtlich das Kyrgistan Visa beantragen.
Der Issyk-Kul See in Kyrgistan und die Stadt Bishkek koennten kommende Ziele sein.
In Bishkek soll es (anders als in Kasachtsan) fuer Auslaender moeglich sein, ein Visa fuer China zu beantragen.
Von Kyrgistan koennten wir nach China einreisen. Gabriel und Kyoko koennten von dort nach Japan reisen.
Ich wuerde gerne die Umgebung um Shangrila besuchen und mich dort mit meiner Freundin treffen.

Montag, 4. Juli 2011

Probleme und Russische Gastfreundschaft

Schon wenige Minuten nach Ulaangom mussten wir eine erste Zwangspause einlegen. Ein platter Reifen musste repariert werden.
Im Gegensatz zu den Fahrradproblemen, welche noch auf uns zukommen sollten, war das eine sehr kurzweilige Pause.
Wenige Tage verstrichen und an Gabriels Hinterrad zerbrachen zwei Speichen. Esrt nach mehreren Versuchen brachten wir es fertig, die in die Brueche gegangenen Speichen durch neue zu ersetzen.
Am folgenden Tag schwankte das selbe Rad von links nach rechts.
Die Schraubenmuttern der Hinterradachse drehten durch und liessen sich somit weder loesen noch anziehen. Grund war das abgenutzte Gewinde der Fahrrad Achse. An eine Mitfahrgelegenheit war nicht zu denken. Zu selten sahen wir Fahrzeuge auf unserem Weg.
Somit mussten wir erfinderisch werden, um das Velo wieder fahrtuechtig zu machen.
Mit einer kleinen Eisensaege, welche sich im "Swiss Tool" befindet, wurde das Gewinde notduerftig abgefeilt. Die Achse verschoben wir ein wenig und montierten neue Muttern.
Ungefaehr einen weiteren Tag spaeter war die Zeit fuer mein Hinterrad gekommen. Kurz vor einer Passhoehe machten sich beunruhigende Gerauesche, hinten am Rad, bemerkbar.
"Vielleicht ist es nur das Trettlager welches das Geraeusch verursacht oder das Rueckrad muss wieder einmal geoelt werden?", dachten wir zuerst.
Waehred der Abfahrt verstummte dann das "Knacken". "Super, das Problem hat sich von alleine geloest", johlte ich durch die menschenleere Landschaft. Zu frueh gefreut! Noch bevor diese Euphorie sich legen konnte, musste ich mein Fahrrad anhalten. Das Hinterrad schwankte von einer zur anderen Seite. Aus dem Jubeln wurde ein Fluchen. Ein Kugellager Ring war voellig verbogen und die Kugeln rollten zwecklos im Lager umher. Nun hiess es:
Achse abschrauben, Ring hinaus operieren, zusaetzliche Kugeln und Fett hinein, Achse anschrauben und das ganze Rad zurueck an das Fahrrad.
Diese Geschichten lesen sich unheimlich leichter, als sie zu bewaeltigen waren. Jedesmal verstrichen viele Minuten/Stunden bis das Problem gefunden und oder behoben wurde.
Weitere kleinere Probleme sollten folgen. Gabriels und meine Hinterrachse mussten fast taeglich angezogen werden. Nur wenige Tage vor diesem Blogeintrag, zerbrach der zweite Kugellagerring. Das Rad schwankte so sehr, dass es in Kontakt mit dem Fahrradrahmen kahm. So schnuerte ich mein Ruecksack vom Gepaeckstraeger und stiess das Fahrrad die letzten Meter bis zum Schlafplatz.

Abgesehen von den erwaehnten Problemen, genossen wir die Fahrt durch die beeindruckende Mongolische Natur. Waehrend ungefaehr fuenf Tagen begegneten wir keinem Haus. Nur etwas mehr als eine handvoll Gers (Jurten) befanden sich am Rande unseres Pfades.Beinahe taeglich regente es. Jedoch immer nur fuer kurze Zeit. Wolken praesentierten sich und verschwanden sehr schnell. An einem dieser Tage zeigten sich uns ein frablich sehr intensiv leuchtender Regenbogen. Oberhalb dieses Lichtspiels erschein noch ein zweiter, etwas weniger stark leuchtend, Bogen.
Wasser konnte uns sehr oft erfreuen. Vorallem als unsere vollen Trinkflaschen immer weniger wurden und sich kein Dorf in der Umgebung befand. Entaeuschend war nur, als das Wasser in einem gesichteten Wasserloch salzig war. Aber auch falls es sich in grossen Massen in den Weg stellt, kann es mehr Aerger als Freude bereiten.
Wie am Beispiel des Flusses Tschuja. Eine bis zwei Tagesreise vor der Russischen Grenze tauchte dieser grosse Fluss vor uns auf. Einige betrunkene und unsympathische Einheimische versuchten uns eine Ueberfahrt in Ihrem Traktor aufzuzwingen. Als wir versuchten ihnen klar zu machen, dass wir selber nach einem Weg suchen wollen, wurde einer von ihnen handgreiflich. Kurz spaeter mussten diese Leute andere Fahrzeuge durch das Wasser bringen. Diesen Moment wussten wir zu nutzten und verschwanden Flussaufwaerts. Dort fand Gabriel eine Stelle, wo sich das Wasser so teilt, dass wir von Sandbank zu Sandbank bis ans andere Ende des Flusses gelangen konnten. Zuvor versuchte er an diversen anderen Orten, vergeblich, den Fluss zu ueberqueren. Das ganze Unterfangen dauerte vom Mittag bis zum Abend.Am folgenden Abend erreichten wir Zaganur. Eine Ortschaft kurz vor dem Grenzuebergang zu Russland. Dort trafen wir auf einen auftringlichen jungen Mann, welcher uns energisch sein Heim als Unterkunft anbot. Auf Schritt und Tritt folgte er uns und wollte nicht verstehen, dass wir sein ueberteuertes Angebot dankend ablehnen.Gluecklicherweise bot uns die Familie, in wessen Geschaeft wir unser Proviant kauften, einen Tee in ihrem Haus an. So freundlich wie sie waren, fragten wir um einen Schlafplatz fuer eine Nacht. Sie liessen uns nicht nur gerne bei ihnen uebernachten, sondern luden uns noch zum Nachtessen ein. Zuerst standen unzaehlige Suessigkeiten auf dem Tisch. Ich dachte dies sei das Essen und stopfte mich voll mit Schockolade, Biscuits und diversen anderen Zuckersachen. Erst um etwa 23:00 Uhr erkannte ich, dass etwas warmes gekocht wurde. Zuerst ein wenig enttaeuscht ueber meinen vollen Bauch, aenderte sich meine Stimmuing schnell wieder, als ich erkannte, was uns gerade aufgetischt wurde. Ein ganzer Schafskopf und dessen Innereien.
Am naechsten Morgen, radelten wir bis wenige Kilometer vor die Landesgrenze und schlugen dort unsere Zelte fuer zwei Naechte auf.
Auf einem Huegel, ausser Sichtweite der Strasse, warteten wir bis unser Russland Visa beginnt.
Seit dem 17.06.2011 befinden wir uns nun in Russland. Die Fahrt durch das Altai Gebirge war anders als in der Mongolei, aber es boten sich uns ebenfalls wunderbare Landschaftsbilder an. Gabriel und Kyko die bereits Kanada bereisten, sagten mir es sieht hier aus wie in Kanada. Berge, Fluesse, Waelder, gruene Wiesen.
Die Russischen Leute welche wir bis anhin trafen, sind meistens sehr freundlich, hilfsbereit und sehr gastfreundlich.
Bier und Vodka trinken auch sie sehr gerne, aber auf unserem Weg trafen wir auf merklich weniger Betrunkene als in der Mongolei.
Vor wenigen Tagen campierte eine Gruppe von drei Russen und ihren Frauen in der Naehe von unserem Nachtlager. Kurzerhand luden sie uns zu Essen und Vodka ein.
Als sie erfuhren, dass wir durch ihren Wohnort (Biysk) reisen werden, gaben sie uns auf nette Art zu verstehen, dass wir bei ihnen ein Bad nehmen sollen. Bier, Vodka und Essen wird es ebenfalls geben und wir koennen bei ihnen schlafen.
Schlussendlich wohnten wir zwei Naechte mit einem der Paare und ihrer Tochter. Es fuehlte sich an, wie ein Besuch bei Freunden in den Sommerferien. An einem der sommerlich warmen Tage gingen wir schwimmen. Am Abend feines Essen, viel Bier und Sauna.
Das erfreuliche ist, obwohl wir keine gemeinsame Sprache sprechen, konnten wir uns fast immer verstaendigen und hatten viel zu Lachen.
Vielleicht redeten wir aneinander vorbei, doch solange jeder denkt er weiss was der andere erzaehlt, ist es doch ganz okay?
Wie oft sprechen denn Menschen mit der selben Muttersparche aneinader vorbei?
Wir wollten jedoch laenger als nur zwei Tage vom radeln pausieren. Anderseits wollten wir auch nicht aufdringlich werden und fuer viele Tage in ihrem Haus bleiben. Manchmal kann es auch anstrengend sein, den ganzen Tag ohne Sprache zu kommunizieren.
Somit wechselten wir unser Lager zu Couchsurfer.
Es war relativ schwer, den Anderen zu erklaeren, dass wir zwar aus ihrem Haus gehen, aber noch immer in Biysk bleiben und sie am Abend an einem Konzert (in Begleitung mit zwei Couchsurfer) treffen werden. Auf jedenfall waren am Ende alle zufrieden.
Es ist schoen, dass die Couchsurfer Englisch und auch Deutsch sprechen und besonders, dass es sehr viel zu lachen gibt. Wir werden Biysk in aeusserst guter Erinnerung behalten.

Mit einem neuen Hinterrad an meinem Fahrrad, soll es morgen weiter Richtung Kasachstan geh'n.

Dienstag, 7. Juni 2011

Fahrt durch die Mongolei

Bevor wir unsere Fahrraeder in den Gepaeckswagen, am Bahnhof in Ulan Bator, brachten, musste nur noch der Preis fuer unsere Fracht verhandelt werden.
Denn anders als bei den Fahrgastkarten, konnten wir keine Preisliste fuer Gepaeck
finden. Allem Anschein nach, wollte man von uns zu viel einfordern (beinahe so viel
wie das Zugbillett). Schlussendlich verlangten die Bahnarbeiter die Haelfte der zuerst
gennanten Summe.

Nach der Zugfahrt durch die Nacht, erreichten wir Erdenet. Besser gesagt, die Endstation der Zuglinie (ungefaehr 10 km ausserhalb der zweit groessten Stadt Mongoliens).
Auf der kurzen Strecke vom Bahnhof in die Stadt, erlitt Gabriels sowie mein
Fahrraed bereits die erste Panne. Beim Anstieg auf einen kleinen Huegel
riss seine Fahrradkette. Beim hinunter fahren stieg ich aus dem Sattel und ging, mit dem
Velo an meiner Seite, die letzten Kilometer bis zur Stadt. Mein Hinterrad bewegte sich
nkontrolliert von rechts nach links. Zum Glueck lag es nur am schlecht fabrizierten Pneu,
nicht am Rad selber.
Ebenso waren wir sehr froh, dass diese Probleme auf dieser kurzen Fahrradfahrt
auftauchten. Auf dem Markt in Erdenet gab es noch einige wenige Ersatzteile zu kaufen.
Danach sollten wir erst im etwa 450 Kilometer entfernten Murun wieder auf solches Material stossen.

Auf der Fahrt ueber Murun nach Ulaangom, durchquerte Kyoko, Gabriel und ich beinahe unangetastete Natur.
Immerwieder fuehlte ich mich, als fahre ich durch ein Bilderbuch.
Nur die zu Beginn noch geteerte Strasse (nach dem vierten Tag gab es bloss noch Naturstrassen), vereinzelte Gers (Mongolische Haeuser, Jurten) und die selten anzutreffenden kleinen Doerfer erinnern einen an die Zivilisation.
Wuerden nicht einzelne leere Vodka Flaschen, im Abstand von wenigen Kilometern, den Strassenrand saeumen, koennte man fast vergessen, dass sich noch andere Menschen, als die Mongolischen Nomaden, ausserhalb der Staedte aufhalten.
Wenige Fahrzeuge kreuzen unseren Weg. Nach Murun verstrich eine Woche, ohne dass uns auch nur ein LKW oder Auto ueberholte. Einige Motorbikes und etwas weniger als ein Dutzend Minivans fuhren uns entgegen.
Gluecklicherweise machten sich bei mir Knieschmerzen einige Tage zuvor bemerkbar, als noch vereinzelt Fahrzeuge auf unserer Strecke verkehrten . Damals gelang es mir zwei Mal, ein Fahrzeug zu stoppen und eine Mitfahrgelegenheit zu erhalten.

Ebenfalls fuer die letzten 300 km bis nach Ulaangom mussten wir per Anhalter reisen.
Ansonsten wuerden wir nicht rechtzeitig die Grenze zu Russland ueberqueren koennen (unser Visa laeuft in etwas mehr als Zehn Tagen ab).
Wegen den Strassenverhaeltnissen und dem oft aus dem Westen blasenden Wind, fuhren wir knapp 50 km pro Tag (was nicht genug ist, um unseren aufgezwungenen Zeitplan einzuhalten). Ausserdem rasteten wir an einigen schoenen Plaetzen fuer je einen oder zwei Tage.

Wegen dem duennen Verkehr, entschieden wir uns zur Hauptverbindungsstrasse zwischen
Ulan Bator und Ulaangom, zu reisen. Aber auch auf diesem Weg herrscht alles andere als massiver Strassenverkehr. Stundenlang kann man auf eine, in weiter Ferne aufsteigende, Staubwolke warten.
Erblickt man endlich dieses lang ersehnte Zeichen, bleibt noch zu hoffen, dass es sich um ein Fahrzeug und nicht den Wind handelt.
Kurz vor Sonnenuntergang erspaehten wir dann drei Lastwagen, die sich durch die wuestenaehnliche Landschaft schleichend, auf uns zu bewegten.
Kurzerhand wurden unsere Fahrraeder und Gepaeckstuecke auf die LKWs verladen. Die Fahrerkabinen besetzten bereits drei bis vier Personen, trotzdem erhielt jeder von uns, verteilt auf die drei LKWs, einen Platz. Perfekt!19 Stunden benoetigten diese drei Transportfahrzeuge, um die 300 km bis nach Ulaangom hinter ich zu lassen!
Auch ohne einer drei stuendigen Schlaf- und Essenspause und drei Zwangspausen wegen platten Reifen, waere mir dieser Trip endlos erschienen. Die Strassenverhaeltnisse liessen nur eine geschaezte Durchschnittsgeschwindigkeit von 25-30 km zu.

Nun sind wir fuer einige Tage in Ulaangom. Wir reparieren kleinere Schaeden an unseren Fahrraedern und ruhen aus.
Sind fuer heute Abend noch bei einer Amerikanischen Familie eingeladen.
Kaum zu glauben, dass wir auf der Strasse spontan zu unserem, so sehr vermissten, Lieblingsessen eingeladen wurden. PIZZA, hausgemachte PIIIIZZAAA!!!!!
Uebermorgen wollen wir uns dann wieder auf den Weg an die Grenze zu Russland machen. Muessen zuvor noch reichlich Proviant einkaufen. Wollen wir doch an einem nahe gelegene See verweilen. Das erste Dorf nach Ulaangom kommt erst wieder nach 200 km.

Was gibt es noch zu sagen? Vom Wetter hatten wir alles. Starken Gegenwind, Sandsturm, Schnee, Hagel. Manche warme bis heisse Tage. Das Wetter wechselt hier sehr schnell.
Die Mongolen erscheinen mir sehr hilfsbereit und Gastfreundlich. Alkohol scheint ein Problem zu sein.
Viele stark betrunkene Mongolen trifft man zu jeder Tageszeit wo auch immer man ist.
Zu Beginn meines Aufenthaltes in der Mongolei, erschienen mir viele Menschen unfreundlich. Mittlerweile denke ich aber, sie sind gutmuetige Menschen, welchen man es bloss nicht ansieht.

Viele Tiere sahen wir. Kamel, Wuestenspringmaeuse, wilde Roesser und Adler.Leider kann ich im Moment keine Fotos in das Fotoalbum hochladen. Versuche es zu einem anderen Zeitpunkt nochmals. Aber auf Gabriels und Kyokos Blog (worldtripkyokogab.blogspot.com) findet man bereits ein Fotoalbum, mit vielen Bildern von unser Reise durch die Mongolei

Freitag, 29. April 2011

Unfreiwilliger Aufenthalt in Moskau

Seit etwa einer Woche befinde ich mich nun in der Mongolischen Hauptstadt Ulan Bator.

Der Flug von Zuerich nach Moskau hatte zwar bloss 15 Minuten Verspaetung, nichtsdestotrotz verpasste ich den Anschlussflug in die Mongolei.
Weil das nicht mein Verschulden, sondern das der Fluggesellschaft war, wurde mir ein Ticket fuer einen spaeteren Flug ausgehaendigt.
Dieser fand jedoch 24 Stunden spaeter statt.Ich wollte schon immer einmal einen Upgrade beim Fliegen (von der Economy zur Business Class) und einen Hotelaufenthalt, bezahlt von einer Fluggesellschaft wegen einem verpassten Flug.
Den Upgrade gab es nicht, das Hotel schon.
Nur habe ich mir das etwas mehr wie Ferien und nicht wie Gefaengnis vorgestellt.

Leider war zu diesem Zeitopunkt mein Russland Visa noch nicht gueltig.
Nun musste ich mit einem Minivan auf dem Rollfeld abgeholt und direkt in ein nahe gelegenes Hotel chauffiert werden.
Durch den Hintereingang fuehrte man mich in einen separaten Teil des Gebaeudes, welcher fuer
Personen ohne Russische Aufenthaltserlaubnis benutzt wird.
Dort traf ich auf etwa ein Dutzend weitere gestrandete Flugpassagiere.
Bis man uns fuer den Weiterflug zum Flughafen zurueck transportierte, mussten wir in unseren Zimmern verweilen.
Manchmal laeutete das Telefon um uns mitzuteilen, ob das Essen ins Zimmer gebracht wird oder wir es zusammen einnehmen durften. Selbstverstaendlich in einem Raum, getrennt von den Hotelgaesten mit der Erlaubnis in Russland zu sein.
Keine Ahnung wie Russisches Essen ausserhalb dieses "Hotels" schmeckt. Jedoch das uns servierte Essen, erschein uns allen als Gefaengnisfrass.
Mehr als die zwei 0.6 l Trinwasserflaschen auf dem Zimmer und das Trinken zum Essen erhielt ich nicht. Trotz meinen unzaehligen Telefonanrufen zur Reception und meinen Erklaerunge, dass ich diesen Aufenthalt nicht geplant habe und somit kein Russisches Geld mitbrachte.
Der Trinkwasserspender auf dem Gang funktionierte nicht. Aber das schien mein Problem, nicht das jenige des Managers zu sein.

Einen Tag nach meiner Ankunft am Moskauer Flughafen bestieg ich die Maschine nach Ulan Bator, wo ich auf Gabriel und Kyoko traf.
Die Temperaturen waren angenehmer als erwartet. Dies sollte sich jedoch bald aendern.
Zwei Tage spaeter, in den fruehen Morgenstunden, fielen einige Schneeflocken.
Seitdem wechseln die Temperaturen beinahe jeden zweiten Tag.
Gestern noch ganz angenehm, heute schon wieder Schnee.

Kyokos und Gabriels Paesse sind im Moment noch auf dem Postweg, von der Schweiz in die Mongolei. Diese mussten fuer das Russland Visa nach Bern gesendet werden.
Seit zwei Tagen bin ich wieder im Besitz eines gebrauchten Fahrrades (fuer etwa CHF 50.- vom lokalen Markt). Dieses mache ich zur Zeit startklar fuer die lange Reise nach Kasachstan.

Diese Umstaende halten uns noch einen oder zwei weitere Tage in der Hauptstadt der Mongolei.
Aus Zeitmangel (unser Visa erlaubt uns einen maximalen Aufenthalt von 60 Tagen) werden wir den Zug ins westlich gelegene Erdenet besteigen.
Dies soll uns genuegend Zeit verschaffen, das Land in einem gemuetlichen Tempo zu durchfahren und an dem einen oder anderen schoenen Fleck zu verweilen.

Dienstag, 29. März 2011

Eine neue Fahrradreise steht bevor

Wie bereits erwähnt, ist meine Winter Saisonstelle Ende April 2011 beendet.
Wenn nichts unvorhergesehens geschieht, bin ich anfangs Mai 2011 wieder im Sattel.
Im Unterschied zu den vorhergegangenen Fahrradreisen starte ich nicht vor Ort, sondern fliege zuerst zum Ausgangspunkt.
Grund dafür sind Gabriel und Kyoko (für regelmässige Blogleser alt Bekannte) welche sich im Moment in Peking aufhalten.
Zusammen wollen wir von der Hauptstadt der Mongolei, Ulan Bator, über Russland nach Kasachstan radeln. Wohin die Reise nach Kasachstan gehen soll, wird die Zeit noch zeigen.

Fahrrad, warmer Schlafsack und ein Flugticket fehlen mir noch zum jetzigen Zeitpunkt. Die wenigen Fluggesellschaften die nach Ulan Bator fliegen, habe ich bereits um ein Ticket gebeten. Ich offerierte Ihnen einen Reisebericht und Fotos für ihr Flugmagazin. Leider habe ich noch keine Antwort erhalten.
Ebenfalls schrieb ich einige E-Mails an verschiedene Fahrradhersteller und Outdoor Firmen. Ihre Antworten müssen ebenfalls noch abgewartet werden.
Falls niemand Interesse hat, werde ich bestimmt wieder ein akzeptables Fahrrad in der Mongolei finden. Dann würde mir auch das Problem des Velo-Transportes im Flugzeug erspart bleiben.
Letztes Mal als mein Gefährt nach Hause flog, erreichte es das Ziel mit einem verbogenen Rahmen. Die Fluggesellschaft kam nicht für den Totalschaden auf.

Mittwoch, 9. März 2011

Rezeptionist

Ich bin noch immer in Davos. Werde noch bis Ende April im Hotel arbeiten.
Aus Mangel an Personal hab' ich mich mittlerweile zum Rezeptionisten gewandelt.
Wenn das Hotel mit wenig Gästen belegt ist, kann ich zwar um etwa 01:00/02:00 Uhr ins Bett, bin aber auf Pikett. Wenn jemand von aussen nach dieser Zeit ins Hotel eintreten möchte, kann man mich anrufen und ich öffne die Tore.
Während solchen ruhigen Tagen, arbeite ich zeitweise an der Rezeption.
Ist ein reges Kommen und Gehen im Gange (was meistens nur an Wochenenden der Fall ist) schlafe ich am Tag und arbeite die ganze Nacht hindurch.
Dazu gehört ein Kontrollrundgang um sicher zu gehen, dass Fenseter und Aussentüren abgschlossen sind, Kaffee trinken, Tagesabschluss erstellen, Auftischen im Frühstücksaal, Abfall entsorgen, spät Check-In und früh Check-Out erledigen, für Spätheimkehrer die Türe aufsperren, Kaffee trinken.
Manchmal bleiben mir noch eine bis zwei Stunden um zu Lesen, Zeichnen oder meine privaten E-Mails beantworten.
Obwohl das mit E-Mail beantworten oft zu kurz kommt. Nicht aus Zeitmangel, mehr aus keiner Lust am Mailen. Momentan gilt das selbe auch für den Blog.
Von Facebook ganz zu schweigen. Hoffentlich wird man dort nach langer Abstinenz von alleine gelöscht. Wäre mir eine Arbeit abgenommen.

Ansonsten ist es hier in Davos meistens sonnig. Okay, in der Nacht zeigte sich bis jetzt noch immer der Mond.
Für's Skifahren bin ich entweder zu müde oder es herrscht ein Defizit von Motivation. Bis zur Schatzalp hinauf gehen, Sonne geniessen und hinunter schlitteln sagt mir schon mehr zu.
Einige wenige Abende in den Ausgang, sonst an meinen freien Tagen ins Unterland, ausser jemand kommt mich besuchen.

Die ersten Wochen bereiteten mehr Spass. Erstens handelte es sich damals noch um ein neues Erlebnis, zweitens waren noch vier weitere Rezeptionistinnen angestellt. Wir verstanden uns sehr gut und hatten viel zu lachen.
Woww, waren das lustige Wochen!
Von dieser Truppe hat nur noch Eine den Vertrag verlängert. Mit ihr verstehe ich mich auch sehr gut. Aber, hat jemand von uns Feierabend, muss die andere Person entweder arbeiten, schläft oder geniesst den freien Tag im Unterland.

Freitag, 24. Dezember 2010

Die Mezquita von Cordoba und mein neuer Job

Während den zehn Tagen, in welchen meine Mutter und ich miteinander reisten, prallten zwei unteschiedliche Erwartungen vom Reisen aufeinander.
Trotzdem erlebten wir einige gute Momente zusammen.
Mir persönlich gefiel der Besuch der Mezquita in Cordoba am besten.
Ursprünglich im 8. Jahrhundert als Moschee gebaut, wurde dieses Bauwerk, nach der Rückeroberung der Stadt durch die Christen im 13. Jahrhundert, langsam zu dem was es heute ist. Dank mehreren Umbauten, angeordnet durch verschiedene, nacheinander herrschenden Oberhäuptern Cordobas, wandelte sich die Mezquita zu einer Mischung von Moschee und Kirche.
Als wir diesen Ort betraten, sah ich mich in einer Moschee, an dessen Aussenwänden sich dutzende Nischen vorfinden. In genau diesen Mauernischen existieren diverese, christliche Kapellen. "Okay, einmal etwas anderes", dachte ich, nicht zu sehr überwältigt von dem mir dargebotenem. Nur wenige Minuten später, änderte sich der Eindruck schlagartig!
Als wir langsamen Schrittes zur Mitte des Gebäudes gingen, befanden wir uns urplötzlich in einem anderen Ort. Wanderten wir zuvor zwischen den unzähligen Säulen, welche durch übereinanderliegenden Hufeisenbögen das Dach des Bauwerkes stützen, hielten wir uns nun in einer Kirche auf, wo, ganz unerwartet, ein Kirchenturm in luftige Höhen ragt. Dieser ungeahnte Wechsel vom Musilmischen zum Christlichen Baustil im selben Gebäude, schaffte es bei mir, ein grosses Stauen hervor zu locken.

Die ebenfalls von Muslimen errichtete Alhambra in Granada ist ebenfalls sehenswert. Doch favorisiere ich das Gotteshaus aus Cordoba.(Bild oben: Kunstvolle Handarbeit an einer Wand der Alhambra in Granada)

Um den Rest dieses Beitrages kurz zu halten, lasse ich die Komplikationen des versenden meines Fahrrades nun aus. Soviel sei gesagt:
Für gerade mal 25 Euro Aufpreis zum Flugticket meiner Mutter, durfte ich das Fahrrad im Flugzeug zurück in die Schweiz senden.
Im Flughafenbus von Sevilla sind Fahrräder nicht erlaubt! Besser vor der Fahrt das Gefährt auseinander nehmen und verpacken; nicht erst am Flughafen (was mein Plan war).

Aus Zeitgründen und kalten Temperaturen im nördlichen Spanien, nahm ich Zug, Auto, und Bus zurück nach Rapperswil. Unterwegs stoppte ich in unterschiedlichen Städten um Freunde oder einige Couchsurfer für einen oder mehr Tage zu besuchen.
So stattete ich auch dem Guggenheim Museum in Bilbao einen Besuch ab.
Mein Interesse galt nicht den Ausstellungen. Vielmehr bereiste ich diesen Ort wegen der seltsamen Architektur des Gebäudes.Wesshalb reiste ich zurück und was für Zeitgründe?
Noch im Sommer sagte ich einem Arbeitsangebot als "Nachteditor und Allrounder" in einem Hotel in Davos zu. Da ich diese Stelle am 20. Dezember begann, wäre die Zeit um per Fahrrad zurück zu fahren, zu kurz gewesen.

Seit nun zwei Nächten besetze ich die Rezeption von 23:00 Uhr bis 07:30 Uhr in der Früh.
Nun ist es kurz vor 06:00 Uhr und ich mach mich langsam auf den Weg, die Tische für das bevorstehende Frühstück zu decken.

Ich werde vermutlich zu einem späteren Zeitpunkt noch mehr über meine Zeit in Davos schreiben und was genau so ein Nachteditor und Allrounder macht.

Donnerstag, 11. November 2010

Wild West

Nach Barcelona radelte ich der Spanischen Kueste entlang, bis ich nach ungefaehr 850 Kilometern Almeria erreichte. Kurz vor dieser Ortschaft fuehrten mich die Strassen durch das Innere des Landes, wo mich ein ungewohnter Anblick erwartete.
Eine karge und huegelige Landschaft, welche ich zuvor nur aus alten Spaghetti Westen Filmen her kannte. Tatsaechlich wurde diese Wildnis mehrmals als Kulisse fuer eben diese Filme gewaehlt. Gemuetlich auf meinem Drahtesel sitzend und Johnny Cash in den Ohren, sah ich mich ploetzlich als Cowboy durch die Prärie reiten. Naja, nicht wirklich, denn die vorbei rauschenden LKW's sowie die in weiter enfernung sichtbare Autobahn, welche mir als stoerender Fremdkoerper in dieser Natur erschien, liessen mir diese Cowboy Illusion nicht gewaehren.

Einge Tagesfahrten vor diesem Reiseabschnitt sah ich mich gezwungen per Anhalter zu reisen.
Entweder durch die Unfaehigkeit des Kartenlesens oder die schlecht ausgeschilderten Strassen, befand ich mich ploetzlich vor einer Autobahn Einfahrt. Weil ich es als zu anstrengend empfand 20 km zu radeln um bloss 5 km Autobahn zu umfahren, parkierte ich mein Fahrrad und streckte den Arm mit gehobenem Daumen aus.
Nach etwa 15 Minuten hielt ein Arbeiter in seinem Minibus an.
Trotz der Sprachbarierren vestanden wir einander und wenige Augenblicke spaeter befand ich mich auf dem Beifahrersitz und mein Velo hinten im Bus. Naechste Ausfahrt raus und weiter auf dem Fahrrad.

Einige Wochen spaeter endete mein Weg in einem Olivenfeld und noch am selben Tag vor einer Orangenplantage. In beiden Faellen gelang es mir irgendwie, das Gefahrt auf eines der nahe gelegenen Wege zurueck zu bringen. Aber nicht nur Nebenstrassen enden abrupt. Auch die Nationalstrasse kann an einem Zaun enden, hinter welchem die Autobahn ihre Aufgabe uebernommen hat. Wenn ich mich nicht gerade auf dem Fahrrad befand, besuchte ich kleiner Orte oder grosse Staedte wie zum Beispiel Valencia. Durch diese Grossstadt schlaengelte sich einst der Fluss Turia. Um das Problem vom ueber die Ufer tretenden Wasser zu beheben, wurde der Verlauf des Flusses kurzerhand umgeleited.
Wo in vergangener Zeit Wasser die Brueckenpfeiler streichelte, versuchen nun Leute ihre Kletterfaehigkeiten zu verbessern. Heute wir das ehemalige Flussbett auch als Park und Freizeitanlage genutzt. Sowohl Fahrradwege, verschiedene Sportplaetze, als auch dutzende schatten spendende Baeume auf gruenen Wiesen, laden Menschen auf eine kurze Flucht vom lauten Stadtleben ein.
Am heutigen Ende dieses Kanals steht ein beeindruckendes architektonisches Werk. Bekannt unter dem Namen "Ciudad de las Artes y de las Ciencias" (Stadt der Künste und der Wissenschaften). Dieses Areal umfasst ein 3D Kino, ein Museum der Wissenschaften, das groesste Aquarium Europas und eine extravagante Oper und Musikpalast.
Der Anblick der Oper, inmitten dieses Flussbettes und umgeben von Wohnhaeusern, schien mir als ob ein UFO notgelandet waere.









Mittlerweile bin ich seit drei Tagen mit meiner Mutter unterwegs. Fuer ihre Ferien kam sie nach Malaga. Dort trafen wir uns, mieteten ein Auto, packten das Fahrrad und das Gepaeck in den Wagen und los ging die Fahrt. Wahrend 11 Tagen besuchen wir nun zusammen verschiedene Orte im Sueden Spaniens.

Montag, 4. Oktober 2010

Ueberwaeltigendes in Spanien

Seit dem vergangenen Wochenende befinde ich mich in Barcelona.
Da liess ich es mir nicht nehmen, einem Fussballmatch, des beruehmten FC Barcelona, beizuwohnen.
Das mit einem 1:1 Unentschieden endende Spiel gegen RCD Mallorca war bei weitem nicht so ueberwaeltigend wie das von 79'085 Menschen besuchte Stadion. 80'000 Menschen in einem Kessel namens Camp Nou! Ein unglaublicher Anblick!
Die Stimmunge an und fuer isch war maessig. Es schien als ob bloss eine Handvoll Fans den FCB mit singen, klatschen und trommeln anfeuerten. Ausnahme war kurz vor Anpfiff des Matches, als ein FC Barcelona Lobgesang aus Lautsprechern droehnte:


Wenige Tage vor dem Fussballspiel befand ich mich in Figueres (nahe der Spanisch-Franzoesischer Grenze), um ein Museum des weltberuehmten Kuenstlers Salvador Dalì zu besichtigen. Auch dieser Besuch war hoch interessant. Abgedreht, phaenomenal was ich dort zu Gesicht bekam! Seine Bilder, Skulpturen aber auch der von ihm entworfene Schmuck ist ueberwaeltigend, meiner Meinung nach. Das mir am meisten imponierende Schmuckstueck war ein Herz aus Gold und roten Diamanten welches zu leben schien:

Heute unternahm ein Gast meines Gastgebers und ich einen kurzen Ausflug, in das nur 5 Gehminuten entfernte Dorf "Colonia Gueell". Ein Dorf fuer Arbeiter, entworfen vom Architekten Antonio Gaudi (einem weiteren weltbekannten Spanier).
Urploetzlich befanden wir uns in einer Situation, welche wir ausnahmslos aus der Flimmerkiste kannten. Der passende Text dazu koennte sich in etwa so anhoeren: "...Die wenigen Bewohner des verschlafenen Dorfes geniessen die Stunden der Siesta. Nur das Pfeifen des Windes stoert die Totenstille in Villa Grande, wo gerade ein ausgetrockneter Strauch durch die staubige Strasse rollt..." Was soll ich auch lange beschreiben, schaut Euch einfach das folgende Video an:

Sonntag, 26. September 2010

Lokale Zeitung von Saint-Paul-Trois-Chateaux

Der Vater meiner Gastfamilie von Saint-Paul-Trois-Chateaux, erhaelt dank kurzen Zeitungsartikeln, fuer die lokale Zeitung, ein kleines zusaetzliches Einkommen. Somit kam der Besuch eines Fahrradreisenden gerade gelegen.

Samstag, 25. September 2010

Leid und Freude

Angekommen in Genf plagten mich sowohl Kopf- als auch Schulterschmerzen waehrend beinahe sieben Tagen. Selbst in meinen Traeumen verfolgten mich diese unangenehmen Leiden und liessen mich mehrmals erwachen.
Zusaetzlich macht sich schon seit einigen Wochen ein schwer zu beschreibenedes Gefuehl, lokalisiert beim linken Ohr, bemerkbar. Eine Empfindung die ich zuvor nur waehrend des Gaehnens oder bei steigendem Fieber spuerte. Gluecklicherweise ist es nicht permanent.

Abgesehen von diesen Unannehmlichkeiten genoss ich meinen Zeit in Genf.
Die Grosseltern meiner Gastgeber unterhalten einen grossen Frucht- und Gemuesegarten, welcher sich direkt hinter dem Haus befindet. Frueher konnten sich dort dutzende von verschiedenen Pflanzen und Blumensorten in aller Farbenpracht entfalten. Mit dem Verkauf dieser Produkte verdienten sie sich ihren Lebensunterhalt. Doch seit der Pensionierung lassen sie Lebensmittel in dieser Erde gedeihen.
Fuer die meisten Mahlzeiten wurden Obst und Gemuese frisch aus dem Garten gepflueckt und zu leckeren sowie gesunden Menues verarbeitet. Sogar Kiwis wachsen in diesem Ort!

Speziell am Aufenthalt in Genf war auch noch die Empfindung, als ob ich viele der Ereignisse und die Umgebung bereits aus Traeumen kannte oder sie sich wie ein Déjà Vu anfuehlten.
Dieser Zustand kannte ich noch von meiner ersten Fahrradreise, als die Reise durch Kroatien ging. Im Gegensatz zu damals, machte sich diesmal eine unangenehme Vorahnung bemerkbar.
Es erschein mir wie ein Albtraum in dem man weiss, dass man bald zu sterben hat. Dieses Schicksal soll einem widerfahren, unabghaengig jeglicher Entscheidung.
Entscheidungen wie:
Diesen Ort bald moeglichst verlassen oder noch einige Tage verweilen. Die Reise abbrechen und mit dem Zug nach Hause oder weiter per Fahrrad wie geplant.
Ich entschied mich fuer sehr vorsichtiges Verhalten im Strassenverkehr und die Fortsetzung der Fahrt nach Frankreich.

Schon am zweiten Tag, nach der Grenzueberquerung, waren sowohl meine permanenten Schulter- und Kopfschmerzen verschwunden als auch das mulmige Déjà Vu Empfinden.
Am darauf folgenden Tag, fuehrte mich der Weg durch die von der waermenden Morgensonne erleuchtete Franzoesische Landschaft. Abwechslungsweise zogen kleine, verschlafene Doerfer oder einsam in der Natur stehende Bauernhoefe vorbei. Dazu ertoente heimatliche Musik von "Züri West" aus den Kopfhoerern meines Musikplayers. Diese Konstellation, verbunden mit dem Freiheitsgefuehl sehr unabhaengig unterwegs zu sein, liess ein extremes Gluecksgefuehl in mir erwachen. In dieser Situation lockte mir der entgenkommende Wind noch einige kleine Traenen aus den Augen. Vielleicht war da aber auch die eine oder andere Freudentraene mit dabei?Wenige Tage spaeter, machte ich Bekanntschaft mit einem weniger erfreulichem Ereignis.
Ausserorts standen zwei Autos mit aktivem Pannenblinker am Strassenrand. Ich hielt an.
Nach kurzem Wortwechsel mit den zwei Besitzer dieser Fahrzeuge wurde mir bewusst, dass sie sich nicht in wahrhaftiger Not befinden, sondern lediglich versuchen Geld von hilfsbereiten Menschen zu erschwindeln. Fuer "nur" 20 Euro wollte man mir einen goldenen Fingerring andrehen.
"Das Geld brauche ich fuer Treibstoff und Essen fuer meine armen Kinder welche im Vehikel warten", erklaerte mir einer der Maenner. Momentan habe er leider nur Rumaenisches Geld, das er in Paris gegen Euro eintauschen wird.
Mit der Notluege: "ich habe leider nur 2 Euro", verliess ich diesen Ort.
Ungefaehr 10 Kilometer weiter suedlich (Gegenrichtung von Paris) stoppte ich um Proviant zu kaufen. Zufaelligerweise kreuzte mich dort ein Polizeiauto. Den dazugehoerigen Beamten probierte ich, in einem Gemisch aus Franzoesisch und Englisch, von diesem Vorfall zu erzaehlen.
In der selben Minute wo der Polizeiwagen in Richtung der beschriebenen Stelle losfuhr, erspaehten meine Augen, durch das Schaufenster eines Supermarktes hindurch, einer der Trickdiebe. Bevor ich den Laden betreten konnte brach ich die Mission "Einkauf" ab und machte mich aus dem Staub.
Als ich ueber die Parkflaeche des Einkaufladens raste, vernahm mein Gehoer jemanden laut bruellen. Dieser jemand kannte ich! Es handelte sich um den zweiten Trickdieb.
Aus sicherer Distanz sah ich seine, an mich gerichteten, Armbewegungen, welche soviel beudeten sollten wie:
"Hey! Ich hab's gesehen! Du hast uns bei den Bullen angeschwaerzt!"
Waehrend der fortgesetzten Fahrt, bis zu meinen Gastgebern in Saint-Paul-Trois-Chateaux, wanderten meine Blicke des oefterns in den Seitenspiegel, um mich zu vergewissern, dass mir niemand folgt.

Mein drei taegiger Aufenthalt in Saint-Paul-Trois-Chateaux genoss ich in vollen Zuegen.
Ich hauste bei einer sehr gastfreundlichen Familie (von Couchsurfing) in einem Zimmer ausserhalb des Hauses. Viel und koestliches Essen, Grillieren, Swimming Pool, gut gelaunte Leute und zwei kurze Ausfluege in die umgebende Natur liessen ein Gefuehl von Ferien aufkommen.
Nach kurzen Besuchen in Avignon, Nimes, Montpellier sowie drei weiteren kleineren Ortschaften entlang der Kueste Suedfrankreichs, befinde ich mich in Perpignan (weniger als 50 km vor der Spanischen Grenze).

Freitag, 27. August 2010

Sven der Tourist

Schlussendlich verbrachte ich drei Wochen in Bern. Eine davon hatte ich sogar noch "sturmfrei". Marco und Sani reisten mit Freunden in die Ferien.

Waehrend meiner Zeit in der Schweizerischen Hauptstadt, verhielt ich mich wie ein waschechter Feriengast. Besuchte den Baerengraben (Massenandrang wegen den Baerenkinder), besichtigte das Paul Klee Museum (enttaeuschend) mit einer Freundin von Rapperswil-Jona, Fotografierte die Stadt (mittels einer neuen Kamera) und stieg auf den Hausberg Gurten hinauf (schoene Aussicht). Ausserdem liessen Berner Freunde und ich uns mithilfe von Schlauchbooten die Aare hinabtreiben (entspannend). Zudem schauten wir bei dem jaehrlich stattfindenden Strassenkuenstler Festival Bern vorbei (interessant). Ein andermal nahmen weitere Freunde und ich an einer Drum'n'Base Waldparty teil (langweilige DJ's) und trafen uns an einem der folgenden Abende zum Jassen.

Zusaetzlich statteten Marco und ich noch Thun, dem bekannten Lauenensee, Montreaux und Creux du Van (Gran Canyon der Schweiz) einen Besuch ab.
Fuer den Ausflug an den beeindruckenden Gran Canyon, trafen wir meine Eltern in ihren Ferien am Murtensee.Wenige Tage spaeter befand ich mich auf der Strasse ins nahe gelegen Grenchen, zu meiner Grossmutter. Grenchen selber ist nicht sehenswert, jedoch die Altstadt im 10 km entfernten Solothurn sowie die angrenzende Verena Schlucht.
Am Ende dieser Schlucht, soll vor hunderten von Jahren eine Heilige, mit Namen Verena, gehaust haben.
In die Hoehle, ihre damaligen Unterkunft, ist heute ein Teil einer Kappelle hinein gebaut.

Naechster Stopp, nach Solothurn und Grenchen, war dann Biel, wo ich fuer einige Tage bei meiner juengsten Cousine und ihrem Freund wohnen durfte. Nach einem kurzen Aufenthalt in Neuchatel befinde ich mich nun in Lausanne. Diesen Sonntag oder Montag soll mich mein Fahrrad nach Genf bringen.

Wie bei den kuerzlich vergangenen Stadtbesuchen, suchte ich einmal mehr eine sogenannte Sehenswuerdigkeit auf. Die maechtige Kathedrale in Lausanne (Notre Dame). Doch zum ersten mal (seit meiner Rueckkehr aus Asien) langweilte ich mich beim Anblick eines dieser grossen Gotteshaeuser. Nach meiner drei jaehrigen Reise war ich mich nicht mehr an grosse und prunkvolle Kirchen gewohnt. Dementsprechend interessiert beachtete ich solche gewaltigen Gebaeude wieder. In den vergangene Wochen bekam ich aber so viele zu Gesicht, dass im Moment die Anteilnahme gleich null ist. Dies lenkt die Neugierde wieder mehrheitlich auf kleinere Objekte. Gegenstaende welche wir im Alltag gar nicht mehr wahrnehmen, je nach Ansicht aber faszinierend wirken.

Dienstag, 27. Juli 2010

Start der vierten Fahrradreise

Als dann die Fussball Weltmeisterschaft 2010 entschieden war, machte ich mich am 19.07.2010 wieder auf eine weitere Fahrradreise.
Zu meiner grossen Freude boten mir zwei Freunde je ein Fahrrad sowie Fahrradhelm an.
An dieser Stelle möchte ich mich nochmals herzlich bei Michi und Marco bedanken!
Beim Fahrrad musste ich bloss die Kette ein wenig reparieren, Lenkerhörnchen sowie zwei Holzstangen (auf dem Gepäckträger) anbringen.
Nachdem die Reifen mit Luft gefüllt und der, in Plastik eingewickelte, Rucksack auf den Holzstangen fixiert wurde, konnte die erste Etappe beginnen.
Erster Halt war das nur 24 km entfernte Oberrieden.
In dieser Ortschaft fand ich Unterschlupf bei einer guten Freundin und ihrem Freund.
Tags darauf radelte ich nach Luzern. Ganz kurzfristig fand ich dort einen Gastgeber (von couchsurfing.com).
Ich nutzte das schöne Wetter um Luzern mit den Augen eines Feriengastes zu sehen.
Ich schnitt dem nächst besten Touristen die Augen heraus und setzte sie mir ein.
Natürlich nicht!
Ich besuchte und fotografierte die berühmte Kapellbrücke aus jeder Perspektive.
Danach schlenderte ich durch die Altstadt, von wo mich der Weg auf die alte Stadtmauer, mit ihren zahlreichen Türmen, führte. Dort oben genoss ich ein Picknick zum prächtigen Ausblick über die Satdt, den Vierwaldstättersee und die im Hintergrund verschwindenden Bergen.

Am Donnerstag brachte mich die Strecke Richtung Bern, am Sempachersee entlang, nach Burgdorf. In dieser Stadt lebt ein alter Bekannter. Pascal, mit welchem ich Anfang 2008 in Westaustralien per Anhalter unterwegs war (siehe Blogeinträge 04.02.2008-29.02.2008). Zum Wiedersehen tranken wir ein lokales Bier. Da es nicht bei dem einen Bier blieb, setzte ich meine Reise, am Nachmittag darauf, verkatert fort.
Es waren ja lediglich etwas über 20 km bis nach Bern zu überstehen.
Auf all meinen Fahrradkilomtern waren diese aber die Schlimmsten.
Ungefähr auf halbem Weg, tauchten plötzlich zwei entgegenkommende Autos auf. Eines auf der linken Spur, das andere auf meiner Seite. Das rote Auto, welches in wenigen Sekunden ich mich gekracht wäre, machte keine Anzeichen die Strassenseite zu wechseln. Da es auf dieser schmalen Fahrbahn weder einen Fahrradstreifen noch einen Gehsteig gab, musste ich mich eilends, mit dem relativ schwer beladenen Fahrrad, auf eine seitlich hinaufsteigende Wiese retten.
Einige Kilometer weiter, musste ein Hügel hinter mich gebracht werden. In der selben Minute, in welcher ich den Aufstieg in Angriff nahm, begann ein gewaltiger Regen, zusammen mit heftigem Wind, meine Fahrt zusätzlich zu erschweren. Dieser kurz anhaltende Wetterwechsel fand Ausserorts statt. Kein Unterstand war auffindbar und meine Regenjacke irgendwo im eingewickelten Rucksack verstaut. Auf der anderen Seite angelangt, stoppten die beiden mich zu ärgern. Der Streckenbeschrieb zu meinem Ziel in Bern war durchnässt, so auch mein T-Shirt. Frierend, und die Karte immer unleserlich werdend, versuchte ich mich zu orientieren. Als ich endlich einen anderen Fahrradfahrer entdeckte und ihn nach dem richtigen Weg fragte, sagte dieser ich sei auf der falschen Stadtseite. Nach wenigen Minuten merkte ich aber, diese Person hat selber keine Ahnung. Irgendwie befand sich mein Bestimmungsort überhaupt nicht in weiter Entfernung. Nach kurzem fahren ins Ungewisse, entdeckte ich überraschend ein Strassenschild mit einem sehnlichst gesuchten Strassennamen.
Von da an vergingen nur noch wenige Minuten bis zum erreichen des Zielortes, Gäggu's Wohnung.
Mit Gäggu reiste ich ebenfalls im Jahre 2008 in Australien. Wir fuhren zusammen mit unserem Auto "Willie" von West- nach Ostaustralien und der Ostküste entlang (siehe Blogeinträge 09.03.2008-08.06.2008).
Am vergangenen Wochenende besuchten wir ein Fussballspiel der Berner Young Boys und er zeigte mir das Berner Nachtleben.
Dort trafen wir Möndle. Sie reiste ebenso mit uns und "Willie" der australischen Ostküste entlang.
Nun bleibe ich einige Tage bei Gäggu und seinem WG-Genossen Sani.
Möchte Bern noch bei Tag, aus der Sicht eines Touristen, sehen. Ausserdem fühle ich mich zu wohl in der schönen Hauptsadt der Schweiz, um bereits nach einem Wochenende meine Reise fortzusetzen.

Montag, 21. Juni 2010

Meine Geschäftsidee ist online

Die zwei weiteren Wochen als Handlanger vergingen gefühlsmässig schneller.
Beigetragen dazu hat sicher mein Körper, welcher sich langsam an die neuen Umstände zu gewöhnen schien. Zusätzlich erhielt ich weniger beschwerliche Jobs. Einige Mitarbeiter mussten erkannten haben, dass meine Ausdauer für Schwerstarbeiten schnell an Grenzen stossten.
Pünktlich auf den Anstoss der Fussball Weltmeisterschaft 2010, am 11 Juni, war dann der Arbeitsvertrag beendet. Seither verbringe ich viel Zeit auf der Couch und verfolge ein Fussballspiel nach dem anderen. Das schlechte, kalte Wetter hemmt noch die Motivation auf einem Fahrrad durch das Land zu fahren.
Ein Fahrrad habe ich bereits. Aber leider mit einem Riss in der Felge des hinteren Rades.
Vielleicht hat jemand da draussen ein Hinterrad für mich?
Ich hätte einen altes, in sehr gutem Zustand, 5-gängiges Fahrrad als Tauschgegenstand!
Oder ich frag noch die Velogeschäfte in der Umgebung an.

Wie bereits im vorangegangenen Blogeintrag erwähnt, besteht die Geschäftsidee mich als Reisebegleiter anzubieten. Ab jetzt gibt's dazu auch einen separaten Eintrag im Internet unter:
Bin Euch sehr zu Dank verpflichted, falls ihr Euren Freunden im nächsten
Mail davon schreibt.
Setzt doch wieder einmal ein "P.S." in die nächsten E-Mails:
"P.S. Guter Typ, gute Sache: www.individualreise.blogspot.com"
Im übrigen bin ich um jede Kritik und Verbesserungsvorschläge dankbar.
servuss82(at)gmail.com

Samstag, 29. Mai 2010

Arbeit auf dem Bau und eine Geschäftsidee

Weil ich mich früher oder später wieder auf die Reise begeben werde, fiel der Entscheid den Blog weiter zu führen.

Nach den ersten zwei Wochen nichtstun sowie dem Wiedersehen von Freunden, verhalf mir ein Freund zu Arbeit.
So sieht man mich, seit nunmehr zwei Wochen, als Bauarbeiter (Handlanger) auf einer Baustelle in der Nähe meines Wohnortes.
Da ich, im Gegensatz zu den anderen Bauarbeiter, nicht sehr kräftig bin, empfinde ich den Job als sehr hart.
Muskelkater, verspannte Schultern, Kopfschmerzen, Stechen im Kreuz und schmerzende Finger wechseln sich regelmässig ab.
Einige Mitarbeiter scheinen noch nicht zu begreifen, dass ich zum ersten Mal auf dem Bau tätig bin. Erklärt wird so gut wie nichts. Dass viele schlecht Deutsch sprechen, macht die knappe Verständigung auch nicht einfacher. Muss ich in einem Team arbeiten, wird meistens in Italienisch oder Portugisisch kommuniziert (was mir nicht geläufig ist, noch nicht).
Naja, ist eine gute Gelegenheit mich als Gedankenleser zu versuchen.
Wesshalb ich diese Tätigkeit ausübe?
Diese Anstellung dünkt mich im Moment der einfachste Weg, um an reltiv viel Geld in kurzer Zeit zu gelangen. Neun Stunden pro Tag für je CHF 25.

Ich habe die Idee mich als Begleiter für Südostasien und China Reisen anzubieten.
Auch an andere Orte dieses Planeten würde ich mitgehen. Genügend Reiseerfahrung habe ich, nur kenne ich mich besser in Asien aus.
Mit dem reiselustigen Menschen, und zusätzlich maximal drei seiner Freunden, würde ich den Reiseplan nur grob besprechen. Möglichst wenig wird gebucht. Das ermöglicht uns eine flexible Reise, welche immer wieder an den aktuellen Wünschen angepasst werden kann.
Anfangs werde ich es kostenlos anpreisen. Es sollen bloss meine Ausgaben während der Reise gedeckt werden. Das Budget ist von der Art der Reise abhängig. Man kann per Anhalter und mit Zelt für weniger als CHF 10.- pro Tag unterwegs sein.
Falls man sich mit dem öffentlichen Verkehr fortbewegen möchte, variiert der Preis.
Fährt man mit dem Bus oder Zug hat man oft die Wahl zwischen drei Klassen.

Die Zeit wird zeigen ob sich das nur als Idee herausstellt oder auch in die Tat umgesetzt wird?
Hoffentlich finde ich bald Zeit und Lust detaillierte Informationen online zu stellen.

Donnerstag, 6. Mai 2010

Willkommen zu Hause

Während etwa 13 Stunden flog ich von der Malaysischen Hauptstadt in diejenige von England. Hauptsächlich aus finanziellen Gründen fiel der Entscheid, London diesmal keinen Besuch abzustatten. So verbrachte ich die Nacht am Fluhafen Stansted.

Frühmorgens marschiete ich durch den Check-Inn, um das Flugzeug nach Friedrichshafen (Deutschland) zu besteigen.
In Friedrichshafen warteten schon meine Eltern um ihren Sohn in die Arme zu nehmen. In ihrem Auto fuhren wir auf die Bodenseefähre, welche uns in die Schweiz nach Romanshorn brachte. Von dort genoss ich die Frühlingsfahrt, durch das mit blühenden Apfelbäumen übersäte Thurgau.

Plötzlich erkannte ich die Umgebung wieder. Wir näherten uns meinem Heimatort, Rapperswil-Jona.
Zu meiner Entäuschung, sah ziehmlich alles noch genau gleich aus wie vor drei Jahren.
Neuer Fernsehapparat in der Wohnung der Eltern, eine Wand orang gestrichen und in den Schlafzimmern Holz Laminat anstelle von Teppich, ist mehr oder weniger die einzige Veränderung die ich bis anhin wahr nehmen konnte.
Sogar der lokale Radiosender bringt noch immer denselben Trailer vor den Nachrichten: "Immer 5 Minuten besser". Es scheint als ob die Zeit stehen geblieben ist.
Es fühlt sich wahrhaftig an, als ob ich mich bloss kurz für zwei Wochen in den Ferien befand.
Im Moment verbringe ich viel Zeit mit dem Wiedersehen von Freunden und dem Nichtstun.
Ich möchte nicht wieder in den selben Alltagstrott wie vor meiner Abreise hinein fallen.
Somit kann ich mir keine Festanstellung vorstellen. Hoffe einige kleinere Arbeiten zu finden, wie zum Beispiel:
Helfen beim Frühjahresputz oder im Garten, Räume einen neuen Anstrich verpassen, für kurze Zeit auf Bauernhöfen zu arbeiten.
Für mich ist es viel einfacher mit immer weniger Eigentum, Geld zufrienden zu sein, als immer mehr zu besitzen, mehr zu verdienen.

Mein nächstes Ziel ist ein weiteres Fahrrad fahrtüchtig zu machen. Mit dem möchte ich dann die Schweiz erkunden sowie Verwandte und Freunde in der Umgebung von Bern besuchen.
Auf dem Weg werde ich auch nach kurzen Arbeitsmöglichkeiten Ausschau halten.
Kann mir gut vorstellen auf Bauernhöfen fündig zu werden.
Seit den drei Monaten auf Neuseeländischen Bauernhöfen ist mir bewusst, dass mir das Bauernleben gefallen kann.

Wenn jemand da draussen ein Fahrrad loswerden möchte, egal in welchem Zustand, und/oder
einen Job im Garten, Haus, Bauernhof zu vergeben hat, wäre ich sehr glücklich wenn sich diese Person bei mir melden würde.

Einfach so:
"Lieber ohne Arbeit unglücklich sein als mit."

Dienstag, 27. April 2010

Wiedersehen mit Freunden

Nach kurzen fuenf Tagen in Malaysia befand ich mich bereits wieder im Flugzeug von Singapore nach Indonesien. Diesmal besuchte ich Erna nicht in Jakarta, sondern in Jombang (2 Busstunden von Surabaya). Dort fand Sie eine neue Anstellung im Buero einer Schuhfabrik. Ihre offiziellen Arbeitszeiten sind von 07 Uhr bis 15 Uhr. Jedoch bevor 17 Uhr laesst der Boss die Bueroangestellten nicht nach Hause. Konnten die Arbeiter den Job bis 17 Uhr nicht beenden, wird noch laenger gearbeitet. Die Ueberstunden werden weder bezahlt noch als Ferientage angerechnet. Und dies alles bei einem Lohn von ca. CHF 300 pro Monat. CHF 300 ist in Indonesien jedoch kein schlechter Lohn. Der Lohn eines Serviceangestellten, 6 Tage die Woche, betraegt CHF 70 pro Monat inklusive Unterkunft und Verpflegung.

Da Erna wahrend den Wochentagen arbeiten musste, traf ich mich mit einem Couchsurfer, namens Dodik, von Jombang. Da er zur Zeit ohne Arbeit ist, hatte er viel Zeit mir seinen Heimatsort zu zeigen.

Nicht weit ausserhalb dieser Ortschaft besuchte Dodik und ich Trowulan.Trowulan ist ein Dorf in Mojokerto, in der Indonesischen Provinz von Ost Indonesien. Dieser Ort ist umgeben von einer archaeologische Flaeche die etwa 100 km2 umfasst. Vor hunderten von Jahren soll dort eine grosse Satdt gestanden haben. Heute sind in diesem weitlaeufigen Gebiet nur noch vereinzelte Tempel zu betrachten.

An einem anderen Tag, besuchte ich Dodiks nette Familie. Ihr Haus steht an einem Weg welcher im endlos scheinenden Reisfeld endet. Ungewohnter Anblick:
Zwei Haeuserreihen und ein Weg umgeben von Reis und Zuckerrohr Feldern.
Ich hoffe, dank dem Bild zur Rechten, dem Leser eine Idee von der Lage dieses Wohnortes zu ermitteln.

Am 17.04.2010 bestieg ich wie geplant das Flugzeug von Solo nach Kuala Lumpur.
Nur wenige Stunden nach mir, landeten Gabriel&Kyoko in Malaysia.
Die Zeit, bis zu meinem Rueckflug am 28.04.2010 nach Europa, genossen wir in der Malaysischen Hauptstadt und auf der Insel Tioman.
Stichworte zu Tioman:
Campieren, Schnorcheln (auch bekannt fuer Tauchen), Wandern, duty free Bier :-), schoene Strande, nette Leute, schoene Landschaft und interessante Tiere. Noch kuerzer gesagt:
Ein Geheimtip fuer Ferien!

Wenn alles gut geht, soll ich in dieser Woche wieder in der Schweiz sein.
Nach drei Jahren fern der Heimat, fuehlt es sich an wie eine Reise zurueck in die Zukunft.

Freitag, 2. April 2010

Gastfreundschaft in Sumatra und die Planung der Rueckreise

Nachdem ich im Bus Jakarta verliess, erreichte ich wieder Bandar Lampung in Sumatra.
Fuer die zwei folgenden Tage beherbergte mich ein Eigentuemer einer Bananenchips Firma und eines Restaurants mit Karaoke Launches. Eines dieser Karaoke Studios liess er fuer mich, als temporaere Unterkunft, herrichten. Verpflegen konnte ich mich kostenlos in seinem Restaurant nebenan. Jeweils morgens um 09:00 Uhr wurde ich aus dem Schlaf gerissen. Einer der Angestellten klopfte an die Tuer und brachte mir Fruehstueck. Schnitzel, Pommes Frites, Gemuese und einen indoensischen Orangensaft (gleicht einem Orangensirup mit zusaetzlich Zucker). Auf meine Weiterreise, mit dem Nachtzug in das etwa 375 km entfernte Palembang, wurde mir noch Pizza sowie eine Schuhschachtel grosse Packung Bananenchips mitgegeben.
Um waehrend der 10 stuendigen Fahrt etwas Schlaf zu finden, machte ich es den lokalen Leuten gleich und breitete meine Campingmatte auf dem Boden aus. Doch anstelle einer Matte, verwenden die Indonesier einige Seiten aus einer alten Zeitung.

Im Palembang wohnte ich fuer eine Woche mit einer befreundeten Familie (kenne sie vom letzten Besuch im Februar 2010). Die Mutter behandelte mich wie einer ihrer eigenen Soehne.
Viel Zeit verbrachte ich im familieneigenen Internetcafe um Informationen fuer die Rueckreise zu finden.
Gleichzeitig setzte ich mich immer wieder mit folgenden Gedanken auseinander: "Will ich fuer die Rueckkehr die Strapazen des langen und unbequemen Landweges auf mich nehmen? Trotzdem ich nicht mehr zum Reisen motiviert bin. Dafuer waere das Ankommen in der Schweiz ein langsamer Prozess und koennte somit angenehmer sein.
Oder bevorzuge ich die kuerzere und auch guenstigere Reise per Flugzeug? Ist vielleicht wie der Sprung ins kalte Wasser, aber ich wuerde Europa in meiner lieblings Jahreszeit, dem Fruehling, erreichen. Zusaetzlich kann die Fussball WM 2010 mit dem Vater und Freunden verfolgt werden :-)"
Zu guter Letzt fiel der Entscheid auf einen Rueckflug.
"Von wo nach wo und wann ist es guenstig?", stellte sich nun die Frage.
Die Wahl lag zwischen einem Flug Mitte Mai von Bangkok nach Zuerich, oder Ende April Kuala Lumpur - London. Auf ein Zeichen hin, in Form eines Werbeplakates in Pekanbaru, kaufte ich wenige Tage spaeter den Flug KL - London. Am unteren Ende des Werbeplakates von 'London Rolls' las sich der Satz: "Your only choice."

Nun zureuck nach Palembang.
Eines Freundes Freund fuhr mit seinem Auto von Palembang nach Jambi.
Da sich dieser Ort auf meinem Weg befindet, nahm ich die Gelegenheit wahr und leistete ihm Gesellschaft. Eine acht stuendige Fahrt durch die Dunkelheit der Nacht, heftigen Regen und Wind, auf einer mit vielen Schlagloechern besetzten Strasse.
Zwei Tage danach brachte mich ein Travel Car (eine Art von Sammeltaxi) fuer etwa 20 CHF nach Pekanbaru.
Diese 10 stuendige Fahrt war ebenso mit unzaehligen Loechern uebersaet. Die zusaetzlich zahlreichen Huegel und Kurven taten auch nichts zum Komfort und Sicherheit der Reise bei.Heil angekommen in Pekanbaru, quartierte mich meine Gastgeberfamilie in einem Hotelzimmer ein. "Kein Problem, das Hotel gehoert einem Verwandten, wir erhalten Verguenstigung", hiess es. Darueber hinaus bezhalte man mir noch ein Ticket (10 CHF) fuer ein Travel Minibus nach Dumai.

Hier in Dumai lebe ich fuer wenige Tage mit einer Lehrerfamilie zusammen. Der Vater wandelte zwei Raeume des Hauses in Klassenzimmer um. Dort unterrichtet er seit 1990 Englisch.
Es versteht sich von selbst, dass ich immer wieder in die Klassen "eingeladen" werde, um dutzende Fragen zu beantworten (Deja-vu :-) ). Manchmal erzaehle ich ueber Europa und die Schweiz. Einige Schueler sind sehr Fussball begeistert. So ist es einfacher, ihnen die Staedte mit den Namen von Fussball Clubs zu beschreiben.Falls jemand jemals nach Dumai kommst und eine einfache gratis Unterkunft mit Verpflegung suchst, ist man bei dieser Familie mit offenen Armen willkommen. Ihre website: www.grandenglishcourse.co.cc

Mein Indonesisches Visa laeuft am kommenden Montag aus (05.04.2010).
Ich werde das Land hier in Dumai mit der Faehre (2 Stunden, 27 CHF) verlassen und in Melaka, Malaysia, ankommen.
Danach je einen oder zwei Tage in Melaka und Johor Bahru verweilen.
Am 08.04.2010 fliege ich zurueck nach Indonesien, Singapur - Yogjakarta. Moechte vor der Rueckkehr nach Europa, nochmals meine Freunde und natuerlich Freundin treffen.
Am 17.04.2010 geht mein Flug zurueck nach Kuala Lumpur, wo ich, fuer wenige Tage, auf Gabriel und Kyoko treffen werde. Ihr Abenteuer soll sich dann in den Philippinen fortsetzen.