Freitag, 2. April 2010

Gastfreundschaft in Sumatra und die Planung der Rueckreise

Nachdem ich im Bus Jakarta verliess, erreichte ich wieder Bandar Lampung in Sumatra.
Fuer die zwei folgenden Tage beherbergte mich ein Eigentuemer einer Bananenchips Firma und eines Restaurants mit Karaoke Launches. Eines dieser Karaoke Studios liess er fuer mich, als temporaere Unterkunft, herrichten. Verpflegen konnte ich mich kostenlos in seinem Restaurant nebenan. Jeweils morgens um 09:00 Uhr wurde ich aus dem Schlaf gerissen. Einer der Angestellten klopfte an die Tuer und brachte mir Fruehstueck. Schnitzel, Pommes Frites, Gemuese und einen indoensischen Orangensaft (gleicht einem Orangensirup mit zusaetzlich Zucker). Auf meine Weiterreise, mit dem Nachtzug in das etwa 375 km entfernte Palembang, wurde mir noch Pizza sowie eine Schuhschachtel grosse Packung Bananenchips mitgegeben.
Um waehrend der 10 stuendigen Fahrt etwas Schlaf zu finden, machte ich es den lokalen Leuten gleich und breitete meine Campingmatte auf dem Boden aus. Doch anstelle einer Matte, verwenden die Indonesier einige Seiten aus einer alten Zeitung.

Im Palembang wohnte ich fuer eine Woche mit einer befreundeten Familie (kenne sie vom letzten Besuch im Februar 2010). Die Mutter behandelte mich wie einer ihrer eigenen Soehne.
Viel Zeit verbrachte ich im familieneigenen Internetcafe um Informationen fuer die Rueckreise zu finden.
Gleichzeitig setzte ich mich immer wieder mit folgenden Gedanken auseinander: "Will ich fuer die Rueckkehr die Strapazen des langen und unbequemen Landweges auf mich nehmen? Trotzdem ich nicht mehr zum Reisen motiviert bin. Dafuer waere das Ankommen in der Schweiz ein langsamer Prozess und koennte somit angenehmer sein.
Oder bevorzuge ich die kuerzere und auch guenstigere Reise per Flugzeug? Ist vielleicht wie der Sprung ins kalte Wasser, aber ich wuerde Europa in meiner lieblings Jahreszeit, dem Fruehling, erreichen. Zusaetzlich kann die Fussball WM 2010 mit dem Vater und Freunden verfolgt werden :-)"
Zu guter Letzt fiel der Entscheid auf einen Rueckflug.
"Von wo nach wo und wann ist es guenstig?", stellte sich nun die Frage.
Die Wahl lag zwischen einem Flug Mitte Mai von Bangkok nach Zuerich, oder Ende April Kuala Lumpur - London. Auf ein Zeichen hin, in Form eines Werbeplakates in Pekanbaru, kaufte ich wenige Tage spaeter den Flug KL - London. Am unteren Ende des Werbeplakates von 'London Rolls' las sich der Satz: "Your only choice."

Nun zureuck nach Palembang.
Eines Freundes Freund fuhr mit seinem Auto von Palembang nach Jambi.
Da sich dieser Ort auf meinem Weg befindet, nahm ich die Gelegenheit wahr und leistete ihm Gesellschaft. Eine acht stuendige Fahrt durch die Dunkelheit der Nacht, heftigen Regen und Wind, auf einer mit vielen Schlagloechern besetzten Strasse.
Zwei Tage danach brachte mich ein Travel Car (eine Art von Sammeltaxi) fuer etwa 20 CHF nach Pekanbaru.
Diese 10 stuendige Fahrt war ebenso mit unzaehligen Loechern uebersaet. Die zusaetzlich zahlreichen Huegel und Kurven taten auch nichts zum Komfort und Sicherheit der Reise bei.Heil angekommen in Pekanbaru, quartierte mich meine Gastgeberfamilie in einem Hotelzimmer ein. "Kein Problem, das Hotel gehoert einem Verwandten, wir erhalten Verguenstigung", hiess es. Darueber hinaus bezhalte man mir noch ein Ticket (10 CHF) fuer ein Travel Minibus nach Dumai.

Hier in Dumai lebe ich fuer wenige Tage mit einer Lehrerfamilie zusammen. Der Vater wandelte zwei Raeume des Hauses in Klassenzimmer um. Dort unterrichtet er seit 1990 Englisch.
Es versteht sich von selbst, dass ich immer wieder in die Klassen "eingeladen" werde, um dutzende Fragen zu beantworten (Deja-vu :-) ). Manchmal erzaehle ich ueber Europa und die Schweiz. Einige Schueler sind sehr Fussball begeistert. So ist es einfacher, ihnen die Staedte mit den Namen von Fussball Clubs zu beschreiben.Falls jemand jemals nach Dumai kommst und eine einfache gratis Unterkunft mit Verpflegung suchst, ist man bei dieser Familie mit offenen Armen willkommen. Ihre website: www.grandenglishcourse.co.cc

Mein Indonesisches Visa laeuft am kommenden Montag aus (05.04.2010).
Ich werde das Land hier in Dumai mit der Faehre (2 Stunden, 27 CHF) verlassen und in Melaka, Malaysia, ankommen.
Danach je einen oder zwei Tage in Melaka und Johor Bahru verweilen.
Am 08.04.2010 fliege ich zurueck nach Indonesien, Singapur - Yogjakarta. Moechte vor der Rueckkehr nach Europa, nochmals meine Freunde und natuerlich Freundin treffen.
Am 17.04.2010 geht mein Flug zurueck nach Kuala Lumpur, wo ich, fuer wenige Tage, auf Gabriel und Kyoko treffen werde. Ihr Abenteuer soll sich dann in den Philippinen fortsetzen.

Freitag, 19. März 2010

Rueckreise Gedanken

Waehrend drei Stunden fuhr ich im Zug von Jakarta, Gambir Station, nach Bandung.
Auf dieser Reise durchquert man saftgruene Reisfelder, Reisterrassen, groessere und kleinere Doerfer. Naeher bei Bandung verbinden Eisenbahnbruecken kleinere Huegel. Somit ergibt sich ein sehr guter Ausblick auf die malerische Landschaft mit ihren Bergen und Taelern, worin sich vielfach ein Fluesschen durch die Reisfelder schlaengelt.Beim Bahnhof in Bandung wartete bereits mein neuer Gastgeber von couchsurfing. Nun hiess es, mit dem Rucksack am Ruecken auf sein Motorrad und ab durch die Stadt nach Hause.
Tags darauf begleitete er mich auf das Immigrations Buero. Dort wollte ich mein Visa um einen weiteren Monat verlaengern. Da man das Visa, bei der Ankunft am Flughafen, in wenigen Minuten im Pass hat, dachte ich, kann die Verlaengerung dieses Dokumentes kaum viel mehr Zeit in Anspruch nehmen. Falsch gedacht!
Formulare ausfuellen, Mappe kaufen, kopieren, diskutieren, wieder kopieren, warten, bezahlen, kopieren, warten, fuer ein Foto still halten, Fingerabdruecke und Unterschrift hergeben, warten, kopieren.
Das alles an zwei verschiedenen Tagen. Verbrachten ungefaehr 5 Stunden in diesem Immigrations Gebaeude. Zuerst wollten sie Angaben einer Person welche mich sponsert.
Das bedeuted: Jemand der verantwortlich ist, falls ich das Land nicht rechtzeitig verlasse oder gegen ein anderes Gesetz verstosse. Nach einer Diskussion verzichteten die Beamten aber dann doch auf diese Anforderung.
Ein mir bekanntes schweizer Paar, welches den Verlaengerungsantrag (ebenfalls ohne Sponsor) in Yogjakarta stellte, musste Flugticket hinaus aus Indonesien vorweisen. Zum Glueck wurde ich nicht danach gefragt. Wie so oft reiste ich mit einem "one way" Ticket ein.
Neben diesem Beamtengebaeude besuchten wir das Barli Museum. Barli war ein indonesischer Maler welcher vor wenigen Jahren verstarb. Sein Sohn fuehrte meinen Gastgeber und mich durch das Museum wo Barlis Enkel gerade mit dem Malen von modernen Bildern beschaeftigt war. Diese Tour fuehlte sich an, als ob uns jemand durch seine Gallerie fuehrt, nicht wie ein unpersoenlicher Besuch eines Museums.

Nach wenigen Tagen in Bandung, bestieg ich wieder den Zug zurueck zur Hauptstadt des Landes. Dort erwartete mich eine lange Nacht. Die Schwester meiner Freundin feierte ihren Geburtstag in einer Bar und anschliessend im Haus ihrer Freunde. Die folgenden vier Tage fuehlte ich mich, einmal mehr, unwohl. Bauchschmerzen, geschwaechter Koerper sowohl leichtes Fieber. Als es mir langsam wieder besser ging, wechselte ich die Unterkunft. Von meiner Freundin zu eines Freundes Freund Apartements. Der Grund: Die Nachbarn meiner Liebsten (Erna) wurden skeptisch ueber meinen langen Besuch (wie schon im vorausgegangenen Blogeintrag erwaehnt, war mir eigentlich nicht erlaubt mit meiner Freundin zu wohnen).

Es stand ein Feiertag bevor. Das dadurch entstandene lange Wochenende nutzte Erna und ich fuer einen Ausflug nach Pangandaran. Die etwa acht stuendige Busfahrt entfernte Ortschaft an der Suedkueste Javas, liegt nicht weit entfernt vom Green Canyon. Dieser Canyon ist eine mit Pflanzen, Bueschen und Baeumen bewachsene Schlucht, durch welche sich ein Fluss windet. Boote bringen Gaeste bis zu einem Felsbogen. Von hier kann man mit einem Fuehrer den Fluss hinauf schwimmen, bezahlt aber einen Aufpreis von 200% des schon bezahlten Betrages fuer die Bootstour. Am Ende soll man auf eine Hoehle stossen. Wir liessen das erstmals sein. Vielleicht beim naechsten Besuch?

Nachdem wir unsere letzten zwei gemeinsame Tage fuer laengere Zeit genossen, traten wir die Rueckreise nach Jakarta an. Erna musste zurueck ins Berufsleben und ich weiter Richtung Malaysia.

Ich erkrankte oefters in den vergangenen Monaten und meine Motivation neue Leute sowie Orte zu treffen, ist an einem Tiefpunkt angelangt. Seit dem Verlassen meiner Heimat im Juni 2007, sah und erlebte ich sehr vieles. Mittlerweile lasse ich mich schwer fuer etwas begeistern.
Ich denke desshalb an die Rueckreise nach Europa. Kann mir einen Flug dorthin aber schwer vorstellen. Nach ueber einem Jahr in Asien haette ich ja einen Kulturschock ;-)
Ausserdem fuerchte ich, dass ich am Morgen, nach einem Rueckflug, aufwache und sich die ganze Reise wie ein Traum an fuehlt. Dann das Leben weiter geht wie vor 2.5 Jahren.
Ich verliess aber die Heimat, weil mich das damalige Leben langweilte.

Da mir Slowenien sehr gut gefallen hat, spiele ich mit dem Gedanken, dort eine laengere Zeit zu verbringen. Es ist auch nicht zu weit entfernt von meiner Familie und Freunden in der Schweiz.
Im Moment heisst es, auf dem Landweg Europa erreichen. Wann fliegen, dann nur innerhalb Asiens. Naechstes Ziel:
Per Faehre von Indonesien (Sumatra) nach Malaysia zu gelangen.

Dienstag, 2. März 2010

Wieder gesundheitliche Probleme

Nach 20 Tagen in Palembang, befinde ich mich wieder in Jakarta bei meiner Freundin.
Ich habe den Gedanken, von hier aus die etwa zwei Fahrstunden entfernte Ortschaft Bandung zu besuchen. Viele Touristen und Indonesier empfehlen mir diesen Ort. Das Klima soll kuehler sein als in Jakarta und Palembang.

Ja, das heisse Wetter in Palembang ist ein Beweggrund weshalb ich es dort nicht sehr lange aushielt. Der andere Anlass ist die Arbeit.
Nach wenigen Tagen entwickelten sich erste Freundschaften mit Studenten, Arbeiter und Lehrern vom Sprachzentrum. Die Gespraeche wurden somit um ein vielfaches interessanter.
Doch zur selben Zeit erklaerte mir der Besitzer des Zentrums: "Dein Ziel soll sein, die scheuen Studenten anzusprechen. Diese zum Englisch reden herausfordern, nicht die Redseligen"
Was ich dann tat. Ziemlich erfolglos.
Oft ist deren ihr Englischkenntnis noch nicht sehr ausgepraegt. Vermutlich darum haben sie Hemmungen zu kommunizieren.
Auf meine Fragen hin, musste ich mich haeufig mit einem kurzen "yes" oder "no" als Antwort zufrieden geben. Mehr als eine oder zwei Gegenfragen bekam ich selten zu hoeren.

Ausnahmsweise luden mich Lehrer in die Klassen ein.
Dort musste ich die standart Fragen ueber mein Alter, Name, Herkunft, Hobby, und Taetigkeiten in Palembang nur einmal per etwa 10 Schuelern beantworten.
Ich genoss mehr Zeit um ueber die Schweiz und meine Reise zu berichten. Was mir viel mehr Spass bereitete. Ich erhielt das Gefuehl, alle sind sehr interessiert und ich vermag ihnen einen etwas anderen Eindruck vom Leben zu vermitteln.

Es ergab sich, dass ich eines freien Samstags mit einer Klasse und ihrer zwei Lehrern, einen Tagesausflug auf die Insel Kamaro unternahmen. Die Insel empfand ich weniger interessant als die Reise dorthin; eine 40 min Bootsfahrt durch Palembang.
Die Flussfahrt auf dem Musi Fluss ermoeglicht einen groben Blick auf das Leben am Flussufer. Ebenalls erhaelt man eine gute Sicht auf das Wahrzeichen der Satdt. Die Ampera Brucke. In aelteren Zeiten konnte man einen Teil davon erheben.
Um sehr grosse Schiffe passieren zu lassen. Heute wird das nicht mehr praktiziert.
Die neue Woche startete weniger erfreulich. Am Montag hinderte mich eine Fussverletzung am verlassen des Hauses. Zog mir diese am Vorabend beim Futsal spielen zu. Am Dienstag fuehlte es sich besser an, jedoch machte sich Fieber bemerkbar. Bis am Donnerstag war dann auch das Fieber abgeschwaecht. Rechtzeitig fuer die 20 stuendige Reise nach Jakarta.

Die ungefaehr 600 km legte ich im Zug, Bus und einer Faehre zurueck. Da der kommende Freitag ein oeffentlicher Feiertag war, befanden sich Zug und Bus voll besetzt. Ich hatte Glueck und konnte ein 2. Klass Zug Billett noch zum normalen Preis von zirka 7.00 CHF am Schalter kaufen. Andere Passagiere mussten spaeter ihre Tickets von geschaeftstuechtigen Strassenhaendlern, zu einem hoeheren Preis, erwerben.

Nach ungefaehr 370 km und einer 10 stuendigen Zugfahr durch die Nacht, erreichte ich voellig ermuedend Bandar Lampung.
Die gute Nachricht, ich erhielt den letzten Fahrschein fuer den Bus und die Faehre nach Jakarta.
Die naechsten Buse verliessen den Ort annaehernd 10 Stunden spaeter.
Die Schlechte Neuigkeit, auf den Haenden und Unterseite meiner Unterarmen erschienen unzaehlige rote Punkte. Je nachdem wo ich mich befand (im Schatten, Sonnenschein, warmer oder kuehler Raum) zeichnete es sich sie staerker oder schwaecher ab. Nicht dass es schmerzte, aber es war doch eine beunruhigende Entdeckung. Zwei Tage danach sah ich dasselbe merkwuerdige Muster am Bauch, Fuss und den Beinen. Da ich den Schulaerzten in Indonesien nicht vertraue und nicht schon wieder Antibiotika einnehmen will (waere das dritte Mal seit acht Monaten), unternahm ich nichts dagegen. Seit gestern Montag sieht alles wieder normal aus.
Ich machte diese Punkte schon einmal in der Schweiz und Vietnam aus. Jeweils nach dem trinken von einigen Caipirinhas.
Spaeter in Thailand (oder war es Malaysia?) hatte ich das selbe Problem. Doch wie auch beim aktuellen Fall, ohne trinken von Alkohol.
Hoffentlich bin ich lediglich gegen irgend etwas allergisch und trage keinen Virus in mir herum.

Montag, 8. Februar 2010

Komplikationen mit den Wertsachen und mein neuer Job

Waehrend dem Interview in Palembang erklaerte man mir, dass ich nicht als Lehrer arbeiten kann. Sie offerierten mir eine etwas unkonventionelle Arbeit. Soviel wie ich bis zu diesem Zeitpunkt mitbekommen habe, unterscheidet sich dieses private Sprachzentrum von den herkoemmlichen Sprachschulen. Anstatt viel Grammatik zu bueffeln fokusieren sie hier auf praktisches Englisch.
Die Studenten verbringen ihre Lektionen hauptsaechlich mit Sprechen und Zuhoeren.
Ausserhalb der fixen Stunden in den Klassenzimmern, koennen sie sich, von Montag bis Samstag bis 21:00 Uhr, beim Sprachzentrum treffen. Hier ergibt sich die Moeglichkeit sich mit anderen Schuelern in Englisch zu unterhalten. Sei dies an der Bar, beim Billiard und Karten spielen oder einfach nur ueber Gott und die Welt zu diskutieren. Man kann es sich hier wie in einem Jugendtreff vorstellen.
Alle Lehrer sind Einheimische, sprechen aber immer in Englisch.
Es leben oder besuchen nur wenige Auslaender diese 1.4 mio Stadt.
Das hat zur Folge, dass sich die Leute hier nicht gewohnt sind mit Auslaendern zu reden. Die Hemmschwelle dies zu tun ist dementsprechend hoch.
Nun ist aber Sven der Auslaender von Montag bis Freitag (14:00 - 21:00 Uhr) beim Sprachzentrum. Er spricht sogar und man kann mit ihm Billiard spielen.
Ich darf das Essen und die Getraenke an der Bar kostenlos konsumieren und man zahlt mir um die CHF 330/Monat.
Weil der Manager dieser Schule ein wenig mit Immobilien handelt, kaufte er sich kuerzlich ein neues, modernes Haeuschen. Da er noch nicht entschieden hat was er damit machen will, darf ich es, waehrend meines Aufenthaltes in Palembang, mein Heim nennen.
Zwei Schlafzimmer, Stube und Kueche mit Essraum fuer mich allein.
Als erstes musste ich aber das Land verlassen, um ein neues Visa fuer Indonesien zu beantragen. Ich dachte an ein zwei Monat Visa, welches man bis zu vier weiteren Monaten verlaengern kann. Doch es kam ein wenig anders als gedacht.

Mit einer Stunde Verspaetung erreichte ich am 29.01.2010 den Flughafen in Kuala Lumpur.
Durfte hier wieder, wie beim letzten Besuch der Malaysischen Hauptstadt, bei den selben Couchsurfern meine Schlafmatte ausbreiten.
Dieser Platz gleicht einer kostenloser Jugendherberge. Eine Couchsurferin aus dem oestlichen Europa mietet dieses Haus mit zwei Stockwerken, am Rande des Stadtzentrums.
Drei Zimmer hat sie an andere Couchsurfer untervermietet. Fuer alle anderen Mitglieder dieser Homepage (couchsurfing.com) steht dieses Gebaeude gratis zur Verfuegung.
Bei meiner Ankunft befanden sich etwa ein Dutzend Personen im Haus.
Spaet in der Nacht, oder erst Morgen in der Frueh, verwandelt sich der Wohnraum in ein Massenlager. Schlafende Leute ueberall. Aber auch Rucksaecke, Schuhe, Buecher, Kleider etc. befinden sich ueberall im Raume verstraeut.
In diesem Ort platzierte ich meinen Geldbeutel fuer wenige Stunden auf meinem Rucksack. Ploetzlich machte sich der Hunger bemerkbar. Ich ging zu meinem Gepaeck, um das Geld fuer's Nachtessen zu holen. "O weh, wo ist mein Geldbeutel?" schoss mir durch den Kopf. Darin ist mein Pass, die ID Karte, Bank- sowie Kredit Karte, Fahrausweis und etwa 150 CHF Bargeld!
Sofort durchsuchte ich meinen Rucksack und auch die umliegenden Taschen. Nichts von meinen Wertsachen!
Etwa zwei Stunden zuvor verliessen drei Amerikaner das Haus in Richtung Melaka und Singapur.
Vielleicht packten diese unbewusst meine Wertsachen in ihr Reisegepaeck? Gut moeglich bei der herrschenden Unordnung im Hause.
Dank einem anderen Couchsurfer gelangte ich zu den E-Mail Adressen der drei Amerikanern.
Auf mein Mail bezogen, versprachen sie mir bald moeglichst ihr Gepaeck zu durchsuchen.
Als mich nach drei Tagen keinen positiven Bescheid erreichte, musste ich von einem Diebstahl ausgehen.
Ich besuchte das Schweizer Konsulat in Kuala Lumpur um einen neuen Reisepass zu bestellen. Musste einen Polizei Rapport abgeben und etwa 130 CHF fuer einen neuen Pass bezahlen.
Danach liess ich Bank- und Kredit Karte sperren und neu bestellen.
Bis zu einer oder sogar zwei Wochen sollte ich auf meinen neuen Reisepass warten. Vermutlich gleich lange wie auf die neuen Bankkarten.
So befand ich mich einen Tag spaeter auf dem Weg zu einem Reisebuero, um den Rueckflug am 05.02.2010 nach Indonesien zu verschieben.
Waehrend dem Spazieren zur naechst gelegener Metro Station gingen mir folgende Gedanken durch den Kopf:
"Wenn ich das neue Datum des Fluges der Annahme anpasse, dass mich der Pass in zwei Wochen errreicht, das Packet aber bereits nach einer Woche in Malaysia ist, hange ich hier nur unnoetige Tage herum."
Angekommen an der Station, entschied ich mich das Flugticket doch nicht zu verschieben. Wuerde ich den Flug zwei Mal aendern, kommen mich die Gebuehren teurer als ein neues Billett zu kaufen.
Mit diesem Entschluss liess ich den Zug sausen und kehrte um.
Zurueck im Haus oeffnete ich mein E-Mail Konto. Und was sah ich da? Post von einem der zuvor erwaehnten Amerikanern!
Er sei retour in Kuala Lumpur um mir meinen Geldbeutel zu bringen!
Einen Tag zuvor habe er ihn in seinem Rucksack entdeckt.
Leider konnte er mich nicht frueher informieren. Kein Kredit auf seinem Handy und es sei ihm nicht moeglich gewesen, ein Internet Cafe in Singapur zu finden.
Wie auch immer. Ich bin lediglich froh das Bargeld, den Reisepass und meine plastik Karten wieder zu besitzen.
Ausserdem konnte ich den Rueckflug nach Indonesien planmaessig antreten.
Weil eine neue Bank- und Kredit Karte zuvor bestellt wurde, sind jetzt die alten leider ungueltig.
Netterweise wurde mir um die 400 CHF von einem schweizer Paar ausgeliehen. Sie genossen die selbe Unterkunft in Kuala Lumpur wie ich.
Hatte auch Glueck mit meinem Pass. Obwohl der neue bereits in der Produktion ist, wurde mein alter noch nicht annuliert.
Weniger erfreute mich der Entscheid des Indonesischen Konsulates in Kuala Lumpur. Sie verweigerten mir ein zwei Monat Visa zu geben mit der Begruendung, ich sei erst vor wenigen Tagen dort gewesen.
Doch seit dem 26.01.2010 hat die Regelung fuer das Visa bei Ankunft geaendert. Gegenwaertig kann man das ein Monat Visa um einen weiteren Monat verlaengern, ohne das Land zu verlassen.

Mittlerweile, wieder zurueck in Sumatra, bin ich in das frueher erwahnte Haeuschen eingezogen.
Am vergangenen Samstag verbrachte ich die ersten Stunden im Sprachzentrum. "Was ist dein Name? Woher kommst du? Was machst du hier? Wie alt bist du? Wo wohnst du? Wie lange bleibst du hier?" wurde ich den ganzen langen Nachmittag von unzaehligen Schuelern gefragt. Extrem ermuedend.
Doch gestern Montag war es schon viel angenehmer zu "arbeiten".
Mal schauen wie es heute sein wird?

Montag, 25. Januar 2010

Ausfluege, Jobsuche, Freunde, Freundin

Das Neujahr sowie die Geburtstage meines Freundes von Solo (Ariy) und seiner Schwester (Dhanik) wurden so gut wie nicht gefeiert. Sind ja auch nur Tage wie alle anderen.

Mit einem grossen Teil dieser Familie (Total 1o Geschwister)
machten wir einen Tagesausflug an den Strand, nahe Yogyakarta.
Der Strand: viele Leute schwimmen in ihren Kleidern (Bsp. Jeans und T-Shirt), ueberall ist Abfall zu sehen, aus Lautsprechern droehnt ohrenbetaeubende Musik, diverse Haendeler verkaufen Drachen, Getraenke oder Snacks und Kutschen fahren Touristen (meistens lokale Wochenendgaeste) den Strand rauf und runter.

An einem anderen Tag wurde ich von Ariy zu einem River Rafting Trip eingeladen. Zur Feier seiner Kuendigung organisierte er diesen Ausflug mit Freunden.
Er kuendete seine Anstellung bei einem lokalen Tagblatt, weil er mit der Geschaeftsfuehrung nicht mehr gleicher Meinung ist.
Er studierte Journalismus und arbeitete am Ende als Editor bei der Zeitung.
Das Verlassen dieser Firma ist ein sehr mutiger Entscheid.
Mit einem Monatslohn von umgerechnet etwa 330 CHF verdiente er sehr gut. Nicht sicher ob er wieder eine Anstellung mit diesem Gehalt finden wird.

Vor kurzem bewarb er sich um einen Auftrag bei einem Verlag von Reisefuehrern. Aus mehreren Bewerbern entschied sich diese Firma fuer fuenf Personen, welchen sie hoechstens 500 USD zur Verfuegung stellen, um eine Reise mit diesem Budget zu unternehmen. 500 USD oder weniger fuer Transport, Unterkunft, Essen, einfach alles.
So wird er demnaechst, fuer etwa 10 Tage, nach China reisen und seinen Trip dokumentieren. Hernach publiziert der Verleger seine Arbeit in einem Reisefuehrer. Hoffentlich ist dies sein erster Schritt zu seinem Traum.
Der Traum vom Reisen und Schreiben.

Einer seiner Berufskollege durfte ich an einem Fussballspiel, der zweit hoechsten Spielklasse, begleiten. War interessant, einmal ein Fussballmatch aus der Sicht eines Reporters zu erleben. Ich folgte ihr zum Interview mit dem Klub Manager und zur anschliessender Pressekonferenz.

Nach zehn Tagen in Solo fuhr ich per Zug ins 50km entfernte Yogyakarta. Hier besuchte ich fuer einige Tage Andri. Auch ihn kenne ich vom letzten Besuch in Indonesien.
Zusammen trafen wir unsere gemeinsame Kollegin Erna und zwei ihrer Freunde, fuer einen Ausflug in die Natur.
Noch als Studentin traten sie einem Outdoor Club ihrer Universitaet bei. Dadurch war es ihnen moeglich Material, fuer das Abseilen in einen Krater zum Eingang einer Hoehle, zu besorgen.
Dieser Ort uebertraf meine Erwartungen. Nach etwa 300 Meter spazieren in die Dunkelheit Tauchte ein beleuchteter Felsbroken auf. Kurz darauf sahen wir woher das Licht kam.
Von hoch oben, zwischen belaubten Aesten, gelangten Sonnenstrahlen durch eine Oeffnung in die Hoehle hinein.
Ohne unsere Kletterausruestung gelangten wir zu einem Fluss, etwa 20 Meter unterhalb des im Sonnenlicht stehenden Felsens. Idealer Platz fuer ein Picknick und Schwimmen. Am folgenden Tag musste Erna wieder zurueck zu ihrer Arbeit in Jakarta, die Hauptstadt Indonesiens.
Sie kam nach nur fuer wenige Tage nach Yogyakarta, um den Geburtstag ihres kuerzlich verstorbenen Vaters zu zelebrieren.
Ich veweilte noch einige Tage in dieser Stadt. Erhoffte mir eine Anstellung in einer Fremdsprachschuel in Solo oder Yogyakarta zu finden. Moechte gerne mehrere Monate hier arbeiten und mehr von Indonesien kennen lernen.
Ohne einen positiven Bescheid, reiste ich dann per Zug ins etwa 500 Kilometer westlich gelegen Jakarta, um Erna und ihr aeltere Schwester zu besuchen.
Da in diesem Muslimischen Land Frau und Mann (wenn sie nicht aus derselben Familie stammen) erst nach der Heirat zusammen leben duerfen, bin ich hier ihr Cousin.
Jedoch seit wenigen Tage ist sie, inoffiziell, meine Freundin.
Ich lernte sie vor einem Jahr kennen. Sie war damals meine Gastgeberin in Jakarta.
Von einem Hospitalityclub Mitglied erfuhr ich, dass ich hier in Jakarta die Moeglichkeit habe, in einer Fremdsprachschule zu Unterrichten. In den vergangene Wochen vernahm aber ich immer wieder solche voreiligen Aussagen. Geniesse diese Neuigkeit momentan noch mit Vorsicht.
Bin mir auch noch nicht sicher, ob ich in dieser Grossstadt ueberhaupt laenger bleiben moechte.

Jemand von Couchsurfing verhalf mir zu einem Interview als Sprachlehrer in Palembang, Sumatra (westliche Insel von Java).
Weil ich sowieso dorthin wollte, fliege ich morgen erstmals dorthin und Besuche am Tag darauf diese Fremdsprachschule
Von dort geht's am 29.01.2010 per Flug zurueck nach Kuala Lumpur. Muss ausserhalb Indonesien ein neues Visa beantragen. Diesmal soll es ein Dokument sein, dass bis zu 6 Monate verlaengerbar ist, ohne das Land zu verlassen. Soll mir genug Zeit geben, mehr von Indonesien zu sehen. Dieses Land hat ca. 16'000 Inseln, von denen etwa 6'000 bewohnt sind (Angaben variiren je nach Quelle).

IM ZUG, YOGYAKARTA - JAKARTA

Mittwoch, 30. Dezember 2009

Ende der dritten Fahrradreise

Am Nachmittag, als ich Melaka verliess, erreichte ich Muar, wo ich zwei Tage bei einer Malaysischen Familie wohnen durfte.

Wie so viele Menschen in Malaysia, haben auch sie ihre Wurzeln in China.
Die Malaysische Bevoelkerung besteht aus etwa 25% Chinesen. 54% sind Malay, 7.5% Inder, 11.8% Ureinwohner und 1.7% Andere.

Die folgenden zwei Naechte durfte ich mein Nachtlager in einer Huenerfarm (bei Senggarang) und danach bei einem Chinesischen Tempel (in Kampung Ulu Choh) aufschlagen.
Die Aufpasser des Tempels wollten mich zuerst nicht uebernachten lassen. Sie haben nicht die Vollmacht mir die E
rlaubnis zu erteilen.
Da ich zu erschoepft war um weitere 35 km bis nach Johor Bahru zu fahren, liess ich mich nicht so schnell abweisen. Ich bat sie, die verantwortliche Person anzurufen.Wenige Minuten spaeter, zeigte man mir einen unbenutzten Saal wo ich fuer eine Nacht bleiben durfte. Kurz spaeter winkte mich eine Person zu sich. Es stellte sich heraus, es war das Oberhaupt der Gruppe die den Tempel vertreten.
Dieser freundliche Herr erzaehlte mir, er habe mich einige Stunden zuvor auf dem Fahrrad gesehen. Etwas spaeter rufte ihn ein Kollege an um zu fragen, ob ein Radfahrer beim Tempel uebernachten darf.

“Herzlich willkommen” sagte er und erklaerte mir, dass ein drei taegiges Festival im gange sei. Ich soll mir das Karaoke nicht entgehen lassen.
Auf dem Gelaende des Tempels befindet sich eine Buehne. Auf dieser zeigten nun professionelle Karaokesaenger, waehrend zwei Stunden, ihre Show.

Die Lautsprecher waren ohrenbetaeubend laut und die Kleider der Saengerinnen eng und kurz.
Dem Oberhaupt des Tempels schien es zu gefallen. Vor allem mit kuehlem Bier in der Hand. Ich wusste ja, dass
Chinesen Karaoke und Bier lieben. Haette trotzdem einen solchen Anlass nie in einer Tempelanlage erwartet.
Kaum eine Minuten nach dem letzten Lied, waren keine Zuschauer mehr auszumachen.
Niemand, wirklich niemand, wollte sich das anschliessende traditionelle Theater ansehen.

Tags darauf traf ich in Johor Bahru ein. Nach zwei Tagen bei einem Mitglied vom hospitalityclub, wechselte ich meine Unterkunft zu einer Kollegin (von couchsurfing).
Da sie mich bereits beim letzten Besuch dieser Stadt beherbergte, wusste ich, sie hat einen Platz fuer mein Fahrrad.
Denn durch Singapur (Nachbarstadt von Johor Bahru) wollte ich nicht per Fahrrad.

Mein Transportmittel, waehrend den letzten vier Monaten, liess ich mit einem weinenden und einem lachenden Auge zurueck.
Je laenger ich auf diesem Rad reiste desto besser fuhr es und hatte weniger Komplikationen.
Auch bereitete es mir noch immer Spass, auf dem Fahrrad durch Suedostasien zu fahren.
Andererseits muss ich mir nun nicht mehr taeglich ueberlegen, wo ich einen Schlafplatz finden kann. Die Regensaison in Malaysia zwang mich immer wieder zu Pausen. Campieren im Regen war auch nicht sehr amuesant. Musste doch das Zelt immer wieder trocknen, sonst entsteht Schimmel.

Im Bus ging es dann nach Singapur. Hier darf ich wieder auf der Yacht von Marie-Louise wohnen. Sie lernte ich im Maerz 2009 in Malaysia kennen (siehe Blogeintrag: Maerz 2009)
Damals sprachen wir
ueber die Fahrt mit ihrem Segelboot von Asien nach Afrika und Amerika. Nun ist es aber sehr ungewiss, ob und wann diese Reise statt finden wird.
Im April 2010 ist aber ein Segeltrip nach Borneo geplant.
Ob ich dann an Bord sein werde, kann ich noch nicht sagen.

Am letzten Tag des Jahres 2009 flog ich nach Indonesien. Werde mir nun hier Gedanken machen, was ich als naechstes tun moechte.

Wuensche allen noch ein positives 2010 und gute Gesundheit!

Ich verbrachte den Silvester bei Freunden in Solo (Java, Indonesien)




P.S.
Mittlerweile ist Gabriel und Kyoko in Australien angekommen.
Ihre Reise kann weiterhin online verfolgt werden: www.worldtripkyokogab.blogspot.com

Samstag, 19. Dezember 2009

Aufgeschobenes Verabschieden

Wieder zurueck in Lumut bepackten wir unsere Raeder und setzten die Reise Richtung Kuala Lumpur fort.
Am selben Abend lernten wir die grosszuegige Gastfreundschaft einiger Angestellten einer Golfanlage kennen. Durften im Klubhaus uebernachten und wurden zusaetzlich mit Getraenken sowie Snacks eingedeckt. Gabriel und Kyoko liessen sich die Gelegenheit nicht nehmen und spielten noch eine Runde Golf. Hernach radelten wir in zwei Tagen nach Klang. Keine Touristenattraktion dort, aber ein Mitglied des hospitalityclubs.org stellte uns eine Unterkunft fuer zwei Naechte zur Verfuegung. Naechster Stopp war Kuala Lumpur, wo wir drei Tage bei Couchsurfer verbrachten. Insgesammt waren wir elf Mitglieder von couchsurfing.com im selben Haus.

Weil Gabriel sowie Kyoko noch mehr als eine Woche, bis zu ihrem Abflug nach Perth, besassen, entschieden sie sich kurzerhand mit mir noch bis nach Melaka zu radeln.
Langsam aber sicher macht sich die angeeignete Fitness, waehrend den vergangenen vier Monaten auf dem Fahrrad, bemerkbar. In nur zwei Tagen fuhren wir 200 km. Von Kuala Lumpur ueber Port Dickson nach Melaka.
Morgen werden sich hier unsere Wege trennen. Sie reisen per Bus zurueck nach Kuala Lumpur. Ich weiter in den Sueden.
Nur wenige Minuten zuvor, tauschten meine Freunde ihre Raeder mit unserem Gastgeber in Melaka. Im Gegenzug erhielten sie einen Teekurs inklusive Tee Degustation. Darueber hinaus gab es noch eine traditionelle Teekanne plus zwei Teeglaeser.

Montag, 7. Dezember 2009

Cameron Highlands

Die entspannenden Tage auf Penang (Georgetown) waren genau was ich brauchte. Mit neuen Kraeften radelten wir, waehrend drei Tagen, nach Lumut. Die erste Nacht dieser Reise konnten wir unter einem Dach kampieren. Hinter einem Tankstellenshop, geschuetzt vor heftigem Regen.
Die folgende Uebernachtungsmoeglichkeit ergab sich in einem Haus. Dieses Gebaeude dient je zwei burmesischen Moenchen sowie Fluechtlingen als Wohnung. War interessant zu hoeren, was sie ueber ihr Land und dessen Regierung denken.

Angekommen in Lumut, ging's per Faehre auf die nahe gelegene Insel Pangkor. Hier genossen wir drei Tage kampieren direkt am Sandstrand.Leider traf uns auch dort oft der Regen.
Eigentlich sollte an der Westkueste von Malaysia die Regensaison vorbei sein. Aber wie auch in anderen Teilen der Erde, macht sich der Klimawandel hier ebenfalls bemerkbar.

Nun warten unsere Fahrraeder in Lumut auf unsere Rueckkehr von den Cameron Highlands. Das auf ueber 1'500 Meter ueber Meer liegende Hochland ist fuer uns eine angenehme Abwechslung zur Kueste. Wir geniessen die kuehlen Temperaturen (15-20 Grad Celsius). Wanderten gestern ein wenig durch den Dschungel.
Der Ausflug zu den Cameron Highlands per Rad waere machbar gewesen. Jedoch die Reise hinunter zu gefaehrlich. Wir alle haetten zuerst unsere Bremsvorrichtungen reparieren oder ersetzen muessen. Was sich aber, so kurz vor Kuala Lumpur (200km), nicht mehr lohnt.
Denn in Kuala Lumpur wird Gabriels und Kyokos erste Fahrradreise ein Ende nehmen. Sie fliegen am 22.12.2009 nach Australien. Fuer mich geht es etwas spaeter wieder nach Indonesien.
Werde dort Freunde vom letzten Besuch treffen.

Donnerstag, 26. November 2009

Schlechte Tage auf Reisen

Einen Tag nach dem letzten Blog Eintrag, gelang es mir wenigsten einen Kunden anzuwerben.
Doch das viel erfreulichere Tagesgeschehen war das Wiedersehen mit Gabriel/Kyoko.

Nach einigen regenreichen Tagen packten wir unsere Zelte zusammen und reisten zum nahe gelegenen Seven Wells Wasserfall. Doch noch waehrend dem verpacken stellten wir fest, dass
Gabriels Rucksack waehrend der vergangenen Nacht geoffnet wurde.
Zum Glueck entwendete niemand etwas. Nicht einmal Gabries Kamera, welche die handelnde Person aber in der Hand gehalten habe musste.
Jedoch wo war Kyokos Rucksack? Nach einigen Minuten rufte uns ein Lebensretter vom Strand zu sich. Dieser zeigte auf einen kleinen, dreckigen, unbenutzten und dunklen Raum auf der Seite der oeffentlichen Toiletten. Darin befand sich Kyokos Reisegepaeck und ihre, wild im Raum zerstraeuten, Habseligkeiten. Sagen wir, der groesste Teil ihrer Siebensachen.
Etwas weniger Gepack in ihrem Rucksack, dafuer hatte ich mehr Balast zu tragen.
Denn wie sich spaeter herausstellte, fing ich vermutlich an diesem Strand sowohl Fusspilz als auch irgendwelche Wuermer (Cutaneous Larva Migran) ein. Die kleinen Wuermer, je einen per Fuss, leben und bewegen sich nun unter meiner Haut. Doch dank Medikamenten sollte diesen unbeliebten Reisebegleiter bald ein Ende gesetzt werden.Unterhalb des erwaehnten Seven Wells Wasserfalls befindet sich eine sogennates Oriental Village. Man stelle sich das wie folgt vor:
Ein touristisches "Dorf" bestehend aus Essstaenden, einem Zollfreien Geschaeft, Restaurants, Hotel, Souvenir Laeden, einer Seilbahn. Gut gepflegte Wege und Bruecken, ueber die kuenstlich angelegte Fluesschen und kleine Seen, sollen zum spazieren einladen.
Nur wenige Meter ausserhalb vom touristen Dorf durften wir unsere Zelte aufstellen.
Wegen noch immer anhaltendem schlechten Wetter, verbrachten wir dort drei Naechte im erst gerade errichteten und noch ungenutzten oeffenlichem WC Gebaeude. Hier soll spaeter ein Kampingplatz eroeffnet werden. Wir hatten das Glueck noch ungestoert die Natur und das abkuehlende Wasser eines natuerlichen Flusses zu geniessen.
Zusaetzlich waren Laeden mit Essen sowie Zollfreiem Bier und Wein sehr nahe gelegen.

Nach diesem Aufenthalt hiess es ins noerdlich gelegene Lalang zu radeln.
Dort leben einige der Jungs vom Strand. Sie luden uns zum Nachtessen an ein Geburtstagsfest dreier ihrer Kinder ein und offerierten uns eine Uebernachtungsmoeglichkeit.
So richteten wir unser Nachtlager ein und gingen zum Geburtstagsfest.
Am spaeteren Abend (zirka 22:00 Uhr) dachten wir an die Rueckkehr zum Schlafplatz. Anstelle unseres wohl verdienten Schlafes erhielten wir jedoch die Bitte, unsere Sachen zu nehmen und in ein anderes Haus zu zuegeln. Wegen Problemen mit dem Vermieter, wurde uns mitgeteilt.
Nach einer kurzen Fahrt durch die Nacht (um etwa 23:30 Uhr) gelangten wir zur noch munteren Familie unseres neuen Gastgebers. Als es dann etwa 01:00 Uhr wurde, legten sich endlich alle schlafen. Doch das schnarchen unseres Zimmergenossen liess uns mehrmals aufwachen.
Mit wenig Schlaf, den nun mit Ausschlag, Pilz und Wurm befallenen Fuessen und mittlerweile leichtem Fieber, ging's ab auf den Sattel und weiter nach Kuah Town (um die 20km).
Von dort per Faehre auf's Festland nach Kuala Kedah.
Es passte nur zu gut, dass auf der Faehre unser Gepaeck direkt bei der Tuere platziert wurde, bei welcher die Passagiere aussteigen mussten.
Da es aus Eimern regnete und das Schiffpersonal sich nicht um unsere Habseligkeiten zu kuemmern schien, waren diese nass bis wir sie erreichten. Die vielzaehligen Leute mussten sich mit ihrem Reisegepaeck, durch den engen Ausgang, an unseren Rucksaecken irgendwie vorbei draengen. Auch dies schien fuer das Personal in Ordnung zu sein.

Nach zwei Tagen auf den Fahrraeder erholen wir uns nun fuer zwei Tage auf Penang. Wieder eine malaysische Insel. Aber nicht Zollfrei.
Ich fuer meinen Teil fuehle mich wieder besser. Noch ein wenig erkaeltet und die Geschichte mit den Fuessen ist noch nicht ganz ausgestanden.

Sonntag, 15. November 2009

Strandleben

Nach einigen Tagen ausruhen in Satun, lud ich mein Fahrrad auf eine Faehre und ab ging's nach Langkawi. Dies ist eine malaysische Insel, nahe der thailaendischen Grenze.
Hier in Malaysia, muss sich meine Wenigkeit zuerst wieder an die etwas hoeheren Preise gewoehnen. Doch Alkohol bleibt erst einmal guenstig. Denn anders als auf dem Festland, ist Langkawi Zollfrei.

Morgen wollen Gabriel/Kyoko und ich wieder aufeinander treffen. Um dann nicht schon die ganze Insel alleine erkundet zu haben, verweile ich seit fuenf Tagen am touristischen Cenang Beach. Hier, auf einem oeffentlichen Platz, zwischen Gasthaus und Baywatch Turm, erlaubt man mir zu kampieren.
Die meiste Zeit halte ich mich nun um die gastfreundlichen Strandaufseher herum. 'Strandaufseher' ist wohl das falsche Wort. Wenn diese Leute nicht mit einem Brettspiel, schlafen oder mir ihre Landessprache (Malaysisch Bhasa) lernen beschaeftigt sind, versuchen sie Jet Ski, Strand Paragliding, Wasserski oder Bootstouren an Feriengaeste zu vermieten.
Ich erhielt bereits das Angebot, fuer sie auf Provision Kundschaft zu finden. Jedoch wegen noch nicht begonnener Hochsaison und meinem maessigen Interesse an diesem Job, bin ich noch erfolglos.

Sonntag, 8. November 2009

Irrtum und Ueberflutung

Am Abend des buddhistischen Festes in Nakhon Si Thammarat, liessen die Einwohner hunderte kleine Heissluftballone in die Hoehe steigen. Auch mit Blumen, brennenden Raeucherstaebchen und Kerzen geschmueckte miniature Flosse wurden in die Fluesse gesetzt.
Alle die schwebenden Lichter am Himmelm gleichzeitig mit den schwimmenden Kerzen im Wasser, boten einen eindrucksvollen Anblick.

Die Monsunzeit hat nun von der Suedwest- zur Suedostkueste gewechselt.
Nachdem ich noch einen heftig verregneten Tag bei den amerikanischen Lehrern verbrachte,
radelte ich an Hua Sai vorbei und traf auf ein Gasthaus, irgendwo auf dem Lande.
Der Gasthaus Besitzer erlaubte, dass ich mein Nachtlager beim Waschhaeusche aufschlage. Als dann alles eingerichtet war, die Nacht laengst begann, verlangte der Gastgeber 100 Baht (kampieren in den National Parks kostet um die 30 Baht).
Da solche Uebernachtungsangebote normalerweise kostenlos sind, erschrak mich seine Forderung. Nachdem wir uns auf 40 Baht einigten, bezahlte ich, nahm das Kleingeld entgegen und zog mich zurueck. Kurz danach zaehlte ich mein Bargeld. Gab er mir tatsaechlch 400 Baht zu wenig Rueckgeld? Schon moeglich bei den aehnlich aussehnden 100'er und 500'er Banknoten. Ich lief zurueck und machte ihn auf den Irrtum aufmerksam. Er hingegen behauptete, es herrsche kein Missverstaendnis vor. Zeigte mir sowohl irgend eine Buchfuehrung als auch den Kassenbetrag. Ich glaubte jedoch an einen Beschiss. Ohne viel zu ueberlegen, begann ich lauthals auszurufen. Dadurch streckte er mir die bezahlte Summe entgegen und gab mir zu verstehen, ich soll verschwinden. Weil aber die Dunkelheit schon hereingebrochen und der Schlafplatz eingerichtet war, entschuldigte ich mich und wurde so fuer die eine Nacht geduldet. Nachdem ich mich beruhigte, rechnete ich die letzten paar Ausgaben zusammen. Das Resultat: ich war im Unrecht. Schlechtes Gewissen und grosses Entschuldigen war dann erst einmal angesagt. Freunde wurden wir trotzdem nicht.

Am darauffolgenden Abend befand ich mich in Rattaphum, auf der Suche nach einer Unterkunft, als mir ein etwa 60 jaehriges Ehepaar ihr offenes Gartenhaeuschen zum uebernachten anboten. Zusaetzlich luden sie mich noch zum Abendessen und Fruehstueck ein. Zum Glueck befand sich der Boden des Haeuschen etwa einen halben Meter ueber der Erde. Ansonsten waere ich nicht trocken erwacht. Denn wegen starkem Regen, sah ich mich ploetzlich von einem knoecheltiefen See umgeben.
Am naechsten Morgen startete die Fahrt zur Westkueste, nach Satun. Gutes Wetter, Rueckenwind, wenig Verkehr und wunderschoene Natur machten die Reise sehr angenehm.
Ueber die etwas huegelige Landschaft, flitzte ich auf meinem Fahrrad mit einem ungewohnt hohem Tempo. Dazu noch gute Musik in den Ohren. An einem solchen Tage fuehle ich mich extrem frei. Fliegen kann nicht viel schoener sein.

In Satun fand ich ein guenstiges Bungalow (etwa 6 CHF/Nacht).
Da es sich ausserhalb der Stadt, in der Natur, nahe eines ueberfluteten Flusses befindet, steht das Haeuschen in einem temporaeren See. Da gebaut auf Saeulen, befindet sich der Fussboden noch etwas ueber dem knietiefen Wasser.
Da es nur eine Tagesreise bis nach Malaysia ist, das thailaendische Visa erst am 17.11.2009 endet, es mir hier gut gefaellt, verweile ich einige Tage hier.
Vielleicht triff ich wieder auf Gabriel und Kyoko. Ansonsten gibt's ein Wiedersehen in Malaysia.

Montag, 2. November 2009

Unglaubliche Gatfreundschaft

Anstelle in Chumphon trennten sich Gabriel/Kyokos und mein Weg drei Tagesfahrten spaeter in Phunphin (13 km westlich von Suratthani).
Dieser Entscheid ergab sich weil:
Ich noch laenger ihre Gesellschaft geniessen wollte:-) im Suedosten die Strasse nicht direkt an der Kueste entlang fuehrt und dort scheinbar der starke Regen sowie Wind des Monsuns herrschte.
Wesshalb sich unsere Wege voruebergehend ueberhaupt trennten?
Sie moechten gerne Zeit in Krabi und auf den nahe gelgenen Inseln verbringen.
Das kann bedeuten, dass sie das Visa verlaengern oder teilweise den Bus/Zug nehmen muessen.
Mir hingegen genuegen die Straende auf dem Festland und tauchen moechte ich nicht, lieber an der Ostkueste nach Malaysia radeln.

Noch in Chumphon musste eine neue Fahrradkette als auch einen Zahnkranz an mein Fahrrad montiert werden. Doch die Leute der drei vorhandenen Fahrradgeschafter machten es mir nicht einfach. Beim Ersten liess ich die Kette ersetzen, den Zahnkranz hatte er nicht im Lager.
Der zweite wollte den doppelten Betrag wie der Dritte. Der Dritte wollte mir klar machen, ich brauche auch noch eine neue Kette. Dies nachdem der erste Ladenbesitzer die Alte schon ersetzt hatte.

Mit dem schlussendlich reparierten Fahrrad ging's dann weiter suedwaerts.
Am folgenden Abend stand die Daemmerung kurz bevor.
Schon seit mindestens einer Stunde hofften wir auf einen gemuetlichen Standort zum uebernachten. Ausserhalb jeglicher groesseren Ortschaft (bei Suan Hin) entdeckten wir ploetzlich einen kleinen Polizeiposten, welcher auch als Touristen Information dienen soll.
Die Tueren zu dessem Waschraum standen offen und im Hintergrund erblickten wir ein Schulhaus zuzueglich einen kleinen Dorfladen. Super Uebernachtungsplatz.
Als wir die wenigen Leute in der Nachbarschaft um Erlaubnis fragten, wurden wir willkommen geheissen plus zu einem fuenf Tage dauerndem Abdankungsfest fuer's Nachtessen und Fruehstueck eingeladen.
Tags darauf fuhren wir, wohl genaehrt, nach Tha Chana um Kyokos Probleme mit den Fahrradbremsen zu loesen. Der kaum bemerkbare Fahrradladen war zwar offen, jedoch die Besitzerin befand sich zur Zeit in Singapur.
Gluecklicherweise waren einige ihrer hilfsbereiten Freunde vor Ort. Sie wollten uns helfen und wechselten so beide Bremsvorrichtungen kurzerhand aus. Da die Neuen nicht passten, aenderten sie alles wieder zum Urspruenglichen Zustand zurueck.
Fuer die etwa drei stuendige Arbeit wollten sie keine Bezahlung. Sogar das von uns offerierte Bier nahmen sie nur wiederwillig an. Zusaetzlich organisierten sie uns einen Schlafplatz im nahe gelegenen Tempel, bezahlten uns Nacht- und Morgenessen. Eigentlich war die Idee, dass wir sie zu den Mahlzeiten einladen. Aber das war nicht moeglich. So wollte Gabriel dann einen Strand Volleyball aus einem ihrer Geschaefte kaufen. Sogar diesen wollten sie uns schenken.
Nur mit unseren Worten"nimm das Geld, dies ist geschaeftlich" wollte sie wenigstens die Haelfte des Preises annehmen. Am Ende konnten wir trotzdem den vollen Preis bezahlen.

Die Gastfreundschaft ausserhalb der touristen Orten ist einfach unglaublich.
Schon einige Tage zuvor wurden wir, vor einem Dorfladen, von einem ehemaligen Gasthausbesitzer zum Nachtessen und Uebernachten eingeladen.
Allerdings nicht nur Einheimische sind so gastlich.
Gestern begegnete mir ein Amerikaner auf seinem Fahrrad. Er arbeite im 10 km entfernte Nakhon Si Thammarat als Lehrer. Auf meine Frage ob er weiss wo ich kampieren kann, offerierte er mir einen Platz bei seinen amerikanischen Freunden (er selber wohnt im Hotel).
Scheinen alles gute Leute zu sein. Ich kann bleiben so lange es mir gefaellt. Heute mal ausgespannt. Diesen Abend soll noch ein kleines Fest statt finden.
In diesem Falle werde ich wohl auch Morgen nicht auf's Fahrrad steigen.

Montag, 26. Oktober 2009

Fahrt in den Sueden

Nachdem Jonas, unser neuer Reisebegleiter, sein Fahrrad startklar hatte, chauffierte uns ein Onkel unserer Gastgeberin, per Minivan aus Bangkok hinaus.
Rad fahren in der thailaendischen Hauptstadt ist nicht sehr amuesant.
Nun radelten wir, hauptsaechlich auf Nebenstrassen, entlang der Ostkueste, in den Sueden.
Einige Naechte uebernachteten wir in Gasthaeusern. Meistens aber fanden wir paradiesische Uebernachtungsmoeglichkeiten am Meer. Entweder schliefen wir in unseren Zelten oder konnten bloss die Moskitonetze, in einem offenem Strandhaeuschen, anbringen.
Wegen noch immer anhaltender Regensaison sowie hoher Luftfeuchtigkeit, ist es nicht empfehlenswert unter freiem Himmel zu schlafen.Fuer Mahlzeiten war immer gesorgt. Jedesmal befand sich eine guenstige Kueche in der Naehe, oder unser Schlafplatz befand sich direkt auf dem Gelaende eines Strand Restaurants.
Weniger erfreuend emfand ich den, die ganze Nacht hindurch schreienden, Hahn am Ao Bo Mao Strand oder die unzaehligen Stechmuecken im Khao Sam Roi Yot National Park. Trotzdem verbrachten wir zwei Tage in diesem National Park. Dort genossen wir eine kurze Bootsfahrt, zwischen bezaubernden Huegeln inmitten gruener Landschaft.
Heute erreichten wir Chumphon.
Schon hier trennen sich unsere Wege wieder.
Jonas reist im Zug in den Norden Thailands. Kurzfristig hat er dort die Moeglichkeit erhalten, auf einem schweizerischen Film Set mitzuhelfen.
Gabriel und Kyoko wollen an die West Kueste und nach Krabi. Ich hingegen bevorzuge die Weiterreise alleine entlang der Ostkueste.

Weil ich das Visa kaum verlaengern werde (etwa 60 CHF fuer 30 Tage ist mir zu teuer) muss ich das Land spaetestens am 17. November verlassen. Wuerde sehr gerne die ganze Strecke bis Malaysia auf dem Rad zurueck legen. Falls ich in Zeitnot gelange, koennte ich mein Fahrrad in den Zug verladen.

Dienstag, 13. Oktober 2009

Wiedersehen in Bangkok

Da ich nun einige Tage Vorsprung auf meine Freunde hatte, radelte ich, entlang der Kueste, von einem Gastgeber zum anderen. In diesem Fall fragte ich auch an bei couchsurfer oder hospitalityclub Mitglieder, wenn diese nur 15 Kilometer auseinander lebten.

So machte ich Halt in Pattaya.
Dort fragte man mich immer wieder: “Wesshalb besuchst du diesen Ort?”
Wie beinahe bei jeder Ortschaft stoppe ich, weil sie auf dem Weg liegt und ich Gastgeber durch das Internet finden konnte.
Sehr viele Menschen besuchen aber Pattaya wegen Sex.
Diese Stadt soll bei Tag eine andere sein als bei Nacht. Doch schon am Tage hatte ich den Eindruck, ich befinde mich in einem grossen Rotlichtmilieu.
Ueberall begegnet man weissen, alten, mit dicken Baeuchen ausgestatteten Maennern in Begleitung jungen, asiatischen Frauen.

Ich war froh diesen Platz Richtung Sriracha zu verlassen.
Von dort unternahm ich einen Tagesausflug auf die Insel Sichang.
Beinahe Keine Feriengaeste auf dieser Insel, wunderbares Wetter, schoene Natur, mit dem Fahrrad befahrbar und kein Verkehrslaerm. Paradisisch, speziell nach dem Aufenthalt im unsympathischen Pattaya. Bei der naechsten Gastgeberin, in Ang Sila (bei Chon Buri), holte mich heftiges Unwetter ein. Anstelle mich auf dem Sattel durch Wind und Regen zu kaempfen, genoss ich einen gemuetlichen Tag auf der Couch, in Wolldecken gewickelt bei Kaffee und Internet.
Nach der Wetterbesserung ging die Reise nach Samut Prakan und spaeter ins nahe gelegene Bangkok, die Hauptstadt Thailands.
Noch in Samut Prakan trank ich etwas zu viel billigen, thailaendischen Whiskey sowie Bier.
Dementsprechend fuehlte ich mich Tags darauf.
Trotzdem entschied ich mich nach Bangkok hinein zu radeln. Die zusaetzliche Hitze, wenig Essen und Trinken sowie die Abgase des Stadtverkehrs waren offensichtlich zu viel fuer meinen Koerper. Die folgende Nacht reagierte er mit Fieber, Erbrechen und Durchfall.
24 Stunden spaeter, war ich schon wieder wohlauf.

Nach noch einem weiteren Tag, traf ich wieder mit Gabriel und Kyoko zusammen.
Eine Woche Zuvor, nach Koh Chang und zurueck in Chanthaburi, lag Gabriel mit starkem Fieber im Bett. Wegen dem langsamen Genesungsprozess und schlechtem Wetter, entschlossen sie sich per Bus nach Bangkok zu gelangen.
Hier, etwas ausserhalb der Stadt, koennen wir bei einer einheimischen Kollegin, ihrer Tante und Mann wohnen. Nach nun ungefaehr zwei Wochen an diesem Ort, soll sich die Fahrradreise morgen fortsetzen.
Jedoch zu viert.

Zu Beginn meiner Reise (Juni 2007), radelte ich mit einem Freund aus der Berufsschule nach Griechenland.
Dessen Bruder befindet sich nun in Bangkok und wird mit uns nach Malaysia fahren.

Mittwoch, 23. September 2009

Getrennte Wege

Wie kurz vor Pailin, mussten wir auch vor und nach dem Grenzuebergang einige Huegel ueberqueren. Schluss mit Flach wie ein Pfannkuchen.
Beim Grenzposten erhielten wir den Einreisestempel ohne Probleme. Es war bestimmt von Vorteil, dass wir bereits ein gueltiges Visa besassen

In Chanthaburi trennten sich unsere Wege. Meine Freunde zog es auf die nahe gelegene Insel Chang. Aus den Gruenden, dass ich diesen Ort wenige Monate zuvor mit meiner Mutter besuchte, ich nicht gerne die selbe Strasse hin und zurueck radle und das frisch verheiratete Paar auch Zeit fuer sich haben soll, fuehrt mein Weg in die entgegengesetzte Richtung nach Bangkok. Dort wollen wir uns wieder treffen.

Beim ersten Halt (in Klaeng) durfte ich das Zelt bei einem Buddhistischen Tempel aufschlagen.
Die folgenden zwei Nachte verweilte ich bei einem Mitglied beider gratis Unterkunfts Webseiten, hospitalityclub.org und couchsurfing.com.

Freitag, 18. September 2009

Angkor Wat

Waehrend der einen Woche in Siem Reap hatten wir genuegend Zeit die Fahrraeder ein wenig zu verbessern und zu relaxen.
Fuer einen Tag besuchten wir die nahe gelgenen Tempel von Angkor. Ueber Angkor hoerte ich ausnahmslos positives. "Muss man gesehen haben", heisst es immer wieder.
Vermutlich aus zu hohen Erwartungen, empfinde ich dann solche Orte sehr oft als nicht allzu sehenswert.
Doch nach langem Hin und Her entschied ich mich Gabriel und Kyoko auf diesem Ausflug zu begleiten. Dies obwohl 20 USD Eintritt fuer Kambodscha (und mich) ein hoher Betrag ist und ich las: "...der grosste Teil der Einnahmen geht zurueck ins schwarze Loch ,welches das Finanz Ministerium ist."
Drinnen im Angkor Areal gefiel mir der Haupttempel Angkor Wat maessig.
Ein grosses Stein Gebaeude, wie eine alte Burg irgendwo in Europa.
Jedoch schoen war die Fahrt per Fahrrad in diesem Gebiet und die mit Baeumen bewachsene Ruine des Ta Prohms.Nach Siem Reap radelten wir nordwaerts nach Sisophon. Ungefaehr 25 km vor diesem Ort war der Sonnenuntergang bald Tatsache und unsere Koerper muede. Keine Herberge an dieser Stelle. Aber der Dorfaelteste und Moenche erlaubten uns im Buero bei der lokalen Pagoda zu uebernachten. Wahrscheinlich weil hier zur Zeit ein buddhistisches Festival im Gange ist, wurden wir um 03:00 Uhr in der Frueh von ohrenbetaeubendem Gesang, Musik und Gebeten , aus einem Lautsprecher kommend, geweckt.
Nach trotzdem etwas Schlaf und wenigen Kilometern auf'm Fahrrad stoppten wir in Sisophon und eine Tagesreise spaeter im 70 km suedlicheren Bat Dambang.
Von dort fuehrt eine, in sehr schlechtem Zustand befindende, Hauptstrasse in das westlich gelegene Thailand. Ich bin ausserordentlich ueberrascht, dass alle unsere drei Vehikel problemlos die 80km nach Pailin auf diesem Weg ueberstanden. "Ein Witz einer Strasse" wird diese Strecke in einem beruehmten Reisefuehrer genannt. Ein ganz schlechter Witz, finden wir.
Hauptsaechlich die ungefaehr erste Haelfte, ist von unzaehligen Schlagloechern uebersaet.

Von Pailin sind es nur noch 22km und wir befinden uns in Thailand, wenn alles gut geht.
Habe gerade gelesen, dass wenn man an dieser Grenze ohne Besitz eines Tickets aus Thailand hinaus ist, die Einreise verwehrt werden kann.
Sollte zwar kein Problem sein, da wir mit Fahrraeder unterwegs sind. Aber bei den Grenzposten weiss man nie.

Samstag, 5. September 2009

Hallo-Hallo

Die ersten zwei Tage auf dem Fahrrad radelten wir je um die 80 respektive 90 Kilometer. Obwohl die ganze Strecke (bis nach Siem Reap) pfannkuchen-flach ist sassen wir zu Beginn vermutlich zu lange auf dem Sattel. Denn bei Kyoko, wie auch bei mir, machten sich erste Knieschmerzen bemerkbar. Hing wahrscheinlich auch mit unseren Fahrraeder zusammen, welche zu dem Zeitpunkt noch nicht gaenzlich Reisetuechtig genannt werden durften.

Die Umwelt zwischen Phnom Penh und Siem Reap ist eine der faszinierensten die ich je auf dem Velo zu Gesicht bekam.
Beinahe entlang des ganzen 300 Kilometer Weges befinden sich Huetten und kleine Haeuser. Im Hintergrund das beruhigende hellgruen der endlos scheinenden Reisfelder. Ab und zu trifft man auf eine kleine, belebte Tempelanlage.Von ueberall hoerten wir "hallo-hallo" Rufe. Meistens von Kindern welche oft entweder scheu die Hand vor's Maul hielten oder in die Luft sprangen, falls wir ihr "Hallo" erwiderten und/oder zu winkten.
Ein "hallo-hallo Geraet" waere toll fuer uns! Denn pausenloses Gruessen kann sehr anstrengend sein, moechte man aber doch allen eine kleine Freude bereiten.Der Verkehr auf der Hauptstrasse war bloss am ersten Tag unangenehm. Dank der Regensaison hielten Wolken die Hitze der Sonne zurueck und Regen fiel meistens in der Nacht oder fuer nur etwa 30 Minuten waehrend des Tages.
Wir reisen zwar mit Zelt im Gepaeck, aber in Kambodscha sollen noch so viele Landminen existieren, dass wir ein guenstiges (2USD/Person) Gasthaus bevorzugen. Man koennte in den Tempelanlagen bei den Moenchen uebernachten, oder vielleicht das Zelt vor dem Haus eines Einheimischen aufschlagen. Doch nach einem erschoepfenden Tag sind wir ganz froh in Ruhe zu entspannen, nicht noch gross mit Menschen zu sozialisieren.

Wasser und Essen fanden wir haeufig. Mehrere Kambodschaner bieten vor ihrem Haus wenige Haushaltsartikel, Getraenke und/oder Fruechte (hauptsaechlich Bananen) an oder haben zwei, drei Tische und kochen fuer Gaeste guenstiges Essen. Gebratener Reis mit Gemuese oder Nudel Suppe um die 1 CHF.

Gestern erreichten wir Siem Reap wo wir wenige Tage bleiben werden.

kleiner Film: "Kambodscha auf'm Fahrrad"

Freitag, 28. August 2009

Plan Aenderung

Anstelle dass wir alle vier zusammen von Phnom Penh nach Siem Reap fuhren, reiste Lukas alleine.
Denn er wollte vor seinem Rueckflug in die Schweiz noch Angkor Wat in Siem Reap
besuchen. Unser Zurueckbleiben erklaert sich mit unserer Planaenderung. Anstelle in Thailand kauften wir drei Fahrraeder bereits hier in Kambodscha.
Zwei der Gefaehrte besorgten wir uns fuer je 27 US$ und eines fuer 62, inklusive extra Wuensche wie Gepaecktraeger, Korb am Lenker, Sattel Wahl.
Um unsere Rucksaecke zu transportieren befestigten wir je zwei Bambus Rohre auf den Gepacktraegern, um der ganzen Geschichte mehr Stabilitaet zu verschaffen.
Vor dem beinahe taeglichen Regen soll eine Plastikplane das Gepaeck schuetzen.
Morgen soll es nun ueber Siem Reap nach Thailand losgehen.
Wir freuen uns sehr die Landschaft auf unseren Gefaehrten zu entdecken wie auch auf die Einheimischen in den kleinen Ortschaften.
Zwar erst Leute in der Hauptstad angetroffen. Aber so freundlich wie sie hier sind werden sie auf dem Land sicherlich auch sein. Thailand wird das Land des Laechelns genannt,
Kambodscha haette diesen Titel mit Bestimmtheit ebenfalls verdient, soweit ich bis jetzt beurteilen kann.
Fuehlen uns hier einiges wohler als in Vietnam. Immer wieder erlebten wir dort laut schimpfende Leute (nach unserer Interpretation) und der Verkehr war um einiges unangenehmer als hier. Phnom Penh scheint uns fortgeschrittener als die vietnamesische Hauptstadt, der Strassenzustand war bis anhin besser und die Leute sind entspannter.

Montag, 24. August 2009

Probleme in Vietnam

Die Busfahrt durch die Nacht war schrecklich.
Kurz nach Beginn krachte irgend etwas und der Bus unterbrach die Weiterfahrt.
Es hiess er prallte in ein parkiertes Motorrad.
Bis die Angelegenheit mit der Polizei geklaer und eine kleinere Reparatur vollbracht wurde
verging mindestens eine Stunde.
Um Mitternacht stoppte der Bus ein weiteres Mal. Probleme beim Motor.
Kurzerhand wurde der Keilriemen zerschnitten und mit zwei Kerben versehen.
Mit einer Faser (ebenfalls vom Riemen abgeloest) wurde das Ganze wieder zusammen gebunden. Um den Motor wieder zu starten hiess es dann "Bus anschieben".
Da dieses Kunststueck nicht fuer die totale Fahrt verhielt wurde immer wieder angehalten und am Keilriemen gebastelt. Zum Glueck unterbrach der Fahrer die Reise nun jeweils an kleineren Anhoehen, wo er hernach das Gefaehrt hinabrollen liess, um den Motor starten zu koennen.
Das Verheerende waren aber die schlechten Strassenverhaeltnisse und das vietnamesische Fahrverhalten. Mit dem Zug reist man hier definitiv angenehmer und, so kriminell wie der Verkehr "funktioniert", auch viel sicherer.

Doch noch angekommen in Nha Trang machten sich meine Ohrenschmerzen wieder staerker bemerkbar.
Anstelle unseren Gastgeber (von couchsurfing.com) und Lukas auf einem Tauch/Schnorchel Ausflug zu begleiten, verbrachte ich die aller meiste Zeit im Bett.
Ich fand zwar starke antibiotische Ohrentropfen aber gute medizinische Untersuchung sei weit weg. Genauer gesagt eine etwa neun stuendige Zugfahrt nach Ho Chi Minh City (Saigon).
Diese Reise spaeter bekam ich grosse Hilfe von unserem Gasgebers, welchen wir dank hospitalityclub.org kennen lernten. Mit ihm konsultierte ich eine aeltere Ohren, Nase und Mund Spezialistin welche ihm in vietnamesisch zu verstehen gab, dass diese Entzuendung eine ernste Angelegenheit sei und verschrieb mir somit vier verschiedene Tabletten welche ich fuer die folgenden fuenf Tage einnehmen musste.
Seit nunmehr drei Tagen ist diese Zeit um und es scheint als ob die Bakterien besiegt sind.

Noch in Ho Chi Minh City traf Lukas und ich wieder mit Gabriel und Kyoko zusammen.
Auf dem Weg nach Kambodscha planten wir vier einen Tag im Mekong Delta ein, wo wir einen kurzen Ausflug per Boot und Ruderboot in der dortigen Natur genossen.Tags darauf per Bus bis an die Grenzstadt Chao Doc und weiter mit Boot und Bus nach Phnom Penh, die kambodschanische Hauptstadt.
Hier warten wir nun auf unser thai Visa bevor es nach Siam Reap gehen soll.
Die beruehmte Tempelanlage wollen die Anderen drei dort besuchen.
Mal schauen ob ich mich schlussendlich doch noch diesem Ausflug anschliessen werde?

Donnerstag, 13. August 2009

Reisen in Vietnam

Per Bus ueber die Grenze nach Hanoi, Vietnam.
Entgegen dem Hoerensagen empfinde ich die Vietnamesen als freundiche Menschen. Die Chinesen uebertreffen sie aber meiner Meinung nach nicht.
Nach nicht einmal 24 Stunden hatten wir genug vom, groessten Teils von Motorbikes verursachtem, Verkehr in Hanoi.
Somit verschlug es uns auf Cat Ba, eine von 2'000 Inseln
in Halong Bay, oestlich von Hanoi.
Mit einem Motorbike die Insel erkundet, die wunderbare panorama Aussicht auf einer Anhoehe des National Parks
bestaunt und genossen einen Tagesausflug mit Boot und Kanu inmitten den aus dem Meer ragenden Felsen, Huegeln, Inseln. In dieser Labyrinth aehnlicher Umwelt gingen wir mit unserem Kanu beinahe verloren.


Hernach per Fahre, Bus und Zug
bis ins ca. 800 km entfernte Danang.
Eigentlich war der Nachtzug (Ninh Binh - Danang) ausgebucht.
Jedoch nach dreimaligem Aufkreuzen am Ticketschalter
sowie hartnackigem bitten konnte sich eine Bahnangestellte
doch noch motiviern um nach einer Moeglichkeit zu suchen.
So endeten wir mit je zwei Billetten.
Eines fuer 'hard seat' bis Morgens um 5:00 Uhr und das Andere fuer die restliche Fahrzeit im 'soft seat' Wagen.

Drei Tage Ausspannen war das Motto am Strand Non Nuoc Beach bei Danang.Das selbe machen wir nun in der Nachbarstadt Hoi An.
Hoi An ist bekannt fuer seine aus der franzoesischen Kolonialzeit stammenden Altstadt, gutem Essen und unzaehligen Kleidergeschaeften, welche guenstig Kleider mit guter Qualitaet massschneidern.
In wenigen Stunden beginnt eine 12 stuendige Busfahrt durch die Nacht.
Ziel ist, die auf halbem Weg zu Ho Chi Minh City liegende Ortschaft, Nha Trang.

Montag, 3. August 2009

Japan und China Teil 2

In Japan wohnte Guggi, Kyoko, Lukas (nicht Fahrrad Lukas) und ich die erste Woche jeweils einige Tage bei den Familien der beiden Schwestern Kyokos sowohl ihrer guten Freundin und Familie. Dadurch ergab sich der Einblick in japanisches privat Leben und die grosszuegige Gastfreundschaft.
Hernach landeten weitere Schweizer Hochzeitsgaeste, Guggis Familieund John aus Sydney in Tokyo.
Die folgende Woche verbrachten wir alle in einem gemieteten Haus mit Heissquellwasser-Bad am Fusse des Vulkanes Fuji (Fujiama).
Mit seinen 3767 m.u.M ist dieser der hoechste Berg Japans.
Einige von uns erstiegen ihn in einer fuenf stuendigen Nachtwanderung um den Sonnenaufgang zu geniessen.
Als ich erfuhr wie gross der Touristenstrom dort oben sein soll, wurde ich an den Besuch des Vulkanes Bromo (Januar 2009) auf Java, Indonesien, erinnert.
Auch dort fand der Aufstieg in der Nacht statt. Nach Bromo verbrachte ich etwa fuenf Tage mit Fieber, Erbrechen und starkem Durchfall im Bett.
Mit anderen Worten, ich entschied mich gegen die Wanderung auf Fujiama.

Einen Tag vor der Hochzeit von Guggi und Kyoko, fuehlte ich erste Ohrenschmerzen.
So kam es, dass ich am Hochzeitstag* mit Ohrenschmerzen wie auch Fieber zu kaempfen hatte. Da irgend welche japanische Medikamente nicht viel Besserung herbei brachten,
Ohrentropfen nicht ohne Arztrezept erhaeltlich sind und aus Angst vor einer Mittelohr Entzuendung, keinem Interesse an einem Arztbesuch sowohl einem Aufenthalt in Quarantaene verfiel ich der Versuchung Antibiotika Tabletten einzunehmen.
In wenigen Tagen hiess es ja zurueck nach China.
Vermutlich wegen der aktuellen Schweinegrippe, wurden wir Passagiereder Osaka - Shanghai Faehre, vor der Reise sowie bei Ankunft und jeweils vor dem Fruehstueck auf Fieber untersucht.
Hoerte, dass man bei Verdacht auf Schweinegrippe fuer mehrere Tage in Quarantaene gesteckt wird.
Fuer die Busfahrt Tokyo - Osaka, sowie die ca. 48 stuendige Schiffsfahrt zurueck von Japan nach China, genoss ich Gesellschaft des sehr guten Freundes Lukas. Zusammen geht's weiter, auf dem Landweg von Shanghai (China) nach Saigon (Vietnam).
Nach einem 25 stuendigem Zugtrip von Shanghai aus, erreichten wir Guilin und zwei Tage danach Yangshuo.
An beiden Orten genossen wir die wundervolle chinesische Natur, dank jeweils einem kleineren Fahrradausflug.
*Details und Bilder der Hochzeit besuche des Brautpaares blog: http://www.worldtripkyokogab.blogspot.com/

Dienstag, 7. Juli 2009

Die chinesische Gastfreundschaft

Da ein chinesisches Hospitalityclub Mitglied nicht im Stande war mich zu beherbergen, brachte er mich bei einer Freundin und ihrem Sohn unter. Mit dem 10jaehrigen Sohn konnte ich mich, dank seinem wenigen Schulenglisch, etwas verstaendigen. Mit meiner Gastgeberin so gut wie nicht. So half der "Vermittler" als Uebersetzer. Hier, und auch spaeter bei der Gastgeberin in Shanghai, wurde alles bezahlt: Essen im Restaurant und Bier bis zum geht-nicht-mehr.

Mein Versuch auch einmal die Kosten zu uebernehmen wurden staendig heftig abgelehnt.

Mit einem Sitzplatzticket wollte ich meine Zugreise fortsetzen. Die Gastgeberin bestand darauf, dass Sie die Mehrkosten fuer einen Schlafplatz im Zug uebernehmen will als Dankeschoen. "Dankeschoen? Ich habe mich zu bedanken!" sagte ich.

Da erwiderte der Uebersetzer/Vermittler in einem aggressiven Ton:

"Es geht nicht wirklich um Dankeschoen, es sei nur der Vorwand, mir einen Teil des Tickets zu bezahlen." Soweit ich verstand, glaubt Sie, bringt ihr das Glueck. Sogar der Versuch beim Verabschieden eine Packung Bisquits auf dem Esstisch als Dankeschoen liegen zu lassen, schlug fehl. Schon beinahe grob gab Sie mir diese zurueck. Zu sagen ist noch, dass beide ein gutes Einkommen haben. Meine Erfahrung war umgekehrt. Umso aermer, desto mehr geben die Leute.

Obwohl ich immer wieder hoere wie kapitalistisch und unfreundlich die Leute hier sein sollten, lehren mich meine Erlebnisse genau das Gegenteil. Tat gut nach Indonesien, Malaysia und Thailand wieder etwas Vertrauen in Einheimische zu entwickeln.

Dies sage ich als blonder, blauaeugiger Europaeer. Gegenueber dem eigenen Volk, schwarzen Menschen und Japanern soll der Umgang anderst sein.

Meine Gastgeberin in Shanghai trifft sich immer wieder mit einer Gruppe Einheimischen und Auslaendern fuer Bibelstunden. Sie muessten den Treffpunkt von Zeit zu Zeit aendern, denn Sie sind unabhaengig. Fuer Auslaender geht dies in Ordnung aber was den Chinesen aus der Bibel erzaehlt und erklaert wird, muss zuerst von Staatsleuten geprueft und bewilligt werden.

Nach einer 42stuendigen Schifffahrt erreichte ich die Hafenstadt Kobe in Japan. Von dort mit dem Nachtbus nach Tokyo zu den besten Freunden Lukas und Gabriel sowie Kyoko, dessen japanische Hochzeitszeremonie in wenigen Tagen gefeiert wird.
Gabriels und Kyokos blog:
www.worldtripkyokogab.blogspot.com

Tokyo Strassen Ueberquerung