Über die Internetseite blablacar.com liess sich eine Mitfahrgelegenheit, ins 470 km entfernte Nizhny Novgorod, finden.
Zwei Nächte bei sehr liebevollen Couchsurfern reichten vollkommen aus, um diese Stadt zu sehen.
Kasan, Ekaterinburg, Novosibirsk und Krasnojarsk hiessen weitere Stopps auf unser Fahrt nach Irkutsk.
Kasan kann man gut besuchen, damit man nicht ohne Zwischenhalt von Moskau bis nach Irkutsk, an den Baikalsee, oder sogar bis ans andere Ende des Landes, nach Vladivostok, reisen muss. Moskau bis Irkutsk dauert drei Tage im Zug. Total sechs Tage wenn man bis Vladivostok durchfahren möchte.
Ekaterinburg lag einfach zwischen Kasan und Novosibirsk und schien uns eine gute Möglichkeit die ansonsten 36 Stunden andauernde Fahrt zu unterbrechen. Neben der Blutkirche, die für die im Jahre 1918 ermordete Zarenfamilie im Jahre 2003 eingeweit wurde und ein rege besuchter Walfahrtsort sei, gab es für uns jedoch nicht viel zu sehen.
Novosibirsk (20 Stunden im Nachtzug von Ekaterinburg) kann man sehr gut auslassen.
Am interessantesten waren die Strassenunterführungen für Fussgänger, die als kleine Einkaufsstrassen mit Mikrogeschäften daher kommen. Angenehm für die Verkäufer ist die Tatsache, dass Türen bei den jeweiligen Ein-, respektive Ausgängen, die geheitzten Gänge vor der sibirischen Kälte schützen. Bei unserem Besuch in Novosibirsk mussten wir nur Schneefall bei -2 Grad aushalten, im tiefen Winter wird es dann aber so richtig Kalt. Unser Gastgeber, 12 Stunden Zugfahrt später in Krasnojarsk, erzählte uns von unter -40 Grad im vergangenen Winter.
Das von Bergen umgebene Krasnojarsk hat eine grosse Aluminiumproduktion. Ist es Windstill, führen gefährliche Benzopyren Emissionen aus der Aluminiumschmelze und die Luftverschmutzung des lokalen Kraftwerks zu dunklem Smog über der Stadt.
Wir trafen eine junge Familie für die diese dreckige Luft einer der Hauptgründe ist, warum sie unbedingt auswandern möchte. Das vor kurzem gekaufte Land und das darauf zu bauen begonnene Häuschen (ausserhalb der Stadt) sowie ihre gemütlich, modern hergerichtete Wohnung möchten sie verkaufen und ab nach Neuseeland verreisen, wo der Mann studieren und die Frau arbeiten kann. Nun steht jedoch noch die grosse Hürde 'Sprachkenntnis' im Weg. Um das erforderliche Sprach-Zertifikat zu erhalten, stehen sie um 5 Uhr in der Früh auf und büffeln Englisch, bevor es für den Vater um 7 Uhr zur Arbeit geht und für die Mutter gilt, sich um den zwei jährigen Sohn zu kümmern. Die Politik, Korruption und die langen, kalten Winter sind weitere Gründe um von diesem Flecken der Erde wegzugehen. Vor Ort setzten sie mit der Teilnahme an Demonstrationen gegen die aktuelle Politik und die Luftverschmutzung ein Zeichen. Laut ihren Erzählungen können sich nur gegen die 200 Personen für diese Kundgebungen motivieten. Dies in einer Stadt mit mehr als einer Million Einwohner, in der die Luftverschmutzung alle betrifft. Die Politiker trösten die Leute mit Argumenten, dass die Luft in Peking noch schlechter sei und man sich dem Problem jetzt nicht annehmen kann, wo Russland Geld für den Krieg in Syrien braucht. 'Was interessiert mich das? Ich lebe nicht in Peking und den Krieg in Syrien habe ich auch nicht gewollt!' lautet eine der Antworten aus der Lokalbevölkerung. Wir verstehen diese Familie mit Plänen zur Auswanderung sehr gut, mussten wir doch selber die verschmutzte Luft einatmen und sahen wie schwarze Rauchwolken in die Luft stiegen. Die Stadt selber hat auch nicht viel zu bieten und solch lange Winter wären ebenfalls nichts für uns. Das einzige was sich lohnen soll, diesem Ort einen Besuch abzustatten, ist der an den südlichen Stadtrand angrenzende Stolby Nationalpark. Ein kurzer Spaziergang in dieser Umgebung stand bei Erna und mir auch auf dem Plan. Das garstige Wetter hielt uns schlussendlich davon ab. So tragen wir doch auch nicht wirklich geeignetes Schuhwerk und Hosen um länger den hiesigen Temperaturen zu trotzen. Ein Spaziergang bis zu einer zufällig entdeckten Markthalle am nördlichen Ende der Stadt,
dann hinauf auf einen kleinen Hügel mit Kapelle und rasch wieder zurück in ein warmes Kaffee im Stadtzentrum, musste als Ersatz zum Nationalpark-Besuch genügen.
Am nächsten Tag wartete eine 20 stündige Zugfahrt nach Irkutsk, und zum tiefsten Süsswassersee der Welt (Baikalsee), auf uns.
Sonntag, 4. November 2018
Mittwoch, 31. Oktober 2018
Exoten in St. Petersburg & Moskau
Nächster Halt war St. Petersburg. Knapp vier Stunden Zugfahrt waren es bloss in diese russische Stadt, die sehr europäisch daher kommt. Breite Strassen, grossflächige Plätz vor riesigen, alten, steineren Gebäuden, diverse grüne Parks, der Jahreszeit entsprechend im Herbstkleid,
und von dutzenden Brücken überquerende Flüsse die sich durch Teile der Stadt schlängeln. Unzählige moderne Restaurants, Kaffees und Bars. Nichts spezielles, wenn man von Europa nach Russland einreist.
und von dutzenden Brücken überquerende Flüsse die sich durch Teile der Stadt schlängeln. Unzählige moderne Restaurants, Kaffees und Bars. Nichts spezielles, wenn man von Europa nach Russland einreist.
Nur gerade 4 Stunden und 10 Minuten dauerte dann unsere Zugfahrt im Schnellzug in die gut 700 Kilometer entfernte Hauptstadt, Moskau. Als Alternative gibt es Züge die zwischen 8 und 10 Stunden unterwegs sind. Weil wir für die Weiterreise noch genug in den Genuss von Nachtzügen kommen werden, fiel der Entscheid auf diese etwas teueren Billette.
In Moskau besuchten wir einen ehemaligen Couchsurfer einer Freundin von uns. Seine Wohnung befand sich ausserhalb des Stadtzentrums, dennoch nah genug, dass der Ort Anschluss an die städtische U-Bahn aufwies. Diese benutzen wir dann auch um die obligatorischen Touristenspots zu besuchen.
Vor dem bekannten roten Platz in Moskau suchten wir vergebens eine Turisteninfo um an eine Stadtkarte zu gelangen. Als Angestellte der umliegenden Shops auch nicht weiter helfen konnten, entschieden wir uns spontan in das vor uns aufragende 5 Sterne Hotel hineinzuspazieren um nach einer Karte zu fragen. Obschon wir uns grösste Mühe gaben, bestimmten Ganges, wie es Gäste nunmal tun würden, durch die Eingangstore zu marschieren, sprach mich der Türsteher, vor den Metalldetektoren stehend, prompt auf russisch an (keine Ahnung was er sagte, aber am Tonfall an war unmissverständlich zu erkennen, dass ich anhalten soll). Ich antwortete irgend etwas auf Schweizerdeutsch und streckte ihm den Tagesrucksack zur Kontrolle hin. Einen kurzen Augenblick später sah er Erna und fragte sie auf Englisch, ob ich zu ihr gehöre. "Yes, we're together' erwiderte sie selbstverständlich. Der Türsteher setzte sofort eine freundliche Miene auf, wies meinen Rucksack, ohne hinein zu schauen, zurück, entschuldigte sich rasch für die Unannehmlichkeit und lies uns passieren. Drinnen wartete bereits ein vornehm gekleideter Angestellter, der sich unserer Frage annahm. Dieser nette Herr führte uns sogleich zu den beiden Concierges der edlen Unterkunft, wo man uns einen Stadtplan überreichte und darauf sogar noch zwei 'Tourist Office', ganz in der Nähe, markierte.
Dass ich als Russe angesprochen werde, geschieht mir in Russland sehr oft.
Viele Leute sehen offensichtlich einen Einheimischen, der mit einer Ausländerin herum läuft, was hier sehr selten vorkommen soll, so sagte man uns zumindest. Dies würde dann auch erklären, weshalb wir nicht selten angeglotzt werden. 'Ein Russe und eine Asiatin in den Strassen Moskaus, ist schon etwas exotisches', meinte Ivan, unser Gastgeber.
Einiges mehr Freude als die städtischen Sehenswürdigkeiten zu betrachten, bereitete mir das Wiedersehen mit alten Bekannten aus der Zeit als Gabriel, Kyoko und ich mit den Fahrräder durch das Altai Gebirge radelten. Damas trafen wir durch Couchsurfing Evgeny und Konstantin in Biysk, mit denen wir einige lustige Tage verbrachten. Nun leben beide in Moskau, wo wir uns an einem Abend auf ein paar Bier trafen. Es tat gut wieder an die Zeit von damals erinnert zu werden. Neben der Natur im Altai gefiel uns die grosszügige Gastfreundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Russen extrem, was ich nun in den Grossstädten des Landes schmerzlich vermisse.
Fünf Tips für Reisende in Russland:
Vor dem bekannten roten Platz in Moskau suchten wir vergebens eine Turisteninfo um an eine Stadtkarte zu gelangen. Als Angestellte der umliegenden Shops auch nicht weiter helfen konnten, entschieden wir uns spontan in das vor uns aufragende 5 Sterne Hotel hineinzuspazieren um nach einer Karte zu fragen. Obschon wir uns grösste Mühe gaben, bestimmten Ganges, wie es Gäste nunmal tun würden, durch die Eingangstore zu marschieren, sprach mich der Türsteher, vor den Metalldetektoren stehend, prompt auf russisch an (keine Ahnung was er sagte, aber am Tonfall an war unmissverständlich zu erkennen, dass ich anhalten soll). Ich antwortete irgend etwas auf Schweizerdeutsch und streckte ihm den Tagesrucksack zur Kontrolle hin. Einen kurzen Augenblick später sah er Erna und fragte sie auf Englisch, ob ich zu ihr gehöre. "Yes, we're together' erwiderte sie selbstverständlich. Der Türsteher setzte sofort eine freundliche Miene auf, wies meinen Rucksack, ohne hinein zu schauen, zurück, entschuldigte sich rasch für die Unannehmlichkeit und lies uns passieren. Drinnen wartete bereits ein vornehm gekleideter Angestellter, der sich unserer Frage annahm. Dieser nette Herr führte uns sogleich zu den beiden Concierges der edlen Unterkunft, wo man uns einen Stadtplan überreichte und darauf sogar noch zwei 'Tourist Office', ganz in der Nähe, markierte.
Dass ich als Russe angesprochen werde, geschieht mir in Russland sehr oft.
Viele Leute sehen offensichtlich einen Einheimischen, der mit einer Ausländerin herum läuft, was hier sehr selten vorkommen soll, so sagte man uns zumindest. Dies würde dann auch erklären, weshalb wir nicht selten angeglotzt werden. 'Ein Russe und eine Asiatin in den Strassen Moskaus, ist schon etwas exotisches', meinte Ivan, unser Gastgeber.
Fünf Tips für Reisende in Russland:
- Zugtickets kauft man am günstigsten und einfachsten online auf www.rzd.ru
- Billette die man nicht online auf rzd.ru kaufen kann, gibt es relativ günstig auf www.realrussia.co.uk
- Einladungsschreiben für den Visumantrang können auch auf www.realrussia.co.uk bezogen werden
- Die App '2gis' erlaubt es, Stadtkarten auch im offline Zustand zu benutzen.
- Simkarten sind für unter Sfr. 10.- erhältlich und bieten unlimitiertes Internet plus kostenlose Sprachminuten (auf russische Telefonnummern) während einem Monat. Achtung: Nicht jeder Preisplan erlaubt es die Simkarte in ganz Russland zu benutzen, sondern bloss in der erworbenen Stadt.
Dienstag, 30. Oktober 2018
Helsinki
Drei Tage, etwas ausserhalb der finnischen Hauptstadt, wohnten wir in einem Zimmer in einer privaten Wohnung, gemietet über das Internet. Eigentlich wie Couchsurfing, nur
haben wir dafür bezahlt - selber schuld, wenn man nicht genau liest und übersieht, dass man 'Zimmer', nicht 'ganze Wohnung', angewählt hat. War eigentlich auch egal, die Leute machten den Eindruck, als können sie das Geld gut gebrauchen.
Die Tage verbrachten wir in der Stadt oder auf der Insel Suomenlinna.
Die Tage verbrachten wir in der Stadt oder auf der Insel Suomenlinna.
Suomenlinna ist ein Besuch wert, die Tageskarte für den öffentlichen Verkehr der Stadt beinhaltet sogar die kurze Bootsfahrt. Helsinki selber empfanden wir nicht als sehr sehenswert. Kann man, muss man nicht gesehen haben.
Am interessantesten fanden wir es um den Marktplatz von Helsinki, von wo auch die Fähre nach Suomenlinna ablegt.
Es gibt dort eine alte Markthalle (Vanha kauppahalli) die von 2012 bis 2014 renoviert wurde und heute ein hipster Foodcourt (ähnlich wie auch die Hietalahti Markthalle) beherbergt. Vor dieser Markthalle trifft man auf angelegte Fischerboote, die direkt über temporär angebrachte Verkaufstresen Fische und weitere Lebensmittel den Passanten zum Kauf anbieten. Neben diesen Booten hat man die Gelegenheit, frisch zubereitete Fischgerichte in einem der unzähligen Esszelte zu geniessen oder irgend welche Souvenirs, von Magneten über Bären- oder Renntierfleisch in Dosen bis ganze Tierfelle, zu kaufen. Wenige Gehminuten entfernt befindet sich das Stadtmuseum. Kostenloser Eintritt, WC, Wifi und eine eindrückliche 'Zeitmaschine'. Durch eine 3D Brille wird einem der Unterschied des heutigen und des Helsinkis längst vergangener Tagen gezeigt.
Hinter dem Museum tront ein Wahrzeichen der Stadt, der Dom von Helsinki.
Ebenfalls nur einen Katzensprung entfernt gibt es die Uspenski-Kathedrale zu betrachten. Weil wir am ersten Tag kurz nach Schliessung der Eingangstüren um 16 Uhr bei dieser Uspenski-Kathedrale eintrafen, suchten wir am Folgetag den selben Ort wieder auf. Unterwegs dorthin schienen wir uns verlaufen zu haben. Da, plötzlich tauchte hinter den Wohn- und Geschäftsgebäuden vor uns eine elegante Kuppel auf. 'Schau, dort hin müssen wir, das ist die höchste Kuppel der Kirche' sagte ich mit ausgestrecktem Zeigefinger. Zwei, drei Blocks später standen wir dann auch schon vor dieser Kuppel. Was sich unterhalb befand, sah keines Falls nach der gesuchten Kirche aus. Es ragte ein unspektakuläres Büro- oder Wohngebäude in die Höhe, das stolz eine Kuppel als Dach präsentierte.
Eine Richtungsänderung, und einige Minuten spazieren, brachte uns dann doch noch vor das gesuchte Gebäude.
Es gibt dort eine alte Markthalle (Vanha kauppahalli) die von 2012 bis 2014 renoviert wurde und heute ein hipster Foodcourt (ähnlich wie auch die Hietalahti Markthalle) beherbergt. Vor dieser Markthalle trifft man auf angelegte Fischerboote, die direkt über temporär angebrachte Verkaufstresen Fische und weitere Lebensmittel den Passanten zum Kauf anbieten. Neben diesen Booten hat man die Gelegenheit, frisch zubereitete Fischgerichte in einem der unzähligen Esszelte zu geniessen oder irgend welche Souvenirs, von Magneten über Bären- oder Renntierfleisch in Dosen bis ganze Tierfelle, zu kaufen. Wenige Gehminuten entfernt befindet sich das Stadtmuseum. Kostenloser Eintritt, WC, Wifi und eine eindrückliche 'Zeitmaschine'. Durch eine 3D Brille wird einem der Unterschied des heutigen und des Helsinkis längst vergangener Tagen gezeigt.
Hinter dem Museum tront ein Wahrzeichen der Stadt, der Dom von Helsinki.
Ebenfalls nur einen Katzensprung entfernt gibt es die Uspenski-Kathedrale zu betrachten. Weil wir am ersten Tag kurz nach Schliessung der Eingangstüren um 16 Uhr bei dieser Uspenski-Kathedrale eintrafen, suchten wir am Folgetag den selben Ort wieder auf. Unterwegs dorthin schienen wir uns verlaufen zu haben. Da, plötzlich tauchte hinter den Wohn- und Geschäftsgebäuden vor uns eine elegante Kuppel auf. 'Schau, dort hin müssen wir, das ist die höchste Kuppel der Kirche' sagte ich mit ausgestrecktem Zeigefinger. Zwei, drei Blocks später standen wir dann auch schon vor dieser Kuppel. Was sich unterhalb befand, sah keines Falls nach der gesuchten Kirche aus. Es ragte ein unspektakuläres Büro- oder Wohngebäude in die Höhe, das stolz eine Kuppel als Dach präsentierte.
Eine Richtungsänderung, und einige Minuten spazieren, brachte uns dann doch noch vor das gesuchte Gebäude.
Schweiz bis Indonesien über Land- & Seeweg
Nach einem Sommer mit viel Arbeit auf einer traumhaften Insel, unweit von Rapperswil, entschlossen Erna und ich (mittlerweilen verheiratet) über Land- und Seeweg von der Schweiz bis nach Indonesien zu gelangen.
Die Reiseroute sieht ungefähr so aus:
Deutschland, Finnland, Russland, China, Vietnam, Kambodscha oder Laos, Thailand, Myanmar, Malaysia, Indonesien.
Da wir bereits Mitte April 2019, kurz vor Saisonstart auf der Insel, wieder in der Schweiz zurück sein möchten, beginnen wir die Reise mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Dass wir noch auf Fahrräder umsteigen ist sehr unwahrscheinlich, aber möglich ist vieles.
Da wir bereits Mitte April 2019, kurz vor Saisonstart auf der Insel, wieder in der Schweiz zurück sein möchten, beginnen wir die Reise mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Dass wir noch auf Fahrräder umsteigen ist sehr unwahrscheinlich, aber möglich ist vieles.
Kurz nach Ende der Saisonarbeit stand ein, schon beinahe traditionelles, 'Mitarbeiterreisli' an.
Ein Wochenende in Hamburg, sollte es dieses Mal sein. Ein sehr guter Ort, um die Reise nach Südostasien fortzusetzen.
Hamburg erreichten wir von Zürich aus im Nachtzug. Nach dem Wochenende fuhren Erna und ich ins unweit gelegene Travemünden, wo uns eine Fähre erwartete. Es stand uns eine etwa 30 stündige Schifffahrt, in die Finnische Hauptstadt Helsinki, bevor.
Sehr komfortabel reisten wir in einer Zweibett-Kabine mit Meeresblick. Zu Beginn einer Reise schaue ich noch nicht so sehr auf die Reisekosten. Das Abwägen ob es sich lohnt etwas mehr Geld für besseren Transport, Essen und Getränk oder Unterkunft auszugeben, kommt erst nach 'ner Zeit wenn ich mich den Relationen der jeweiligen Länder angepasst habe.
Ein Wochenende in Hamburg, sollte es dieses Mal sein. Ein sehr guter Ort, um die Reise nach Südostasien fortzusetzen.
Hamburg erreichten wir von Zürich aus im Nachtzug. Nach dem Wochenende fuhren Erna und ich ins unweit gelegene Travemünden, wo uns eine Fähre erwartete. Es stand uns eine etwa 30 stündige Schifffahrt, in die Finnische Hauptstadt Helsinki, bevor.
Freitag, 29. August 2014
Ein Jahr
Zwischen
diesem und dem vergangenen Eintrag ist ein ganzes Jahr vergangen.
Ich war wohl ein bisschen schreibfaul.
Doch nun befinde ich mich wieder einmal in Indonesien, wo sich viel Zeit fuer Dinge wie
"Schreiben eines Blogeintrages" finden laesst.
Vor ungefaehr einem Jahr hat mein Vater und ich sein Sportgeschäft "Huber Sport" neu eingerichtet, angestrichen und das Logo neu kreiert .
Wenige Fotos dazu findet ihr im Fotoalbum "Huber Sport" rechts nebenan.
Fuer den Neustart durfte eine Webseite auch nicht fehlen. So gestalteten wir www.huber-sport.ch
Neben einem Online Shop und dem Sortiment von neuen Artikeln, findet man auch die Rubrik "Sportbörse". In der Sportbörse lassen sich (ganzjaehrig) gebrauchte, gut erhaltene Sportartikel kaufen und verkaufen. Einige wenige Artikel sind online zu sehen, viele weitere in der Sportbörsenabteilung im Sportgeschäft.
Am 05. und 06. September 2014 organisiert Huber Sport auch noch eine Outdoorbörse und Restpostenverkauf. Mehr Informationen unter: huber-sport.ch
So, genug der Werbung :-)
Im vergangenen Winter arbeitete ich mit meinem Vater und Grossvater (der in seinem hohen Alter noch immer fleissig und sehr motiviert in der Ski Werkstatt taetig ist).
Waehrend dieser Zeit hatte ich das Glueck, dass mich meine Freundin, waehrend drei Monaten, besuchen durfte. Doch zuvor vergingen abermals mehrere Wochen, bis das Schengen Visa den Weg in ihren Reisepass fand und sie das Flugzeug in die Schweiz besteigen durfte.
Im Fruehjahr leistete ich einen weiteren Zivildiensteinsatz in einer Jugendhereberge, bevor ich mich auf den Weg nach Indonesien begab.
Einige Wochen spaeter hiess es ab nach Japan. Im Lande der aufgehenden Sonne warteten zweieinhalb Monate Hausbau auf mich.
Gabriel und Kyoko erwarben ein kleines Haeuschen in der Ortschaft, in der sie die vergangenen drei Wintersaisons eine Lodge fuehren durften.
Um dieses neue Heim moeglichst Energieeffizient zu halten, musste alles, ausser der Grundmauer, das Wandgeruest und Dach, abgerissen werden.
Gar der Boden aussen um das Untergeschoss herum wurde von uns ausgehoben und mit Hilfe eines Sickerrohres und einer Aussenisolierung der Grundmauer bestens von eindringender Feuchtigkeit und Kaelte geschuetzt.
Der Aufbau der Hausfassade wird aus fuenf Schichten bestehen:
Nicht das Abbrechen oder Aufbauen selbst, aber die Beschaffung der notwendigen Materialien und die unterschiedliche Vorstellung der Bauweise seitens der Zimmermaenner und uns.
Das Haus ist noch im Bau, ich befinde mich jedoch wieder in Indonesien bei meiner Freundin.
Hier geniesse ich das warme Wetter (nicht zu heiss zu dieser Jahreszeit), das feine und guenstige Essen und das "nicht-zu-viel-Tun".
Ich war wohl ein bisschen schreibfaul.
Doch nun befinde ich mich wieder einmal in Indonesien, wo sich viel Zeit fuer Dinge wie
"Schreiben eines Blogeintrages" finden laesst.
Vor ungefaehr einem Jahr hat mein Vater und ich sein Sportgeschäft "Huber Sport" neu eingerichtet, angestrichen und das Logo neu kreiert .
Wenige Fotos dazu findet ihr im Fotoalbum "Huber Sport" rechts nebenan.
Fuer den Neustart durfte eine Webseite auch nicht fehlen. So gestalteten wir www.huber-sport.ch
Neben einem Online Shop und dem Sortiment von neuen Artikeln, findet man auch die Rubrik "Sportbörse". In der Sportbörse lassen sich (ganzjaehrig) gebrauchte, gut erhaltene Sportartikel kaufen und verkaufen. Einige wenige Artikel sind online zu sehen, viele weitere in der Sportbörsenabteilung im Sportgeschäft.
Am 05. und 06. September 2014 organisiert Huber Sport auch noch eine Outdoorbörse und Restpostenverkauf. Mehr Informationen unter: huber-sport.ch
So, genug der Werbung :-)
Waehrend dieser Zeit hatte ich das Glueck, dass mich meine Freundin, waehrend drei Monaten, besuchen durfte. Doch zuvor vergingen abermals mehrere Wochen, bis das Schengen Visa den Weg in ihren Reisepass fand und sie das Flugzeug in die Schweiz besteigen durfte.
Im Fruehjahr leistete ich einen weiteren Zivildiensteinsatz in einer Jugendhereberge, bevor ich mich auf den Weg nach Indonesien begab.
Einige Wochen spaeter hiess es ab nach Japan. Im Lande der aufgehenden Sonne warteten zweieinhalb Monate Hausbau auf mich.
Gabriel und Kyoko erwarben ein kleines Haeuschen in der Ortschaft, in der sie die vergangenen drei Wintersaisons eine Lodge fuehren durften.
Um dieses neue Heim moeglichst Energieeffizient zu halten, musste alles, ausser der Grundmauer, das Wandgeruest und Dach, abgerissen werden.
Gar der Boden aussen um das Untergeschoss herum wurde von uns ausgehoben und mit Hilfe eines Sickerrohres und einer Aussenisolierung der Grundmauer bestens von eindringender Feuchtigkeit und Kaelte geschuetzt.
Der Aufbau der Hausfassade wird aus fuenf Schichten bestehen:
- Holzschirm (aussen)
- Pavatex
- Isoflock
- OSB (Grobspanplatten)
- Gips (innen)
Nicht das Abbrechen oder Aufbauen selbst, aber die Beschaffung der notwendigen Materialien und die unterschiedliche Vorstellung der Bauweise seitens der Zimmermaenner und uns.
Das Haus ist noch im Bau, ich befinde mich jedoch wieder in Indonesien bei meiner Freundin.
Hier geniesse ich das warme Wetter (nicht zu heiss zu dieser Jahreszeit), das feine und guenstige Essen und das "nicht-zu-viel-Tun".
Montag, 5. August 2013
Reisekino Toggenburg: Änderung
Das im Blogeintrag vom 29. Juni 2013 erwähnte
Reisekino Toggenburg hat eine Änderung im Programm zu verkünden:
Anstelle des Vortrages "Abenteuer Dhaulagiri" am Donnerstag den 5. September 2013, wird nun der super spannende Klettervortrag
"20'000 KM KLETTERTRIP, vom nördlichsten zum südlichsten Punkt Europas" gezeigt.
Reisekino Toggenburg hat eine Änderung im Programm zu verkünden:
Anstelle des Vortrages "Abenteuer Dhaulagiri" am Donnerstag den 5. September 2013, wird nun der super spannende Klettervortrag
"20'000 KM KLETTERTRIP, vom nördlichsten zum südlichsten Punkt Europas" gezeigt.
Donnerstag, 25. Juli 2013
Erneuter Visaantrag
Weiterhin helfe ich meinem Vater und konzentriere mich bereits wieder auf den mühseligen Weg, ein Visum für Erna zu erhalten.Obwohl sie bereits beim vergangenem Visum alle Anforderungen erfüllte und pünktlich wieder
ausreiste, muss derselbe langatmige Prozess wiederholt werden.
"Ebenfalls müsse man auch dieses Mal mit einem Rekurs rechnen", so von der Seite des Migrationsamtes.
Wir hoffen, dass es uns durch die Erfahrung des vergangenen Antrags etwas leichter fällt und
wir uns im November (dieses Jahres) wieder sehen werden.
ausreiste, muss derselbe langatmige Prozess wiederholt werden.
"Ebenfalls müsse man auch dieses Mal mit einem Rekurs rechnen", so von der Seite des Migrationsamtes.
Wir hoffen, dass es uns durch die Erfahrung des vergangenen Antrags etwas leichter fällt und
wir uns im November (dieses Jahres) wieder sehen werden.
Samstag, 29. Juni 2013
Reisekino Toggenburg 2013
Einerseits werde ich sicher meinem Vater bei der Übernahme des Sportgeschäfts seines Vaters behilflich sein.
Alle Sportartikel und die ganze Inneneinrichtung müssen raus, damit dem Laden einen neuen Anstrich verpasst werden kann.
Anderseits helfe ich auch wieder bei den Vorbereitungen und der Durchführung des Open Air Reisekinos* mit.
*Für mehr Informationen zu den Reisevorträgen in der wundervollen Umgebung des Toggenburgs besuche: www.reisekino-toggenburg.ch
Montag, 24. Juni 2013
Besuch der Freundin
Während der letzten Woche meines Zivildienstes in Zermatt, genoss ich die Gegenwart meiner Freundin. Wie bereits im Blogeintrag vom 13.02.2013 erwähnt, hatte sie zum ersten Mal die Erlaubnis, mich in meinem Heimatland zu besuchen.
Dass einiges für sie neu sein wird habe ich mir bereits gedacht. War dann aber trotzdem sehr überrascht, als ich sie bereits wenige Minuten, nachdem wir uns am Flughafen herzhaft begrüssten, aus den Augen verlor. Es war in einem Einkaufsladen am Bahnhof, wo ich pressierte um einige Zutaten für das Nachtessen einzukaufen, um den wenige Minuten später abfahrende Zug zu erwischen. Rasch ging ich zum Eingang zurück und fand dort Erna, gewappnet mit ihrer Fotokamera,
gemächlich vor dem Gemüseregal stehend, die grossen, saftigen Tomaten im Visier.
An anderen Tagen überraschte sie mich mit ihrem grossen Interesse Hühner, schwarz-weisse Schafe oder hellhäutige Bauarbeiter zu fotografieren.
Nicht dass es keine Tomaten, Hühner, Schafe oder hellhäutige Menschen in Indonesien gib, jedoch haben wir hier Tomaten ohne runde Form (Fleischtomaten), Bio-Freilandhühner die kräftig, nicht mager, herum stolzieren und Europäer die auf dem Bau arbeiten.
Zusammen reisten wir viel umher und besuchten Freunde. In Belgien eine alte Freundin aus ihrer Studentenzeit, in Ungran eine ehemalige Arbeitskollegin und in der Schweiz Freunde und Verwandte von mir. Es war eine schöne und interessante Zeit. Aber auch etwas stressig wegen den vielen Besuchen und Ausflügen. Die eineinhalb Monate gingen im nu vorbei und sie befindet sich bereits wieder zurück in Indonesien
Dass einiges für sie neu sein wird habe ich mir bereits gedacht. War dann aber trotzdem sehr überrascht, als ich sie bereits wenige Minuten, nachdem wir uns am Flughafen herzhaft begrüssten, aus den Augen verlor. Es war in einem Einkaufsladen am Bahnhof, wo ich pressierte um einige Zutaten für das Nachtessen einzukaufen, um den wenige Minuten später abfahrende Zug zu erwischen. Rasch ging ich zum Eingang zurück und fand dort Erna, gewappnet mit ihrer Fotokamera,
gemächlich vor dem Gemüseregal stehend, die grossen, saftigen Tomaten im Visier.
An anderen Tagen überraschte sie mich mit ihrem grossen Interesse Hühner, schwarz-weisse Schafe oder hellhäutige Bauarbeiter zu fotografieren.Nicht dass es keine Tomaten, Hühner, Schafe oder hellhäutige Menschen in Indonesien gib, jedoch haben wir hier Tomaten ohne runde Form (Fleischtomaten), Bio-Freilandhühner die kräftig, nicht mager, herum stolzieren und Europäer die auf dem Bau arbeiten.
Zusammen reisten wir viel umher und besuchten Freunde. In Belgien eine alte Freundin aus ihrer Studentenzeit, in Ungran eine ehemalige Arbeitskollegin und in der Schweiz Freunde und Verwandte von mir. Es war eine schöne und interessante Zeit. Aber auch etwas stressig wegen den vielen Besuchen und Ausflügen. Die eineinhalb Monate gingen im nu vorbei und sie befindet sich bereits wieder zurück in Indonesien
Freitag, 22. März 2013
Zivildienst in Zermatt
Die Zeit zwischen Mitte Februar bis Mitte Mai dieses Jahres, verbringe ich in
einer Jugendherberge in Zermatt. Absolviere hier einen weiteren Zivildienst.
Meine Arbeiten gehen von Schneeschaufeln über Geschirrspülen, Bodenreinigung, kleineren Reparaturen bis hin zum Betreiben einer kleinen Schnee-Bar an Wochenenden.
Neben der eindrucksvollen Präsenz des Matterhorns, erheitert mich das Wetter hier, in der Höhe von ungefähr 1'600 m ü. M. zutiefst. Des Öfteren herrschen Sonnenschein und blauer Himmel. Nur dann und wann tauchen dunkle Wolken auf und verursachen Schneefall.
Ebenfalls die Aussicht von den Gipfeln, von denen einige ganz einfach mit Gondeln, Skiliften oder der Gornergratbahn zu erreichen sind, gestaltet den Aufenthalt hier sehr interessant (siehe rechts, Fotoalbum).
Die Umgebung hier ist mit dutzenden Viertausendern und diversen Gletschern geschmückt.
Ein negativer Aspekt ist die weltweite Berühmtheit Zermatts.
Beim Bahnhof beginnt eine Einkaufsstrasse die mich an einen Themenpark erinnert.
Es erscheint künstlich, absichtlich für die unzählig heraufströmenden Touristen hingestellt.
Sogar eine der berühmten Fastfoodketten findet sich in diesem Alpendorf.
Immerhin versuchen viele Bauherren, den traditionellen Baustil zu kopieren. Für manche der neueren Häuser,
wurden alte Heuschober demontiert, um mit dessen Holzbretter die Fassaden der Neubauten traditionell erscheinen zu lassen.
Schlendert man ein bisschen abseits der erwähnten Bahnhofstrasse, vermag man noch Strässchen mit original-traditionellen Häuschen zu sehen.
Meine Arbeiten gehen von Schneeschaufeln über Geschirrspülen, Bodenreinigung, kleineren Reparaturen bis hin zum Betreiben einer kleinen Schnee-Bar an Wochenenden.
Neben der eindrucksvollen Präsenz des Matterhorns, erheitert mich das Wetter hier, in der Höhe von ungefähr 1'600 m ü. M. zutiefst. Des Öfteren herrschen Sonnenschein und blauer Himmel. Nur dann und wann tauchen dunkle Wolken auf und verursachen Schneefall.
Ebenfalls die Aussicht von den Gipfeln, von denen einige ganz einfach mit Gondeln, Skiliften oder der Gornergratbahn zu erreichen sind, gestaltet den Aufenthalt hier sehr interessant (siehe rechts, Fotoalbum).
Die Umgebung hier ist mit dutzenden Viertausendern und diversen Gletschern geschmückt.
Ein negativer Aspekt ist die weltweite Berühmtheit Zermatts.
Beim Bahnhof beginnt eine Einkaufsstrasse die mich an einen Themenpark erinnert.
Es erscheint künstlich, absichtlich für die unzählig heraufströmenden Touristen hingestellt.
Sogar eine der berühmten Fastfoodketten findet sich in diesem Alpendorf.
Immerhin versuchen viele Bauherren, den traditionellen Baustil zu kopieren. Für manche der neueren Häuser,
wurden alte Heuschober demontiert, um mit dessen Holzbretter die Fassaden der Neubauten traditionell erscheinen zu lassen.
Schlendert man ein bisschen abseits der erwähnten Bahnhofstrasse, vermag man noch Strässchen mit original-traditionellen Häuschen zu sehen.
Mittwoch, 13. Februar 2013
Eine erfreuliche Nachricht
Gestern befand sich ein Schreiben des Bundesamtes für Migration im Briefkasten, in dem unter anderem folgendes zu lesen war:
"Nach Prüfung der uns zur Verfügung stehenden Unterlagen erachten wir die Voraussetzun-
gen zur Erteilung des beantragten Visums als erfüllt. In Gutheissung Ihrer Einsprache haben
wir daher die schweizerische Auslandvertretung in Jakarta auf elektronischem Weg ermäch-
tigt, den nachgesuchten Sichtvermerk auszustellen."
Das Rekursverfahren dauerte ungefähr zwei Monate. Dabei wanderten die eingereichten Dokumente durch mehrere Büros.
Von Jakarta nach Bern, zum Bundesamt für Migration (BFM). Danach nach St. Gallen zum Migrationsamt von wo uns eine Verpflichtungserklärung (ehemals Garantieerklärung) und ein mehrseitiger Fragebogen zugesandt wurde. Mit beiden Formularen ausgefüllt und der letzten Steuererklärung des Sponsors (in diesem Falle mein Vater), musste der Gang zur Wohngemeinde in Angriff genommen werden.
Dort musste dann noch das Betreibungsregister des Sponsors für Sfr. 50.- ausgedruckt werden, bevor diese Papiere den Weg zurück nach St. Gallen machen konnten.
Kurz danach erhielt das BFM in Bern wieder Post vom Migrationsamt St. Gallen um den Entscheid des Rekurses zu fällen und den Sponsor der Antragstellerin sowie die Schweizer Botschaft in Jakarta darüber zu informieren.
Die Antragstellerin darf nun wiederholt ein Visaantragsformular ausfüllen und zusammen mit nochmals zwei Passfotos, je einer Kopie der Reiseversicherung sowie des Flugtickets und ihrem Pass zur Botschaft fahren (muss nicht persönlich vorbei geh'n). Dann geht's noch bis maximal drei Tage und das lang ersehnte Visum wird sich endlich im Pass befinden.
Mitte dieses Jahres wird sie dann für 42 Tage die Erlaubnis haben, sich in der Schweiz, und den anderen Ländern im Schengenraum, aufzuhalten.
"Nach Prüfung der uns zur Verfügung stehenden Unterlagen erachten wir die Voraussetzun-
gen zur Erteilung des beantragten Visums als erfüllt. In Gutheissung Ihrer Einsprache haben
wir daher die schweizerische Auslandvertretung in Jakarta auf elektronischem Weg ermäch-
tigt, den nachgesuchten Sichtvermerk auszustellen."
Das Rekursverfahren dauerte ungefähr zwei Monate. Dabei wanderten die eingereichten Dokumente durch mehrere Büros.
Von Jakarta nach Bern, zum Bundesamt für Migration (BFM). Danach nach St. Gallen zum Migrationsamt von wo uns eine Verpflichtungserklärung (ehemals Garantieerklärung) und ein mehrseitiger Fragebogen zugesandt wurde. Mit beiden Formularen ausgefüllt und der letzten Steuererklärung des Sponsors (in diesem Falle mein Vater), musste der Gang zur Wohngemeinde in Angriff genommen werden.
Dort musste dann noch das Betreibungsregister des Sponsors für Sfr. 50.- ausgedruckt werden, bevor diese Papiere den Weg zurück nach St. Gallen machen konnten.
Kurz danach erhielt das BFM in Bern wieder Post vom Migrationsamt St. Gallen um den Entscheid des Rekurses zu fällen und den Sponsor der Antragstellerin sowie die Schweizer Botschaft in Jakarta darüber zu informieren.
Die Antragstellerin darf nun wiederholt ein Visaantragsformular ausfüllen und zusammen mit nochmals zwei Passfotos, je einer Kopie der Reiseversicherung sowie des Flugtickets und ihrem Pass zur Botschaft fahren (muss nicht persönlich vorbei geh'n). Dann geht's noch bis maximal drei Tage und das lang ersehnte Visum wird sich endlich im Pass befinden.
Mitte dieses Jahres wird sie dann für 42 Tage die Erlaubnis haben, sich in der Schweiz, und den anderen Ländern im Schengenraum, aufzuhalten.
Freitag, 18. Januar 2013
Rückreise
Die letzten drei Tage vor meiner Rückreise, genossen Erna und ich in
einer gemütlichen Unterkunft im touristischen Stadtteil Prawirotaman.
Am dritten Tag noch ein letztes gemeinsames Frühstück bei Sonnenschein und tropischen Temperaturen bevor es dann auf meine mehr als 24 Stunden lange Reise in die winterliche Schweiz ging. Über Jakarta und Abu Dhabi erreichte ich gestern in der Früh Genf und kurze Zeit später das in minus Temperatur liegende Bern.
Am dritten Tag noch ein letztes gemeinsames Frühstück bei Sonnenschein und tropischen Temperaturen bevor es dann auf meine mehr als 24 Stunden lange Reise in die winterliche Schweiz ging. Über Jakarta und Abu Dhabi erreichte ich gestern in der Früh Genf und kurze Zeit später das in minus Temperatur liegende Bern.
Wie bereits früher erwähnt, konnte mich Erna auf dieser Reise nicht begleiten. Der Rekursprozess ihres abgelehnten Visaantrages ist zur Zeit noch im Gange.
1-Zimmer Wohnung in Indonesien
Nicht ungewöhnlich für eine alleinstehende Person in Indonesien ist das Wohnen in einem Kos, einer 1-Zimmerwohnung.
Das untenstehenden Video zeigt einen solch kleinen Wohnraum, für welchen Ariy ungefähr CHF 50.- Monatsmiete bezahlt.
Das untenstehenden Video zeigt einen solch kleinen Wohnraum, für welchen Ariy ungefähr CHF 50.- Monatsmiete bezahlt.
Donnerstag, 10. Januar 2013
Machtausuebung und Ernas Wohnung
Machtmissbrauch von Staatsangestellten
Nach drei Arbeitstagen befand ich mich wieder im
Immigrations Buero.
Nicht wie erwartet erhielt ich den Pass mit dem Visa sofort, sondern musste von einem Schalter zum naechsten rennen. Zuerst erhielt ich die, beim letzten Besuch abgegebene, Antragsmappe mit allen Unterlagen in die Haende gedrueckt. Damit musste ich zu einem Schalter um die Visakosten zu bezahlen. Nach ungefaehr 10 Minuten war das erledigt. Zurueck beim ersten Schalter hiess es, ich kann nach einigen Stunden wieder vorbei kommen um dann den Pass mit der verlaengerten Aufenthaltsbewilligung entgegen zu nehmen. Sehr erstaunt und etwas genervt fragte ich die Sachbearebeiterin, was zum Teufel sie in den vergangenen drei Tagen gemacht habe?
“Es erscheint mir, dass drei Tage lang nichts mit meinen Unterlagen geschehen ist und der Verlaengerungsantrag erst jetzt bearbeitet wird”, sagte ich. Vielmehr als: “Heute um 14:00 Uhr koennen sie den Pass abholen” erhielt ich nicht als Antwort.
Etwas spaeter versuchte mir ein hoeher positioniert scheinender Herr zu erklaeren, dass meine Daten zuerst an eine Abteilung in der Hauptstadt zur Ueberpruefung uebermittelt werden mussten. Darum diese drei Tage Wartezeit. Mir war noch immer nicht klar, weshalb ich nun beim Abholtermin nochmals einige Stunden auf den Stempel im Pass warten musste. Dieser Mann bemerkte dann noch beilaeufig, dass ich vielleicht bei der letzten Verlaengerung (in Bandung, etwa zwei Jahre frueher) mehr bezahlt habe (Schmiergeld) und darum die Verlaengerung sofort erhielt. Leider kann ich mich nicht mehr so genau erinnern.
Ferner, als mich dieser Mann nach dem Grund meines Verlaengerungsantrages befragte
und wozu ich es so eilig hab’, beruhigte ich mich, beantwortete brav seine
Fragen und entschuldigte mich fuer mein grobes Verhalten .
Innerlich war ich jedoch noch immer genervt. Allerdings aus Furcht er koennte mir die Verlaengerung verweigern, machte ich gute Miene zum schlechten Spiel. Kurz darauf uebergab er mir meinen Pass mit dem gewuenschten Stempel.
Erna erklaerte mir, solche Machtausuebungen von Staatsangestellten sei hier ganz normal.
Des weiteren erzaehlte sie mir von einem Vorfall den sie waehrend einer Bussfahrt erlebte.
Damals stand ihr Bus links neben einem Pkw vor einer roten Verkehrsampel. Als diese auf gruen schaltete, startete der Bus durch und bog vor dem Auto, das geradeaus fahren wollte, nach rechts ab.
Bei der naechsten Lichtsignalanlage wollte der Busfahrer gerade anfahren, als ploetzlich der zuvor erwaehnte Wagen den Reisebus ueberholte und sich quer in die Strasse stellte. Der Fahrer des Personenwagens stieg aus und forderte den Busfahrer auf, die Fahrerkabine zu verlassen. Als er sich weigerte und verbluefft nach dem Grund fragte, stieg der wutenbrannte Mann in den Bus, stellte sich vor den Fahrer hin und sagte etwas, das Erna nicht klar hoeren konnte. Dann schlug er dem Buschauffeur mitten ins Gesicht und schrie: “Ich rate dir auf der Hut zu sein, wenn du naechstes Mal meinen Ort durchfaehrst”. Der geschlagene Fahrer entschuldigte sich und beugte sich mehrmals unterwuerfig. Erna meinte weiter, mit “meinen Ort” war ein nahe liegender Armeestuetzpunkt gemeint, wo diese agressive Person arbeiten soll.
Nicht wie erwartet erhielt ich den Pass mit dem Visa sofort, sondern musste von einem Schalter zum naechsten rennen. Zuerst erhielt ich die, beim letzten Besuch abgegebene, Antragsmappe mit allen Unterlagen in die Haende gedrueckt. Damit musste ich zu einem Schalter um die Visakosten zu bezahlen. Nach ungefaehr 10 Minuten war das erledigt. Zurueck beim ersten Schalter hiess es, ich kann nach einigen Stunden wieder vorbei kommen um dann den Pass mit der verlaengerten Aufenthaltsbewilligung entgegen zu nehmen. Sehr erstaunt und etwas genervt fragte ich die Sachbearebeiterin, was zum Teufel sie in den vergangenen drei Tagen gemacht habe?
“Es erscheint mir, dass drei Tage lang nichts mit meinen Unterlagen geschehen ist und der Verlaengerungsantrag erst jetzt bearbeitet wird”, sagte ich. Vielmehr als: “Heute um 14:00 Uhr koennen sie den Pass abholen” erhielt ich nicht als Antwort.
Etwas spaeter versuchte mir ein hoeher positioniert scheinender Herr zu erklaeren, dass meine Daten zuerst an eine Abteilung in der Hauptstadt zur Ueberpruefung uebermittelt werden mussten. Darum diese drei Tage Wartezeit. Mir war noch immer nicht klar, weshalb ich nun beim Abholtermin nochmals einige Stunden auf den Stempel im Pass warten musste. Dieser Mann bemerkte dann noch beilaeufig, dass ich vielleicht bei der letzten Verlaengerung (in Bandung, etwa zwei Jahre frueher) mehr bezahlt habe (Schmiergeld) und darum die Verlaengerung sofort erhielt. Leider kann ich mich nicht mehr so genau erinnern.
Innerlich war ich jedoch noch immer genervt. Allerdings aus Furcht er koennte mir die Verlaengerung verweigern, machte ich gute Miene zum schlechten Spiel. Kurz darauf uebergab er mir meinen Pass mit dem gewuenschten Stempel.
Erna erklaerte mir, solche Machtausuebungen von Staatsangestellten sei hier ganz normal.
Des weiteren erzaehlte sie mir von einem Vorfall den sie waehrend einer Bussfahrt erlebte.
Damals stand ihr Bus links neben einem Pkw vor einer roten Verkehrsampel. Als diese auf gruen schaltete, startete der Bus durch und bog vor dem Auto, das geradeaus fahren wollte, nach rechts ab.
Bei der naechsten Lichtsignalanlage wollte der Busfahrer gerade anfahren, als ploetzlich der zuvor erwaehnte Wagen den Reisebus ueberholte und sich quer in die Strasse stellte. Der Fahrer des Personenwagens stieg aus und forderte den Busfahrer auf, die Fahrerkabine zu verlassen. Als er sich weigerte und verbluefft nach dem Grund fragte, stieg der wutenbrannte Mann in den Bus, stellte sich vor den Fahrer hin und sagte etwas, das Erna nicht klar hoeren konnte. Dann schlug er dem Buschauffeur mitten ins Gesicht und schrie: “Ich rate dir auf der Hut zu sein, wenn du naechstes Mal meinen Ort durchfaehrst”. Der geschlagene Fahrer entschuldigte sich und beugte sich mehrmals unterwuerfig. Erna meinte weiter, mit “meinen Ort” war ein nahe liegender Armeestuetzpunkt gemeint, wo diese agressive Person arbeiten soll.
Ernas Haus
Wenn ich mich nicht gerade von Staatsangestellten nerven
lasse, dann verbringe ich viel Zeit in Ernas Familienhaus. Es handelt sich um
ein zweistoeckiges Gebaeude direkt an einer sehr verkehrsreichen Strasse.
Im Erdgeschoss gibt es drei kleine Geschaefte:
Ein Kleidergeschaeft mit trendigen Klamotten aus der Hauptstadt, teilzeitlich gefuehrt von der aeltesten Schwester.
Ein Motorbike An- und Verkauf Shop, geleited vom Onkel.
Das dritte Ladenabteil wurde vor kurzem an eine Bank vermietet.
Im Erdgeschoss gibt es drei kleine Geschaefte:
Ein Kleidergeschaeft mit trendigen Klamotten aus der Hauptstadt, teilzeitlich gefuehrt von der aeltesten Schwester.
Ein Motorbike An- und Verkauf Shop, geleited vom Onkel.
Das dritte Ladenabteil wurde vor kurzem an eine Bank vermietet.
Hinter dem Motorradgeschaeft befindet sich des Onkels Wohnung in welcher ebenfalls eine Haushaltshelferin lebt.
Keine Tuere, keine Wand trennt seinen Wohnraum von einem Aussenbereich wo er Fische zuechtet, kleinere Baeume gedeihen laesst und Singvoegel in hoelzernen Kaefigen haelt.
Im oberen Stock ist die Wohnug in der Erna lebt. Sie besteht aus einem Balkon geschmueckt mit dutzenden Topfpflanzen, einem WC mit Dusche, zwei Schlafzimmern und dem Wohnraum genutzt als Ess-, Komputer- und TV-Bereich.
Im einen Schlafzimmer uebernachtet einer ihrer Schwester mit Ehemann und einem 9 jaehrigen Sohn.
Im zweiten Zimmer sind vier Personen auf Matratzen am Fussboden beherbergt (inklusive mir). Zwischen Weihnacht und Neujahr leisteten uns noch zwei Leute zusaetzlich Gesellschaft.
Obwohl es mir hier gefaellt, bin ich trotzdem sehr froh, wenn Erna und ich einen kurzen Tages- oder Zweitagestrip unternehemen.
Manchmal ist es schwierig zu kommunizieren, dass wir lieber zu zweit und nicht mit Familienangehoerigen weg wollen. In Ihrer Kultur ist es normal, dass ein unverheiratetes Paar nicht alleine verreist.
Nichtsdestotrotz verbrachten wir letzte Woche zwei Tage in den “Bergen” bei Tawangmangu.
Vermutlich waren es die Huegel, Waelder und ein Klima wie bei uns im Sommer, welches mich in eine melancholische Stimmung versetzte. Ich glaube, ich hatte ein bisschen Heimweh.
Nur noch wenige Tage, bis am 16.01.2013, und ich bin bereits wieder auf dem Heimweg zurueck in die Schweiz.
Keine Tuere, keine Wand trennt seinen Wohnraum von einem Aussenbereich wo er Fische zuechtet, kleinere Baeume gedeihen laesst und Singvoegel in hoelzernen Kaefigen haelt.
Im oberen Stock ist die Wohnug in der Erna lebt. Sie besteht aus einem Balkon geschmueckt mit dutzenden Topfpflanzen, einem WC mit Dusche, zwei Schlafzimmern und dem Wohnraum genutzt als Ess-, Komputer- und TV-Bereich.
Im einen Schlafzimmer uebernachtet einer ihrer Schwester mit Ehemann und einem 9 jaehrigen Sohn.
Im zweiten Zimmer sind vier Personen auf Matratzen am Fussboden beherbergt (inklusive mir). Zwischen Weihnacht und Neujahr leisteten uns noch zwei Leute zusaetzlich Gesellschaft.
Obwohl es mir hier gefaellt, bin ich trotzdem sehr froh, wenn Erna und ich einen kurzen Tages- oder Zweitagestrip unternehemen.
Manchmal ist es schwierig zu kommunizieren, dass wir lieber zu zweit und nicht mit Familienangehoerigen weg wollen. In Ihrer Kultur ist es normal, dass ein unverheiratetes Paar nicht alleine verreist.
Nichtsdestotrotz verbrachten wir letzte Woche zwei Tage in den “Bergen” bei Tawangmangu.
Vermutlich waren es die Huegel, Waelder und ein Klima wie bei uns im Sommer, welches mich in eine melancholische Stimmung versetzte. Ich glaube, ich hatte ein bisschen Heimweh.
Nur noch wenige Tage, bis am 16.01.2013, und ich bin bereits wieder auf dem Heimweg zurueck in die Schweiz.
Samstag, 5. Januar 2013
Samstag, 22. Dezember 2012
Die Wunde und das Visa
Wartend auf Ernas Heilung befinden wir uns noch immer in ihrem
Elternhaus.
Nach dem Entfernen der Faeden in Yogyakarta stellten wir geschockt fest, dass
die Wunde kein bisschen zugewachsen war. Der Arzt erklaerte uns, dass die Raender beider Hautenden abgstorben sind und darum nicht zusammen wachsen
koennen.
Das bisschen abgestorbene Haut wurde entfernt, die offene Stelle gereinigt und mit einer sterilen Gaze abgedeckt. Seit diesem Tage erhalten wir taeglichen Besuch von einem Krankenpfleger, der die Wunde behandelt und dem Arzt Bericht erstattet (100'000 IDR = CHF 10.-/Besuch).
Bei einer aelteren Dame vergingen um die fuenf Monate bis eine aehnliche Verletzung zugewachsen war.
Da Erna juenger ist, soll es bei ihr weniger Zeit in Anspruch nehmen. Jedoch rechnen wir nicht mehr damit, dass wir noch vor meinem Rueckflug in die Schweiz mitte Januar 2013 zusammen reisen koennen.
Immerhin kann sie nun langsam und ohne Gehhilfe spazieren, was uns ermoeglicht, kleine Tagesausfluege zu unternehmen.
Das bisschen abgestorbene Haut wurde entfernt, die offene Stelle gereinigt und mit einer sterilen Gaze abgedeckt. Seit diesem Tage erhalten wir taeglichen Besuch von einem Krankenpfleger, der die Wunde behandelt und dem Arzt Bericht erstattet (100'000 IDR = CHF 10.-/Besuch).
Bei einer aelteren Dame vergingen um die fuenf Monate bis eine aehnliche Verletzung zugewachsen war.
Da Erna juenger ist, soll es bei ihr weniger Zeit in Anspruch nehmen. Jedoch rechnen wir nicht mehr damit, dass wir noch vor meinem Rueckflug in die Schweiz mitte Januar 2013 zusammen reisen koennen.
Immerhin kann sie nun langsam und ohne Gehhilfe spazieren, was uns ermoeglicht, kleine Tagesausfluege zu unternehmen.
Verlaengerung von "Visa bei Ankunft" (VOA)
Vor wenigen Tagen besuchten wir das Migrationsbuero in
Yogyakarta um mein einmonatiges Visa On Arrival (VOA) zu verlaengern. Ganz
gegen meine Erwartungen ging das schnell und ohne Probleme von statten*.
Alles was ich dazu benoetigte war ein ausgefuellte Antragsformular in offiziellem Umschlag (beides fuer 5’000 IDR = CHF 0.50.- vor Ort erhaeltlich), je eine Kopie der ersten Seite des Passes, derjenigen des Visa Auklebers, der Quittung fuer das bezahlte VOA und des Rueckflugtickets. Erna erscheint auf dem Verlaengerungsformular zwar als meinen Gastgeber und Sponsor, ihr Sponsorschreiben und Kopie ihrer ID-Karte wollte die Beamtin jedoch nicht.
Drei Werktage spaeter kann ich die 250’000 IDR (CHF 25.-) Visagebuehr bezahlen und meinen Pass, mit dem verlaengerten Visa, in Empfang nehmen.
Alles was ich dazu benoetigte war ein ausgefuellte Antragsformular in offiziellem Umschlag (beides fuer 5’000 IDR = CHF 0.50.- vor Ort erhaeltlich), je eine Kopie der ersten Seite des Passes, derjenigen des Visa Auklebers, der Quittung fuer das bezahlte VOA und des Rueckflugtickets. Erna erscheint auf dem Verlaengerungsformular zwar als meinen Gastgeber und Sponsor, ihr Sponsorschreiben und Kopie ihrer ID-Karte wollte die Beamtin jedoch nicht.
Drei Werktage spaeter kann ich die 250’000 IDR (CHF 25.-) Visagebuehr bezahlen und meinen Pass, mit dem verlaengerten Visa, in Empfang nehmen.
*Ungefaehr zwei Jahre frueher wurden meinen Nerven stark strapaziert, als
ich mein Visa in Bandung verlaengern wollte. Vielleicht, weil dazumal die
Moglichkeit ein VOA zu verlaengern ganz frisch war.
Siehe Blogeintrag:
http://www.fahrradreise.blogspot.com/2010/03/
Siehe Blogeintrag:
http://www.fahrradreise.blogspot.com/2010/03/
Sonntag, 9. Dezember 2012
Der steinige Weg zum Schengen Visa Antrag
Die Fahrt zur Botschaft
Da Jakartas Strassen chronisch mit unzaehligen Verkehrsteilnehmern verstopft ist, rechneten wir mit zwei Stunden Fahrzeit von unserer Unterkunft bis zur Schweizerischen Botschaft, was einen Weg von ungefaehr 10 km beanspruchte.
Bereits am Vorabend fragte ich Erna: “Ist es nicht besser, falls wir schon jetzt ein Taxi fuer den Morgen reservieren?”.
“Nein das ist nicht noetig, morgen frueh reicht voellig aus”, lautete ihre Antwort.
Aufgewacht kurz vor 07:00 Uhr hiess es dann, ich soll zur nahe gelegenen Hauptstrasse gehen und dort ein Taxi aus dem Verkehr fischen (Erna geht noch immer an Kruecken). Nach 30 Minuten und dutzenden von Taxis die ausnahmslos besetzt waren, ging ich erfolglos zurueck um Erna um einen Anruf an die Taxizentrale zu bitten.
“Normalerweise ist es schneller, ein Taxi anzuhalten als eines zu bestellen. Zumindest zu dieser Tageszeit.”, erklaerte sie mir.
Trotzdem bestand ich auf einen Anruf an die Zentrale. Als Sie dann die Nummer waehlte, hiess es, dass bis um 08:30 Uhr alle Fahrzeuge ausgebucht sind. Etwas genervt buckelte ich Erna auf meinen Ruecken und machte mich auf den Weg zurueck zur Hauptstrasse. Ich wollte unser Glueck im Autostopp versuchen.
Als nach wenigen Minuten ein Bus im Verkehrschaos auftauchte, hatte Erna die glorreiche Idee, diesen Bus zu nehmen um uns naeher ans Ziel zu befoerdern.Was wir dann auch taten.
Ausgestiegen aus dem Bus, konnten wir nach wenigen Sekunde ein freies Taxi sichten und dieses fuer unsere Dienste beanspruchen.
Im Auto erinnerte ich meine Freundin an ihren Kontoauszug, welcher fuer den Visaantrag benoetigt wird. Sofort erklaerte sie dem Fahrer, dass wir noch eine Bank besuchen muessen. Nur um auf Nummer sicher zu gehen, hakte ich nach: “Hast du ihm auch gesagt, dass wir keinen Bankomaten sondern eine Bankfiliale brauchen?”, “Ja-ja-jaaa” war die Antwort.
Es vergingen keine zwei Minuten und der Chauffeur stoppte vor einem Bankomaten. Schnell erhielt er die Aufforderung Ernas, die Fahrt fortzusetzen.
Hunger, Durst, Muedigkeit, Hitze und Stress zu diesem Tagesstart liess in mir die Wut hochkommen. Als ich mich etwas beruhigte, hielt das Taxi wieder an. Dieses Mal direkt vor dem Eingang zur Schweizer Botschaft. Ich schuettelte bloss den Kopf und sagte nicht mehr viel. Meine Freundin musste den Taxifahrer erneut auffordern weiter zu fahren
um uns endlich zu einer B-A-N-K-F-I-L-I-A-L-E zu bringen!
Angekommen in der Botschaft, zuerst wollte man uns den Eintritt verweigern, weil sie Ernas Name nicht auf der Besucherliste finden konnten, erfuhr ich, dass das Antragsformular noch das vom letzten Visaantrangsversuch (vor ungefaher zwei Jahren) war. Schnell-schnell musste so noch ein neues vierseitiges Formular ausgefuellt werden, waehrend dem die Botschafts-Mitarbeiterin auf uns wartetet.
Dann endlich wechselten die zu grossen Passfotos und alle erforderlichen Dokumente von uns in die Haende der Schweizer Botschaft.
“Noch den original Pass von der Antragstellerin, bitte”, forderte uns die Dame am Schalter auf.
“Ooops, Sven ich hab den in meiner Tasche die wir am Eingang in ein Schliessfach legen mussten”, sagte Erna mit verzogenem Gesicht. Mit dem Satz “einen kleinen Moment” machte ich mich auf schnellen Fuessen davon den Pass zu holen.
Etwas spaeter befanden wir uns wieder auf dem Weg zurueck zu Ernas Freunde, wo wir unser temporaeres Heim hatten.
Das Visa
Allen erforderlichen Dokumenten zum Trotz, erhielten wir schon drei Tage spaeter einen enttaeuschenden Bescheid. Das Visa wurde ihr verwehrt.
Auf dem Verweigerungsdokument ist als Grund lediglich einer der 11 vorgedruckten Gruende markiert. Dort steht, dass Ernas Rueckkehr nach Indonesien vor Ablauf des beantragten Visas nicht gewaehrleistet werden kann.
Unverstaendlich fuer uns, da folgendes eingereicht wurde:
- Ein Sponsorschreiben in dem steht, dass mein Vater fuer alle ihre Kosten wie Flugticket, Reiseversicherung, Essen und Wohnen waehrend ihrem Besuch in der Schweiz aufkommen wird. Ebenfalls garantiert er in diesem Brief, dass Erna keiner Arbeit oder Freiwilligendienst in der Schweiz nachgehen wird und sie rechtzeitig wieder nach Indonesien reist.
- Ein Brief von mir in dem ich erklaeren musste, wie wir uns kennen- Ihre Geburtsurkunde
- Familien Dokument (ein offizielles Papier welches Details aller Familienmitglieder auflistet)
- Das bereits bezahltes Hin- und Rueckflug Ticket
- Eine geforderte Reiseversicherung
- Bestaetigungsschreiben des Arbeitgebers
- Kontoauszug (der vergangenen drei Monaten) der Antragsstellerin
- Passkopie vom Sponsor (meinem Vater) und mir
- Mein Bankkonto-Auszug (obwohl nicht verlangt)
- Ihren gueltigen Pass plus zwei Passfotos
- Das vollstaendig ausgefuellte Antragsformular
Enttaeuscht und wuetend zugleich rief ich die Botschaft an. Erst nach bestimmten und lautem Verlangen wurde ich zur Dame durchgestellt, die uns am Schalter in Empfang genommen hatte.
Ihr machte ich klar, dass wir den Entscheid nicht verstehen koennen und fragte zugleich nach, ob die Botschaft es bevorzugt wenn Menschen in unserer Situation heiraten bevor die Indonesische Person je einmal in der Schweiz gewesen ist. Das provozieren sie, meiner Meinung nach, mit solchen untragbaren Entscheiden!
Als mein Meinung platziert war, beruhigte mich die Frau am anderen Ende des Telefons einwenig indem sie erklaerte, dass wir Rekurs beim Bundesamt fuer Migration (BFM) in Bern einlegen koennen und wir noch gute Chancen auf ein Visa haben.
“Viele abgelehnte Antragsteller gehehn diesen Weg”, meinte sie weiter.
Leider wird der Grund der Absage von der Botschaft nicht naeher erlaeutert, als der angekreuzte Satz auf dem Ablehnungsformular aussagt. Sicher ist, dass die Schweizer Botschaft bevollmaechtigt ist, Antraege auch ohne Begruendung abzulehnen
Einen solchen Job muss man haben! Einfach “Nein” sagen ohne Erklaerung! Wowww, die Schweizer Steuerzahler bezahlen den Lohn eines grundlosen “Neinsagers” oder einer “Neinsagerin”. Oder benoetigen die Schweizer Botschaften gar ganze Teams von “Neinsagern”? Das werden wir wohl nie erfahren.
Zu den ungefaehr CHF 70.- fuer den Visaantrag, die Bearbeitungsgebuehren von 150 plus 50 Schweizer Franken fuer das Annulieren des Flugtickets und der Reiseversicherung kommen nun weitere CHF 150.- fuer das Rekursverfahren dazu. Im Falle der Visaerteilung durch das BFM werden wenigstens diese CHF 150.- zurueck erstattet.
Dieses Verfahren kann bis zu weiteren 10 Wochen in Anspruch nehmen.
Muehsam aber was soll man machen, wenn man bloss seiner auslaendischen Freundin das schoene Heimatland, seine Freunde und Familie vorstellen will, man gar buergt, dass sie wieder nach Hause gehen wird.
Ein scheinbar einfaches Unterfangen in dem einem so viele Steine in den Weg gelegt werden.
*Zum Schluss an diesen Blogeintrag moechte ich erwaehnen, dass nur meine Ansicht und nicht die von Erna oder der Schweizer Botschaft in Jakarta zu Wort kommt.
Da Jakartas Strassen chronisch mit unzaehligen Verkehrsteilnehmern verstopft ist, rechneten wir mit zwei Stunden Fahrzeit von unserer Unterkunft bis zur Schweizerischen Botschaft, was einen Weg von ungefaehr 10 km beanspruchte.
Bereits am Vorabend fragte ich Erna: “Ist es nicht besser, falls wir schon jetzt ein Taxi fuer den Morgen reservieren?”.
“Nein das ist nicht noetig, morgen frueh reicht voellig aus”, lautete ihre Antwort.
Aufgewacht kurz vor 07:00 Uhr hiess es dann, ich soll zur nahe gelegenen Hauptstrasse gehen und dort ein Taxi aus dem Verkehr fischen (Erna geht noch immer an Kruecken). Nach 30 Minuten und dutzenden von Taxis die ausnahmslos besetzt waren, ging ich erfolglos zurueck um Erna um einen Anruf an die Taxizentrale zu bitten.
“Normalerweise ist es schneller, ein Taxi anzuhalten als eines zu bestellen. Zumindest zu dieser Tageszeit.”, erklaerte sie mir.
Trotzdem bestand ich auf einen Anruf an die Zentrale. Als Sie dann die Nummer waehlte, hiess es, dass bis um 08:30 Uhr alle Fahrzeuge ausgebucht sind. Etwas genervt buckelte ich Erna auf meinen Ruecken und machte mich auf den Weg zurueck zur Hauptstrasse. Ich wollte unser Glueck im Autostopp versuchen.
Als nach wenigen Minuten ein Bus im Verkehrschaos auftauchte, hatte Erna die glorreiche Idee, diesen Bus zu nehmen um uns naeher ans Ziel zu befoerdern.Was wir dann auch taten.
Ausgestiegen aus dem Bus, konnten wir nach wenigen Sekunde ein freies Taxi sichten und dieses fuer unsere Dienste beanspruchen.
Im Auto erinnerte ich meine Freundin an ihren Kontoauszug, welcher fuer den Visaantrag benoetigt wird. Sofort erklaerte sie dem Fahrer, dass wir noch eine Bank besuchen muessen. Nur um auf Nummer sicher zu gehen, hakte ich nach: “Hast du ihm auch gesagt, dass wir keinen Bankomaten sondern eine Bankfiliale brauchen?”, “Ja-ja-jaaa” war die Antwort.
Es vergingen keine zwei Minuten und der Chauffeur stoppte vor einem Bankomaten. Schnell erhielt er die Aufforderung Ernas, die Fahrt fortzusetzen.
Hunger, Durst, Muedigkeit, Hitze und Stress zu diesem Tagesstart liess in mir die Wut hochkommen. Als ich mich etwas beruhigte, hielt das Taxi wieder an. Dieses Mal direkt vor dem Eingang zur Schweizer Botschaft. Ich schuettelte bloss den Kopf und sagte nicht mehr viel. Meine Freundin musste den Taxifahrer erneut auffordern weiter zu fahren
um uns endlich zu einer B-A-N-K-F-I-L-I-A-L-E zu bringen!
Angekommen in der Botschaft, zuerst wollte man uns den Eintritt verweigern, weil sie Ernas Name nicht auf der Besucherliste finden konnten, erfuhr ich, dass das Antragsformular noch das vom letzten Visaantrangsversuch (vor ungefaher zwei Jahren) war. Schnell-schnell musste so noch ein neues vierseitiges Formular ausgefuellt werden, waehrend dem die Botschafts-Mitarbeiterin auf uns wartetet.
Dann endlich wechselten die zu grossen Passfotos und alle erforderlichen Dokumente von uns in die Haende der Schweizer Botschaft.
“Noch den original Pass von der Antragstellerin, bitte”, forderte uns die Dame am Schalter auf.
“Ooops, Sven ich hab den in meiner Tasche die wir am Eingang in ein Schliessfach legen mussten”, sagte Erna mit verzogenem Gesicht. Mit dem Satz “einen kleinen Moment” machte ich mich auf schnellen Fuessen davon den Pass zu holen.
Etwas spaeter befanden wir uns wieder auf dem Weg zurueck zu Ernas Freunde, wo wir unser temporaeres Heim hatten.
Das Visa
Allen erforderlichen Dokumenten zum Trotz, erhielten wir schon drei Tage spaeter einen enttaeuschenden Bescheid. Das Visa wurde ihr verwehrt.
Auf dem Verweigerungsdokument ist als Grund lediglich einer der 11 vorgedruckten Gruende markiert. Dort steht, dass Ernas Rueckkehr nach Indonesien vor Ablauf des beantragten Visas nicht gewaehrleistet werden kann.
Unverstaendlich fuer uns, da folgendes eingereicht wurde:
- Ein Sponsorschreiben in dem steht, dass mein Vater fuer alle ihre Kosten wie Flugticket, Reiseversicherung, Essen und Wohnen waehrend ihrem Besuch in der Schweiz aufkommen wird. Ebenfalls garantiert er in diesem Brief, dass Erna keiner Arbeit oder Freiwilligendienst in der Schweiz nachgehen wird und sie rechtzeitig wieder nach Indonesien reist.
- Ein Brief von mir in dem ich erklaeren musste, wie wir uns kennen- Ihre Geburtsurkunde
- Familien Dokument (ein offizielles Papier welches Details aller Familienmitglieder auflistet)
- Das bereits bezahltes Hin- und Rueckflug Ticket
- Eine geforderte Reiseversicherung
- Bestaetigungsschreiben des Arbeitgebers
- Kontoauszug (der vergangenen drei Monaten) der Antragsstellerin
- Passkopie vom Sponsor (meinem Vater) und mir
- Mein Bankkonto-Auszug (obwohl nicht verlangt)
- Ihren gueltigen Pass plus zwei Passfotos
- Das vollstaendig ausgefuellte Antragsformular
Enttaeuscht und wuetend zugleich rief ich die Botschaft an. Erst nach bestimmten und lautem Verlangen wurde ich zur Dame durchgestellt, die uns am Schalter in Empfang genommen hatte.
Ihr machte ich klar, dass wir den Entscheid nicht verstehen koennen und fragte zugleich nach, ob die Botschaft es bevorzugt wenn Menschen in unserer Situation heiraten bevor die Indonesische Person je einmal in der Schweiz gewesen ist. Das provozieren sie, meiner Meinung nach, mit solchen untragbaren Entscheiden!
Als mein Meinung platziert war, beruhigte mich die Frau am anderen Ende des Telefons einwenig indem sie erklaerte, dass wir Rekurs beim Bundesamt fuer Migration (BFM) in Bern einlegen koennen und wir noch gute Chancen auf ein Visa haben.
“Viele abgelehnte Antragsteller gehehn diesen Weg”, meinte sie weiter.
Leider wird der Grund der Absage von der Botschaft nicht naeher erlaeutert, als der angekreuzte Satz auf dem Ablehnungsformular aussagt. Sicher ist, dass die Schweizer Botschaft bevollmaechtigt ist, Antraege auch ohne Begruendung abzulehnen
Einen solchen Job muss man haben! Einfach “Nein” sagen ohne Erklaerung! Wowww, die Schweizer Steuerzahler bezahlen den Lohn eines grundlosen “Neinsagers” oder einer “Neinsagerin”. Oder benoetigen die Schweizer Botschaften gar ganze Teams von “Neinsagern”? Das werden wir wohl nie erfahren.
Zu den ungefaehr CHF 70.- fuer den Visaantrag, die Bearbeitungsgebuehren von 150 plus 50 Schweizer Franken fuer das Annulieren des Flugtickets und der Reiseversicherung kommen nun weitere CHF 150.- fuer das Rekursverfahren dazu. Im Falle der Visaerteilung durch das BFM werden wenigstens diese CHF 150.- zurueck erstattet.
Dieses Verfahren kann bis zu weiteren 10 Wochen in Anspruch nehmen.
Muehsam aber was soll man machen, wenn man bloss seiner auslaendischen Freundin das schoene Heimatland, seine Freunde und Familie vorstellen will, man gar buergt, dass sie wieder nach Hause gehen wird.
Ein scheinbar einfaches Unterfangen in dem einem so viele Steine in den Weg gelegt werden.
*Zum Schluss an diesen Blogeintrag moechte ich erwaehnen, dass nur meine Ansicht und nicht die von Erna oder der Schweizer Botschaft in Jakarta zu Wort kommt.
Mittwoch, 5. Dezember 2012
Arztgeschichte und Hochzeit in Indonesien
Die sechs Monate Zivildienst hab’ ich gut
ueberstanden. Befinde mich, seit Anfang November 2012, zum wiederholten Mal in Indonesien.
Die ersten zwei Wochen lebte ich bei meiner Freundin Erna und ihrer Familie in Yogyakarta und wartete, bis wir ins 550 km entfernte Jakarta reisen koennen. Dort wollen wir der Schweizer Botschaft einen Besuch abstatten um ein Schengen Visa zu beantragen.
Wie in einem frueheren Blogeintrag erwaehnt, hat sie Probleme beim Gehen. Zuerst verdaechtigten die Aerzte rheumatoide Arthritis und spritzten ihr ein muskelentspannendes Medikament. Dieses half jedoch nur bedingt, verschlimmerte moeglicherweise gar die Situation.
Denn eines Tages spuehrte sie nach einem Schritt ein ploetzliches Loesen im Fussgelenk. Dies versetzte den Fuss fuer etwa zwei Tage in Schmerzen. Als diese Schmerzen nachliessen, verursachte dieses Gelenk Probleme beim Spazieren. Ungefaehr drei Wochen spaeter, began auch das andere Fussgelenk das Gehen zu erschweren.
Vier Wochen spaeter begleitete sie ihre Tante nach Malaysia zu einem Termin mit einen Orthopaeden. Diese Gelegenheit nutzte Erna um bei diesem Spezialisten eine Meinung ueber ihre Fussgelenke ein zu holen.
Der Orthopaed ermpfahl ihr dringenst die Achillessehnen beider Fussgelenke operativ zu straffen und bemerkte noch, dass das muskelentspannende Medikament vermutlich dazu beigetragen habe, dass die Sehnen geschwaecht wurden und sich loesen konnten.
So entschied sie sich sofort fuer die Operation an einem Fussgelenk und drei Monte spaeter am Anderen.
Ungluecklicherweise loeste sich ein Teil der Naht der zweiten OP und etwas weisses kam zum Vorschein.
Ein Physiotherapeut in Indonesien erklaerte ihr, diese Oeffnung wird von alleine zu wachsen und das Weisse wird heraus gestossen. Als sich nach einigen Wochen nicht viel aenderte, fragte Erna beim Doktor in Malaysia nach. Dieser erklaerte ihr, dass es sich beim weissen Ding um einen Teil der Sehne handelt und diese bestimmt nicht raus soll und die Wunde zugenaeht werden muss. Nun besuchte sie einen Arzt in Yogyakarta mit der Hoffnung, dieser kann die Oeffnung schliessen.. Dieser sagte ihr aber, dass der zu sehende Teil der Sehne abgestorben ist und nun geschnitten und gereinigt werden soll. Ein bisschen geschockt ab dieser Neuigkeit, kontaktierte sie wieder den Doktor in Malaysia..
Der Malaysische Arzt meinte dazu, dass er sich das Ganze sehr gerne selber anschauen wuerde.
Dies veranlasste uns schnellst moeglich einen Termin mit ihm zu vereinbaren und Flugtickets nach Malaysia zu kaufen.
In seiner Praxis angekommen, fiel uns ein Stein vom Herzen, als wir seinen Kommentar hoerten:
“Kein grosses Problem, ausser dass die Haut bereits in die Wunde hinein gewachsen ist und nun heraus gezogen werden muss. Im Fall das nicht zum Zunaehen reicht, muss ich vom Unterschenkel etwas Haut abschneiden und zum Vernaehen benutzen.”
Zwei Tage spaeter befand sie sich unter Vollnarkose im Operationssaal.
Es musste keine zusaetzliche Haut fuer’s Naehen bernutzt werden.
Drei Tage danach sassen wir schon wieder im Flugzeug nach Jakarta und besuchten, am vergangenen Montag, die Botschaft der Schweiz.
Einen Tag spaeter flogen wir nach Yogyakarta. Hier in Ernas Elternhaus warten wir auf den Entscheid ob ein Touristenvisa erteilt wird und auf die vollstaendige Heilung ihrer Operation.
Bevor wir nach Malaysia geflogen sind, machte ich noch einige kurze Besuche bei Indonesischen Freunden. Unter anderem reiste ich nach Malang um an Andris Hochzeitsfest teil zu nehmen.
Diese Hochzeit dauerte vier Tage. Eine traditionelle Zeremonie (die leider vor meiner Ankunft statt fand) eroeffnete diese Feierlichkeiten. Am zweiten Tag wurde ein kleines Fest, im Hause der Familie der Frau, abgehalten. Dabei wurde viel gegessen, dem frisch vermaehlten Paar gratuliert und Fotos geschossen. Am dritten Tag dasselbe Fest im Hause des Braeutigams. Zu guter letzt wurde noch ein grosses Fest, mit noch mehr Essen, Gaesten und Fotos ausgetragen.
Die ersten zwei Wochen lebte ich bei meiner Freundin Erna und ihrer Familie in Yogyakarta und wartete, bis wir ins 550 km entfernte Jakarta reisen koennen. Dort wollen wir der Schweizer Botschaft einen Besuch abstatten um ein Schengen Visa zu beantragen.
Wie in einem frueheren Blogeintrag erwaehnt, hat sie Probleme beim Gehen. Zuerst verdaechtigten die Aerzte rheumatoide Arthritis und spritzten ihr ein muskelentspannendes Medikament. Dieses half jedoch nur bedingt, verschlimmerte moeglicherweise gar die Situation.
Denn eines Tages spuehrte sie nach einem Schritt ein ploetzliches Loesen im Fussgelenk. Dies versetzte den Fuss fuer etwa zwei Tage in Schmerzen. Als diese Schmerzen nachliessen, verursachte dieses Gelenk Probleme beim Spazieren. Ungefaehr drei Wochen spaeter, began auch das andere Fussgelenk das Gehen zu erschweren.
Vier Wochen spaeter begleitete sie ihre Tante nach Malaysia zu einem Termin mit einen Orthopaeden. Diese Gelegenheit nutzte Erna um bei diesem Spezialisten eine Meinung ueber ihre Fussgelenke ein zu holen.
Der Orthopaed ermpfahl ihr dringenst die Achillessehnen beider Fussgelenke operativ zu straffen und bemerkte noch, dass das muskelentspannende Medikament vermutlich dazu beigetragen habe, dass die Sehnen geschwaecht wurden und sich loesen konnten.
So entschied sie sich sofort fuer die Operation an einem Fussgelenk und drei Monte spaeter am Anderen.
Ungluecklicherweise loeste sich ein Teil der Naht der zweiten OP und etwas weisses kam zum Vorschein.
Ein Physiotherapeut in Indonesien erklaerte ihr, diese Oeffnung wird von alleine zu wachsen und das Weisse wird heraus gestossen. Als sich nach einigen Wochen nicht viel aenderte, fragte Erna beim Doktor in Malaysia nach. Dieser erklaerte ihr, dass es sich beim weissen Ding um einen Teil der Sehne handelt und diese bestimmt nicht raus soll und die Wunde zugenaeht werden muss. Nun besuchte sie einen Arzt in Yogyakarta mit der Hoffnung, dieser kann die Oeffnung schliessen.. Dieser sagte ihr aber, dass der zu sehende Teil der Sehne abgestorben ist und nun geschnitten und gereinigt werden soll. Ein bisschen geschockt ab dieser Neuigkeit, kontaktierte sie wieder den Doktor in Malaysia..
Der Malaysische Arzt meinte dazu, dass er sich das Ganze sehr gerne selber anschauen wuerde.
Dies veranlasste uns schnellst moeglich einen Termin mit ihm zu vereinbaren und Flugtickets nach Malaysia zu kaufen.
In seiner Praxis angekommen, fiel uns ein Stein vom Herzen, als wir seinen Kommentar hoerten:
“Kein grosses Problem, ausser dass die Haut bereits in die Wunde hinein gewachsen ist und nun heraus gezogen werden muss. Im Fall das nicht zum Zunaehen reicht, muss ich vom Unterschenkel etwas Haut abschneiden und zum Vernaehen benutzen.”
Zwei Tage spaeter befand sie sich unter Vollnarkose im Operationssaal.
Es musste keine zusaetzliche Haut fuer’s Naehen bernutzt werden.
Drei Tage danach sassen wir schon wieder im Flugzeug nach Jakarta und besuchten, am vergangenen Montag, die Botschaft der Schweiz.
Einen Tag spaeter flogen wir nach Yogyakarta. Hier in Ernas Elternhaus warten wir auf den Entscheid ob ein Touristenvisa erteilt wird und auf die vollstaendige Heilung ihrer Operation.
Diese Hochzeit dauerte vier Tage. Eine traditionelle Zeremonie (die leider vor meiner Ankunft statt fand) eroeffnete diese Feierlichkeiten. Am zweiten Tag wurde ein kleines Fest, im Hause der Familie der Frau, abgehalten. Dabei wurde viel gegessen, dem frisch vermaehlten Paar gratuliert und Fotos geschossen. Am dritten Tag dasselbe Fest im Hause des Braeutigams. Zu guter letzt wurde noch ein grosses Fest, mit noch mehr Essen, Gaesten und Fotos ausgetragen.
Donnerstag, 17. Mai 2012
Zivildienst
Ganz anders als im vorangegangenem Blogeintrag spekuliert, verbringe ich die Zeit nach dem Saisonjob nicht mit weiteren Reisen, sondern befinde mich inmitten eines Zivildiensteinsatzes.
In meiner Lieblingsstadt Bern suchte und fand ich einen sechsmonatigen Einsatz der mit Leuten und Fahrrädern zu tun hat.
Inmitten der Bundeshauptstadt sind während dem Sommer zwei Fahrradverleih-Boxen aufgestellt die von Sozialhilfeempfängern betreut werden.
Zu meinen Aufgaben gehören Reparaturarbeiten sowie der Unterhalt der Fahrräder. Gleichwohl muss ich manchmal bei den Verleihboxen aushelfen.
Am äusseren Ende der Stadt fand ich ein WG-Zimmer. Zusammen mit zwei anderen Personen teilen wir uns eine 3 Zimmer Wohnung.
10 Fahrradminuten bis zum Hauptbahnhof, eine Minute bis zum grosszügigen Bremgartenwald oder einem Freibad. Dank dem grossen Ausländeranteil in diesem Stadtteil fühle ich mich doch ein bisschen wie auf Reisen :-) Bis jetzt gefällt es mir hier sehr gut.
Faszinierende Bilder und Berichte über freies Reisen
Zu guter letzt möchte ich euch einen interessanten Kinoanlass vom 6. bis 8. September im idyllisch Toggenburg empfehlen.
Meine Freunde Gabriel & Kyoko haben sich zum Ziel gesetzt den Zuschauern fremde Länder, Kulturen und das Individualreisen im Allgemeinen näher zu bringen. Dabei zeigen sie animierte Foto- und Videoschauen von ihren eigenen Reiseabenteuern.
Mehr Informationen unter www.reisekino-toggenburg.ch
In meiner Lieblingsstadt Bern suchte und fand ich einen sechsmonatigen Einsatz der mit Leuten und Fahrrädern zu tun hat.
Inmitten der Bundeshauptstadt sind während dem Sommer zwei Fahrradverleih-Boxen aufgestellt die von Sozialhilfeempfängern betreut werden.
Zu meinen Aufgaben gehören Reparaturarbeiten sowie der Unterhalt der Fahrräder. Gleichwohl muss ich manchmal bei den Verleihboxen aushelfen.
Am äusseren Ende der Stadt fand ich ein WG-Zimmer. Zusammen mit zwei anderen Personen teilen wir uns eine 3 Zimmer Wohnung.
10 Fahrradminuten bis zum Hauptbahnhof, eine Minute bis zum grosszügigen Bremgartenwald oder einem Freibad. Dank dem grossen Ausländeranteil in diesem Stadtteil fühle ich mich doch ein bisschen wie auf Reisen :-) Bis jetzt gefällt es mir hier sehr gut.
Faszinierende Bilder und Berichte über freies Reisen
Zu guter letzt möchte ich euch einen interessanten Kinoanlass vom 6. bis 8. September im idyllisch Toggenburg empfehlen.
Meine Freunde Gabriel & Kyoko haben sich zum Ziel gesetzt den Zuschauern fremde Länder, Kulturen und das Individualreisen im Allgemeinen näher zu bringen. Dabei zeigen sie animierte Foto- und Videoschauen von ihren eigenen Reiseabenteuern.
Mehr Informationen unter www.reisekino-toggenburg.ch
Freitag, 6. Januar 2012
Zurück im Arbeitsalltag
Ich befinde mich nun bereits seit einem Monat wieder im Arbeitsalltag.
Ich kann nicht sagen, ich habe mich gut oder schlecht eingelebt. Denn ich musste mich erst gar nicht einleben.
Vermutlich, weil ich mich seit nun mehr als 4 Jahren in relativ kurzen Abständen von Ort zu Ort bewege, habe ich mich an einen stetigen Wechsel gewöhnt und benötige somit (fast) keine Anpassungszeit mehr.
Dasselbe erkannte ich im Herbst 2011, als ich meine Freunde und Freundin in Indonesien zum ersten Mal seit 1.5 Jahren wieder besuchte. Es war, als hätte ich Indonesien nie verlassen.
In Davos geniesse ich die Vorteile der Tagesarbeit. Anstatt wie im vergangenen Jahr in der Nacht zu arbeiten, muss ich meistens von 15:00 – 23:30 Uhr ans Werk. Das gibt mir Zeit, auch mal ein Feierabend-Bierchen mit anderen Leuten zu trinken.
Neu entdeckte ich auch das Schneeschuhlaufen. Es macht mir grossen Spass, querfeldein durch den frischen Pulverschnee zu stapfen und die Hänge hinunter zu rennen.
Seit wenigen Tagen wohne ich nicht mehr in dem teuren Angestelltenzimmer für CHF 750.-/ Monat.
Nun lebe ich in einer zweier WG, zirka 10 Gehminuten vom Arbeitsort entfernt.
CHF 350.- Monatsmiete plus Nebenkosten.
Es gibt keine Heizungen. Nur einen Kachelofen in der Küche. Glücklicherweise befindet sich mein Zimmereingang direkt neben dem Ofen. Lass ich die Türe offen stehen, gelangt einiges an Wärme in meinen Schlafraum.
Bis Ende April 2012, wird hier in Graubünden mein Geldbeutel gemästet. Wie es danach weiter geht, steht noch in den Sternen.
Vielleicht mit dem Fahrrad nach Osteuropa, Nordafrika oder mit meiner Freundin umher ziehen. Andernfalls kann ich mir aber auch sehr gut vorstellen, wieder einmal einen Sommer in der Schweiz zu verbringen.
Ich kann nicht sagen, ich habe mich gut oder schlecht eingelebt. Denn ich musste mich erst gar nicht einleben.
Vermutlich, weil ich mich seit nun mehr als 4 Jahren in relativ kurzen Abständen von Ort zu Ort bewege, habe ich mich an einen stetigen Wechsel gewöhnt und benötige somit (fast) keine Anpassungszeit mehr.
Dasselbe erkannte ich im Herbst 2011, als ich meine Freunde und Freundin in Indonesien zum ersten Mal seit 1.5 Jahren wieder besuchte. Es war, als hätte ich Indonesien nie verlassen.
Neu entdeckte ich auch das Schneeschuhlaufen. Es macht mir grossen Spass, querfeldein durch den frischen Pulverschnee zu stapfen und die Hänge hinunter zu rennen.
Seit wenigen Tagen wohne ich nicht mehr in dem teuren Angestelltenzimmer für CHF 750.-/ Monat.
Nun lebe ich in einer zweier WG, zirka 10 Gehminuten vom Arbeitsort entfernt.
CHF 350.- Monatsmiete plus Nebenkosten.
Es gibt keine Heizungen. Nur einen Kachelofen in der Küche. Glücklicherweise befindet sich mein Zimmereingang direkt neben dem Ofen. Lass ich die Türe offen stehen, gelangt einiges an Wärme in meinen Schlafraum.
Bis Ende April 2012, wird hier in Graubünden mein Geldbeutel gemästet. Wie es danach weiter geht, steht noch in den Sternen.
Vielleicht mit dem Fahrrad nach Osteuropa, Nordafrika oder mit meiner Freundin umher ziehen. Andernfalls kann ich mir aber auch sehr gut vorstellen, wieder einmal einen Sommer in der Schweiz zu verbringen.
Montag, 21. November 2011
Rueckkehr und Zahnarztbesuch
Wie in einem kuerzlich vorangegangenem Blogeintrag erwaehnt, hatte ich Plaene, bis im Fruehjahr 2012 in Indonesien zu bleiben.
Allerdings schrieb ich auch: "Aber wie so oft, kann sich die Situation schnell aendern."
Und die Situation hat sich nun geandert.
Das Hotel, in welchem ich bereits im vergangenen Winter arbeitete, offerierte mir eine Saisonstelle (Winter 2011/2012) als Rezeptionist.
Somit fliege ich naechste Woche in die Schweiz zurueck und beginne Anfangs Dezember wieder zu arbeiten.
Bevor ich wieder in die teure Schweiz komme, besuchte ich, nicht ganz freiwillig, eine lokale Zahnaerztin.
Es musste sein, dass sich ein Steinchen in meinem Mittagessen befand.
Als beim Kauen der Stein zwischen meine Beisserchen geriet, schlug dieser einem Zahn eine Ecke ab.
Vorsichtshalber suchte ich eine Zahnarztpraxis (in einem privaten Spital) auf.
"Kein Problem, der Zahn kann man so sein lassen", sagte die Zahnaerztin, nach einem kurzen Blick in meinen Mund.
Nachtraeglich kontrollierte Sie noch meine Zaehne auf Loecher und vollzog eine fluechtige Dental Reinigung.
Das war ein Zahnarztbesuch fuer gerade mal CHF 20.-
Allerdings schrieb ich auch: "Aber wie so oft, kann sich die Situation schnell aendern."
Und die Situation hat sich nun geandert.
Das Hotel, in welchem ich bereits im vergangenen Winter arbeitete, offerierte mir eine Saisonstelle (Winter 2011/2012) als Rezeptionist.
Somit fliege ich naechste Woche in die Schweiz zurueck und beginne Anfangs Dezember wieder zu arbeiten.
Erna wird weiterhin in Indonesien bleiben. Falls ihr Antrag auf ein Schengen Visa angenommen wird, kommt sie mich im Fruehling besuchen.
Bevor ich wieder in die teure Schweiz komme, besuchte ich, nicht ganz freiwillig, eine lokale Zahnaerztin.
Es musste sein, dass sich ein Steinchen in meinem Mittagessen befand.
Als beim Kauen der Stein zwischen meine Beisserchen geriet, schlug dieser einem Zahn eine Ecke ab.
Vorsichtshalber suchte ich eine Zahnarztpraxis (in einem privaten Spital) auf.
"Kein Problem, der Zahn kann man so sein lassen", sagte die Zahnaerztin, nach einem kurzen Blick in meinen Mund.
Nachtraeglich kontrollierte Sie noch meine Zaehne auf Loecher und vollzog eine fluechtige Dental Reinigung.
Das war ein Zahnarztbesuch fuer gerade mal CHF 20.-
Mittwoch, 26. Oktober 2011
Kopi Joss
Dieser Kopi (Kaffee) heisst Joss, weil die gluehende Kohle ein "tschosssss" Geraeusch, beim Eintauchen in das Getraenk, verursacht.
Man sagt, dieser Kaffee hilft bei Magenproblemen. Er soll den selben Effekt, wie die Wirkung von Kohlentabletten aufweisen.
der Ursprung dieses Trankes, befindet sich in Yogyakarta.
Fuer weitere Informationen und die Geschichte dieses spezillen Getraenks, kannst du gerne HIER klicken.
Montag, 24. Oktober 2011
Meine Zeit in Yogyakarta
Auf dem Weg zurueck zu Ernas Heimatort, besuchten wir einige wenige Ortschaften (Georgtown Melaka und Johor Baruh) in Malaysia und den Stadtstaat Singapur.
Erna konnte die Tatsache, dass ihre geschwollenen Fussgelenke keine ausschweifenden Spaziergaenge zuliessen, nur schwer akzeptieren. Anstatt gelangweilt den Tag im Zimmer zu verbringen, versuchte sie immer wieder, im Schritttempo einer alten Dame, ein wenig die Umgebung auszukundschaften.
Gluecklicherweise fuhren uns aber unsere Gastgeber oft im Auto spazieren oder wir konnten mit einem Fahrrad die Umwelt erkunden.
Meine Bekannte von Johor Bahru fuhr uns gar bis nach Singapur, direkt vor die Haustuere von Matthias.
Matthias kenne ich seit der Kindheit. Wir wuchsen in der selben Nachbarschaft auf.
Leider befand er sich zur Zeit unseres Besuches ausserhalb der Landesgrenze.
Nichtsdestotrotz, organisierte er seinen WG-Kumpel, uns einen Schluessel zu geben.
Es verstrichen gerad mal zwei Tage und wir befanden uns wieder auf der Reise.
Zuerst musste mein Pass, mit dem frisch hinein geklebten 60 Tage Visa, auf der Indonesischen Botschaft abgeholt werden. Hernach eilten wir zum Flughafen und bestiegen ein Flugzeug nach Jakarta.
Von der schmutzigen, dicht besiedelte und Smog verhangener Hauptstadt der Indonesier, fuehrte uns eine Zugfahrt nach Yogyakarta.
Entegen meiner Erwartung, stundenlang an saftig gruenen Reisfeldern vorbei zu ziehen, tauchten immer wieder ausgetrocknete, braune Felder auf.
Erna erklaerte:
"In der Trockensaison bepflanzen einige Bauern die Felder mit Mais, Soya, Korn oder Erdnuesse. Erst nach der Ernte und zu Beginn der Regensaison, im Oktober, bereiten die Leute viele der Felder wieder fuer den Reisanbau vor."
Dann wurde mir erst bewusst, dass ich zum ersten Mal ausserhalb der Regenzeit in Indonesien reise.
Nach einigen Tagen in Yogyakarta (in Ernas Elternhaus), begann fuer sie wieder der Arbeitsalltag.
Ich hingegen besuchte Freunde in Yogyakarta und Solo. Einer dieser Freunde, mietet eine kleine Wohnung in Yogyakarta. Zur Zeit studiert er jedoch in Jakarta.
Als er vernahm, dass ich interessiert bin, ein Zimmer zu mieten, offerierte er mir kurzerhand seine Unterkunft (kostenlos).
Somit wohne ich zur Zeit in Yogyakarta um die Indonesische Sprache (Bahasa Indonesia) zu lernen.
Auf meinen Eintrag "Sprachkurs fuer Auslaender?" im Couchsurfing Forum, meldeten sich einige lokale Leute. Unter anderem eine Sprachlehrerin aus einer der zahlreichen Universitaeten hier. Sie hilft mir ihre Sprache beizubringen. Ich hingegen werde ab und zu in ihren Unterrichtsstunden auftauchen. So haben ihre Studenten die Moeglichkeit, ihr gelerntes Englisch anzuwenden und einem Weslichen Auslaender (Bule) zu zuhoeren.
Ebenfalls durch couchsurfing.org fand ich eine Gruppe von FC Liverpool Fans. Regelmaessig mieten diese ein Futsal Feld (Kleines ueberdachtes Fussballfeld) und treten in kleinen Teams gegen einander an. Auslaender sind immer willkommene Mitspieler. Mir macht es grosse Freude, auf dem kleinen Feld dem Ball hinterher zu rennen. Aber an die hohe Luftfeuchtigkeit und Hitze muss ich mich zuerst noch gewoehnen.
Schweissperlen tropfen mir bereits beim gehen von der Stirn. Beim Fussball spielen, sieht meine Birne dann einer tropfenden Tomate gleich.
An den Wochenenden treffe ich mich mit Erna. Entweder verbringen wir die Zeit in Yogyakarta oder machen kleine Ausfluege.
Vergangenes Wochenende, besuchten wir eine Kaffeeplantage in Banaran (Naehe von Salatiga). Die Plantage selber imponierte mir weniger. Dafuer schmeckte mir der Kaffee ausgezeichnet.
Im Moment gefaellt mir was ich tu. Wenn ich die Sprache beherrsch, mach ich mich vielleicht wieder auf die Reise, um mehr von Indonesien zu erkunden.
Ich kann das Visa bis zu vier Mal um je einen Monat verlaengern. Das bedeuted, ich kann insgesammt bis zu 6 Monaten hier bleiben.
Nach dieser Zeit, beginnt in Europa ein neuer Fruehling. Kann mir gut vorstellen, dann wieder in die Schweiz zurueck zu kehren.
Aber wie so oft, kann sich die Situation schnell aendern.
Uebrigens:
Erna besuchte wieder einen Doktor in Indonesien und veranlasste einen weiteren Bluttest.
Die von der Thailaendischen Aerztin erwaehnten moeglichen Krankheiten, konnten damit ausgeschlossen werden.
Somit muss davon ausgegangen werden, dass es sich um eine gewoehnliche Entzuendung handelt. Medikamente sollen nun dieses Problem bekaempfen.
Gluecklicherweise fuhren uns aber unsere Gastgeber oft im Auto spazieren oder wir konnten mit einem Fahrrad die Umwelt erkunden.
Meine Bekannte von Johor Bahru fuhr uns gar bis nach Singapur, direkt vor die Haustuere von Matthias.
Matthias kenne ich seit der Kindheit. Wir wuchsen in der selben Nachbarschaft auf.
Leider befand er sich zur Zeit unseres Besuches ausserhalb der Landesgrenze.
Nichtsdestotrotz, organisierte er seinen WG-Kumpel, uns einen Schluessel zu geben.
Es verstrichen gerad mal zwei Tage und wir befanden uns wieder auf der Reise.
Zuerst musste mein Pass, mit dem frisch hinein geklebten 60 Tage Visa, auf der Indonesischen Botschaft abgeholt werden. Hernach eilten wir zum Flughafen und bestiegen ein Flugzeug nach Jakarta.
Von der schmutzigen, dicht besiedelte und Smog verhangener Hauptstadt der Indonesier, fuehrte uns eine Zugfahrt nach Yogyakarta.
Entegen meiner Erwartung, stundenlang an saftig gruenen Reisfeldern vorbei zu ziehen, tauchten immer wieder ausgetrocknete, braune Felder auf.
"In der Trockensaison bepflanzen einige Bauern die Felder mit Mais, Soya, Korn oder Erdnuesse. Erst nach der Ernte und zu Beginn der Regensaison, im Oktober, bereiten die Leute viele der Felder wieder fuer den Reisanbau vor."
Dann wurde mir erst bewusst, dass ich zum ersten Mal ausserhalb der Regenzeit in Indonesien reise.
Nach einigen Tagen in Yogyakarta (in Ernas Elternhaus), begann fuer sie wieder der Arbeitsalltag.
Ich hingegen besuchte Freunde in Yogyakarta und Solo. Einer dieser Freunde, mietet eine kleine Wohnung in Yogyakarta. Zur Zeit studiert er jedoch in Jakarta.
Als er vernahm, dass ich interessiert bin, ein Zimmer zu mieten, offerierte er mir kurzerhand seine Unterkunft (kostenlos).
Somit wohne ich zur Zeit in Yogyakarta um die Indonesische Sprache (Bahasa Indonesia) zu lernen.
Auf meinen Eintrag "Sprachkurs fuer Auslaender?" im Couchsurfing Forum, meldeten sich einige lokale Leute. Unter anderem eine Sprachlehrerin aus einer der zahlreichen Universitaeten hier. Sie hilft mir ihre Sprache beizubringen. Ich hingegen werde ab und zu in ihren Unterrichtsstunden auftauchen. So haben ihre Studenten die Moeglichkeit, ihr gelerntes Englisch anzuwenden und einem Weslichen Auslaender (Bule) zu zuhoeren.
Ebenfalls durch couchsurfing.org fand ich eine Gruppe von FC Liverpool Fans. Regelmaessig mieten diese ein Futsal Feld (Kleines ueberdachtes Fussballfeld) und treten in kleinen Teams gegen einander an. Auslaender sind immer willkommene Mitspieler. Mir macht es grosse Freude, auf dem kleinen Feld dem Ball hinterher zu rennen. Aber an die hohe Luftfeuchtigkeit und Hitze muss ich mich zuerst noch gewoehnen.
Schweissperlen tropfen mir bereits beim gehen von der Stirn. Beim Fussball spielen, sieht meine Birne dann einer tropfenden Tomate gleich.
An den Wochenenden treffe ich mich mit Erna. Entweder verbringen wir die Zeit in Yogyakarta oder machen kleine Ausfluege.
Vergangenes Wochenende, besuchten wir eine Kaffeeplantage in Banaran (Naehe von Salatiga). Die Plantage selber imponierte mir weniger. Dafuer schmeckte mir der Kaffee ausgezeichnet.
Im Moment gefaellt mir was ich tu. Wenn ich die Sprache beherrsch, mach ich mich vielleicht wieder auf die Reise, um mehr von Indonesien zu erkunden.
Ich kann das Visa bis zu vier Mal um je einen Monat verlaengern. Das bedeuted, ich kann insgesammt bis zu 6 Monaten hier bleiben.
Nach dieser Zeit, beginnt in Europa ein neuer Fruehling. Kann mir gut vorstellen, dann wieder in die Schweiz zurueck zu kehren.
Aber wie so oft, kann sich die Situation schnell aendern.
Uebrigens:
Erna besuchte wieder einen Doktor in Indonesien und veranlasste einen weiteren Bluttest.
Die von der Thailaendischen Aerztin erwaehnten moeglichen Krankheiten, konnten damit ausgeschlossen werden.
Somit muss davon ausgegangen werden, dass es sich um eine gewoehnliche Entzuendung handelt. Medikamente sollen nun dieses Problem bekaempfen.
Donnerstag, 6. Oktober 2011
Samstag, 24. September 2011
Reisen mit der Freundin
Nach mehr als 24 Stunden des Wartens, Fliegens, Wartens, Fliegens, Wartens und wieder Fliegens, erreichte ich erschoepft Thailand. Das einzig witzige am langen Warten (12 Stunden in der Transitzone in Kasachstan) war die Bekanntschaft mit der gelangweilten Flughafenpolizei und den Damen am Sicherheitscheckpoint. Da ich diese Zone ohne Visa nicht verlassen durfte, wechselten sie fuer mich Geld und kauften damit Essen, ausserhalb dieses Bereiches.
Zwei Tage spaeter landete ebenfalls meine Freundin (Erna) in Bangkok.
Zusammen reisen wir von Thailand nach Malaysia, Singapur und Indonesien.
Wir haben einen Monat Zeit, bis sie ihre Arbeit, in Indonesien, wieder aufnehmen wird.
Wie es danach mit unserer Beziehung weiter geht, wird sich zeigen. Auf jedenfall haben wir kein Interesse, nochmals 1.5 Jahre auf ein weiteres Wiedersehen zu warten.
Nur die Gesundheit schraenkt uns ein wenig ein. Die ersten zwei Tage machten mir Bauchschmerzen und Bauchkreampfe zu schaffen.
Erna hat seit drei Monaten Probleme mit ihren Fussgelenken. Laut einem Indonesischen Arzt, soll der zu hohe Gehalt an Purin in ihrem Koerper Schuld sein. Weil nach einer speziellen Diaet (zur Reduktion des Purin Gehalts), waehrend den vergangenen drei Monaten, ihre Gelenke noch immer geschwollen sind, besuchten wir in Thailand ein privates Spital. Der vollzogene Bluttest zeigte keine abnormalen Werte. Ihr wurden Schmerz- und Entzuendungshemmende Medikamente verschrieben. Diese lindern zwar die Schmerzen beim Gehen, heilen aber nicht die geschwollenen Gelenke.
An einigen Tagen fuehle ich mich mehr als fuehre ich eine alte Dame spazieren, als sei ich mit einer jungen Frau unterwegs.
So verzichteten wir auf den Besuch des Thailaendischen Nordens, wo wir kurze Wanderungen unternehmen wollten. Stattdessen bevorzugten wir eine Woche des Entspannens am Fluss Kwai, in Kanchanaburi.
Dort mieteten wir ein Fahrrad, auf dessen Gepackstraeger ebenfalls ein Sattel montiert war. Somit konnte ich die wundervolle Natur auf einem Fahrrad erkunden und Erna durfte den Ausflug entspannt auf dem Gepaeckstraeger geniessen.
Erna geht es wieder schlechter. Die Medikamente gehen zur Neige.
Wir werden weiter bis Singapur reisen und von dort nach Jakarta (Indonesien) fliegen.
Von dort soll uns ein Zug in ihr Heimatort (Yogyakarta) bringen.
Dort wird sie nochmals einen Doktor besuchen. Ein weiterer Bluttest soll die Ursache fuer ihr gesundheitliches Problem liefern.
Am 10.10.2011 nimmt Erna ihre Arbeit wieder auf. Ich werde Freunde in Yogyakarta und Solo besuchen. Weiter gehen meine Plaene noch nicht.
Freitag, 2. September 2011
Issyk Kul
Wegen meiner unangenehmer Erfahrung mit steinwerfenden Jugendlichen, fuehle ich mich hier nicht mehr sicher im Freien zu zelten.
Zusaetzlich traf ich auf andere Reisende, welche ebenfalls durch unliebsame Situationen mussten. Ein Spanischer Fahrradreisender schilderte mir seine schreckliche Bekanntschaft mit drei betrunkenen Einheimlischen.
Er befand sich in den Bergen nahe des Issyk Kul Sees, als er inmitten der Nacht von drei Personen aus dem Schlaf gerissen wurde. Sie sassen hoch zu Pferd und richteten ein Gewehr auf ihn. Sie forederten ihn auf, 500 USD zu geben und dass er mit ihnen mitkommen soll. Am Ende gaben sie sich mit 100 USD zufrieden.
Kurz darauf packte der Spanier seine sieben Sachen zusammen und fuhr, in der Dunkelheit der Nacht, den Berg hinunter...
Ein Amerikaner den ich traf, erzahlte mir von seiner schlechten Erfahrung beim Reisen per Anhalter am Issyk Kul.
Ihn wollte man ausrauben und hielt ein Messer an seine Kehle. In einem kurzen Moment der Unaufmerksamkeit des Bedrohers, schlug er diesem seinen Ellenbogen ins Gesicht, oeffnete die Autotuere und konnte fliehen.
Ebenfalls kamen mir noch etwa eine handvoll weitere schreckliche Geschichten zu Ohren.
Was aber an dieser Stelle auch wieder erwaehnt werden soll, sind die guten Begegnungen mit den Kirgisen. Kostenlos, oder fuer eine geringe Bezahlung, durfte ich je zwei Mal in einem Haus uebernachten und mein Zelt im privaten Garten aufschlagen. An allen diesen Orten, lud man mich zum Essen ein. An einem Ort kam ich noch in den Genuss einer Sauna und man gab mir eine Tasche, voll mit frischen Aepfeln aus dem Garten, mit.
Jedesmal wenn ich Hilfe beim Fahrrad reparieren benoetigte, waren ebenfall freundliche Kirgisen hilfsbereit zur Stelle.
Nach einigen Tagen im Sattel und noch mehr Tagen campieren in der groessten Stadt am Issyk Kul (Karakol) befinde ich mich wieder in der Hauptstadt (Bishkek).
Waehrend dem zelten in Karakol verbrachte ich die meiste Zeit mit zwei Deutschen Studenten, die einen Monat Kasachstan verlassen mussten (wegen Visa-Bestimmungen).
Dank dieser Bekanntschaft und den zuvor erwaehnten guten Begegnungen mit lokalen Menschen, behalte ich diesen Trip in guter Erinnerung. Landschaftlich war es jedoch kein Highlight. Ich muss aber zugestehen, dass ich mich nur auf der Hauptstrasse entlang dem See aufhielt. Die meisten Touristen kommen jedoch an den Issyk Kul See, um in den umgebenen Bergen zu wandern. Nicht selten wird Kirgistan auch als die Schweiz in Zentral Asien genannt.
Zurueck in Bishkek, entspanne ich mich bis zum Abflug nach Thailand.
Das Fahrrad tauschte ich gegen eine Wohnung ein. Ich uebergab das Velo einem Franzoesischen Couchsurfer, in wessen Wohnung ich bleibe kann, obwohl er seit heute in Frankreich ist.
Als der Couchsurfer noch hier war, besuchten er, seine Freundin und ein anderer CS Gast aus Deutschland, die Feierlichkeiten des Kirgisischen National Feiertages (20 Jahre Unabghaengigkeit).
Dazu gehoerte ein traditionelles Reiterspiel (Buzkashi). Bei diesem Spiel kaempfen zwei Teams um eine tote Ziege. Um zu punkten, muss die Ziege in das gegnerische Tor.
Nachtrag
Vor wenigen Tagen hoerte ich vom Australier Chris, dass sich das Dorf, in welchem unsere Nachtruhe von steinwerfenden Jugedlichen gestoert wurde, sich entschloss 100 USD an Chris zu ueberweisen. Wie in einem frueheren Blogeintrag erwaehnt, wurde er von einem Stein getroffen und musste die Wunde am Kopf naehen lassen.
Chris freute sich sehr ueber diese Geste, nahm das Geld aber nicht an. Stattdessen bat er die Leute, diesen Betrag an ein Kasachisches Hilfssprojekt zu ueberweisen.
(Chris Website: www.cyclestrongman.com)
Zusaetzlich traf ich auf andere Reisende, welche ebenfalls durch unliebsame Situationen mussten. Ein Spanischer Fahrradreisender schilderte mir seine schreckliche Bekanntschaft mit drei betrunkenen Einheimlischen.
Er befand sich in den Bergen nahe des Issyk Kul Sees, als er inmitten der Nacht von drei Personen aus dem Schlaf gerissen wurde. Sie sassen hoch zu Pferd und richteten ein Gewehr auf ihn. Sie forederten ihn auf, 500 USD zu geben und dass er mit ihnen mitkommen soll. Am Ende gaben sie sich mit 100 USD zufrieden.
Kurz darauf packte der Spanier seine sieben Sachen zusammen und fuhr, in der Dunkelheit der Nacht, den Berg hinunter...
Ein Amerikaner den ich traf, erzahlte mir von seiner schlechten Erfahrung beim Reisen per Anhalter am Issyk Kul.
Ihn wollte man ausrauben und hielt ein Messer an seine Kehle. In einem kurzen Moment der Unaufmerksamkeit des Bedrohers, schlug er diesem seinen Ellenbogen ins Gesicht, oeffnete die Autotuere und konnte fliehen.
Ebenfalls kamen mir noch etwa eine handvoll weitere schreckliche Geschichten zu Ohren.
Was aber an dieser Stelle auch wieder erwaehnt werden soll, sind die guten Begegnungen mit den Kirgisen. Kostenlos, oder fuer eine geringe Bezahlung, durfte ich je zwei Mal in einem Haus uebernachten und mein Zelt im privaten Garten aufschlagen. An allen diesen Orten, lud man mich zum Essen ein. An einem Ort kam ich noch in den Genuss einer Sauna und man gab mir eine Tasche, voll mit frischen Aepfeln aus dem Garten, mit.
Jedesmal wenn ich Hilfe beim Fahrrad reparieren benoetigte, waren ebenfall freundliche Kirgisen hilfsbereit zur Stelle.
Nach einigen Tagen im Sattel und noch mehr Tagen campieren in der groessten Stadt am Issyk Kul (Karakol) befinde ich mich wieder in der Hauptstadt (Bishkek).
Waehrend dem zelten in Karakol verbrachte ich die meiste Zeit mit zwei Deutschen Studenten, die einen Monat Kasachstan verlassen mussten (wegen Visa-Bestimmungen).
Dank dieser Bekanntschaft und den zuvor erwaehnten guten Begegnungen mit lokalen Menschen, behalte ich diesen Trip in guter Erinnerung. Landschaftlich war es jedoch kein Highlight. Ich muss aber zugestehen, dass ich mich nur auf der Hauptstrasse entlang dem See aufhielt. Die meisten Touristen kommen jedoch an den Issyk Kul See, um in den umgebenen Bergen zu wandern. Nicht selten wird Kirgistan auch als die Schweiz in Zentral Asien genannt.
Zurueck in Bishkek, entspanne ich mich bis zum Abflug nach Thailand.
Das Fahrrad tauschte ich gegen eine Wohnung ein. Ich uebergab das Velo einem Franzoesischen Couchsurfer, in wessen Wohnung ich bleibe kann, obwohl er seit heute in Frankreich ist.
Als der Couchsurfer noch hier war, besuchten er, seine Freundin und ein anderer CS Gast aus Deutschland, die Feierlichkeiten des Kirgisischen National Feiertages (20 Jahre Unabghaengigkeit).
Dazu gehoerte ein traditionelles Reiterspiel (Buzkashi). Bei diesem Spiel kaempfen zwei Teams um eine tote Ziege. Um zu punkten, muss die Ziege in das gegnerische Tor.
Nachtrag
Vor wenigen Tagen hoerte ich vom Australier Chris, dass sich das Dorf, in welchem unsere Nachtruhe von steinwerfenden Jugedlichen gestoert wurde, sich entschloss 100 USD an Chris zu ueberweisen. Wie in einem frueheren Blogeintrag erwaehnt, wurde er von einem Stein getroffen und musste die Wunde am Kopf naehen lassen.
Chris freute sich sehr ueber diese Geste, nahm das Geld aber nicht an. Stattdessen bat er die Leute, diesen Betrag an ein Kasachisches Hilfssprojekt zu ueberweisen.
(Chris Website: www.cyclestrongman.com)
Sonntag, 14. August 2011
Attackiert bei Jugendlichen
Als Chris und ich unseren Freunden "Aufwiedersehen" sagten, hatten wir nicht im geringsten die Ahnung, dass es schon zwei Tage spaeter
zu einem Wiedersehen kommen sollte.
Um nicht auf der verkehrsreichen Hauptsrasse von Almaty nach Bishkek zu reisen, waehlten wir eine Route, die kleinere Doerfer, fern der Hauptstrasse, verbindet.
Nach ungefaehr 130 km erwarteten wir einen Weg, der
uns ueber einen Pass, an die Kirgisische Grenze bringen sollte.
Im letzten Dorf vor den Bergen, fuellten wir noch einmal unsere Wasserflaschen,
an einer Wasserpumpe, auf.
Noch bevor alle Flaschen gefuellt werden konnten, stoppte ein Personenwagen auf unserer Hoehe.
Der Fahrer fragte freundlich, wohin wir mit unseren Fahrraedern moechten.
"Ueber die Berge nach Kirgistan", lautete unsere Antwort.
"Das geht leider nicht, es gibt nur einen Trampelpfad, gut genug um zu Fuss oder auf einem Esel die Bergkette zu ueberquren", erwiderte man uns.
Kurzerhand entschlossen wir, diesen Leuten zu glauben und machten uns auf den direkten Weg zur Hauptstrasse.
Zirka 20 km spaeter, noch vor dem Abbiegen in die anvisierte Strasse nach Bishkek, trafen wir auf ein Doerfchen, angesiedelt in der Naehe eines kleinen Flusses.
Hinter einem stillgelegten Fabrikgebaeude, weniger als einen Kilometer abseits der Strasse, erspaehten wir einen geeigneten Platz am Fluss, um fuer eine Nacht zu campieren.
Wir sagten noch: "Alleine wuerde ich hier nicht uebernachte, so nahe beim Dorf."
Doch in Gegenwart eines Reisepartners, fuehlten wir uns sicher genug und schlugen unsere Zelte auf.
Weniger als eine Stunde spaeter, erspaehten uns zwei Jungs.
Einer der Knaben ritt auf seinem Pferd auf uns zu und sein Freund folgte ihm auf einem Esel.
Nach einer kurzen Weile boten sie uns an, auf ihren Tieren zu reiten. Ich stieg auf das Angbot ein und offerierte ihnen eine Runde auf meinem Fahrrad.
Aus dem freudigen Treffen entwickelte sich rasch eine unangenheme Stimmung.
Einer der Buben begann auf meinen Helm, das Fahrrad, Chris Tagebuch und sein Kopftuch zu zeigen, fragend ob er eines der Objekte behalten kann.
Als wir verneinten, verlangte er Geld fuer's Campieren.
Eine Erwachsene Person, welche zu diesem Zeitpunkt Kuehe in der Naehe zusammen trieb, gab uns zu verstehen, dass wir hier willkommen sind. Er fragte nicht nach Geld, laechelte nur freundlich und verschwand mit seinen Kuehen.
Der Junge liess nicht locker und schaffte es, die Kopfbedeckung von Chris Haupt zu entwenden und davon zu reiten.
Allem Anschein nach ging es ihm nicht um den Besitz des Kopftuches, vielmehr betrachtete er diese Handlung als ein Spiel.
Der Bengel behielt den Gegenstand nicht, hingegen liess er ihn, auf dem wenige Meter entfernten Huegel, zu Boden fallen und verschwand. Sein Kumpel tat ihm gleich.
"Kommen sie wieder zurueck oder war's das?", fragten wir uns?
Mit einem mulmigen Gefuehl, zogen wir uns in unsere Zelte zurueck um zu schlafen.
Es verstrichen keine drei Stunden, als nachgeahmte Geistergeraeusche sowie helle Taschenlampenlichter, uns aus dem Schlaf rissen.
Wir ignorierten die Stoerenfriede, mit dem Gedanken sie dadurch zu langweilen. Anstatt gelangweilt von dannen zu ziehen, warf jemand einen Stein auf Chris Zelt.
Auf der anderen Seite des Flusses, erkannten wir sechs Knaben, im Alter von geschaetzten 14 bis 18 Jahren.
Wir gaben ihnen zu verstehen, dass wir sie nicht im geringsten witzig finden.
Sie entschuldigten sich und kamen zu uns rueber.
Um weitere Unangenehmlichkeiten zu vermeiden, begruessten wir sie, schuettelten freundlich Haende und baten sie am Morgen wieder zurueck zu kommen. Erst als wir sie mit Nachdruck zu ihrem Abgang aufforderten, verliessen sie uns widerwillig.
Auf dem Rueckweg fischten sie kleine Steine aus dem Flussbett.
Sie zogen sich auf einen kleinen Huegel zurueck und feuerten diese Steine auf unsere Zelte
.
Ihre hellen Taschenlampen richtete sie auf uns, waehrend dem sie sich nach weiteren und groesseren Steinen bueckten.
Als ein Stein ein Loch in Chris Zelt riss, rannten wir laut fluchend auf sie zu. Schnell rannten sie davon.
Aber nicht um nach Hause zu laufen, nein, sie deckten sich bloss mit neuen Wurfgeschossen ein.
Wieder regneten Steine auf uns nieder. Gluecklicherweise waren sie sehr schlechte Schuetzen und trafen nur selten unsere Zelte.
Sie hatten einen Heidenspass, wir hingegen fuerchteten um unsere Zelte und und unsere Gesundheit.
Fuer einen kurzen Moment dachten wir an Gegenangriff. Nachdem wir zwei Steine zurueck warfen und wieder auf sie zu sprangen, gaben wir diese Idee auf.
Erstens liessen sie sich nicht einschuechtern und zweitens; was wuerde passieren, wenn wir einen von den Teenagers verletzen?
Wer weiss was sie dann den Dorfbewohnern erzaehlen oder ob sie nicht noch mehr junge Leute mobilisieren wuerden?
Nachdem die Gruppe Jugendlicher nochmals verschwand, um Nachschub zu suchen, begannen wir in Windeseile unsere Habseligkeiten einzupacken.
Wir waren nicht schnell genug. Schon bald flogen neue Gegenstaende auf uns zu.
Nun handelte es sich nucht nur um Steine, sondern auch um Glasflaschen, Tierknochen und was sie sonst noch finden konnten.
Im relativen Schutz meines Zeltes, packte ich meinen Rucksack, als ich ploetzlich Chris aufschreien hoerte.
Ich schaute auf und bei genauerem Hinsehen, erkannte ich Blut aus seinem Hinterkopf rinnen.
"Sven, du musst gehen um Hilfe zu organisieren!" schrie mir Chris zu.
Die Jugendlichen waren wieder einmal auf der Suche nach weiteren Wurfgeschossen.
Weil ich von den Angreifern nicht gesehen werden wollte, versuchte ich so wenig Licht wie moeglich auf das unebene Terrain zu richten und rannte so schnell wie moeglich durch die Dunkelheit der Nacht.
Ich entschied mich fuer einen kleinen Umweg, um nicht in die Arme der Steinwerfer zu gelangen.
Da ich aber weit und breit keine Lichter erspaehen konnte, hatte ich keine Gewissheit wo sie sich aufhalten und konnte nur hoffen, dass ich nicht trotzdem in sie gerate.
Angelant beim ersten Haus im verdunkelten Dorf (keine Srassenbeleuchtung um 2.00 Uhr), schrie ich:
"Hallo, ist da jemand? Hallo, Hallo!!! Ich brauche Hilfe!!! Hallo, hallo!!!". Nicht mehr als ein laermendes Hundegebell erhielt ich als Antwort.
Weil auch kein Licht aus diesem Haus in die Nacht drang, eilte ich weiter in die Richtung von einigen beleuchteten Hausern.
Dort stiess ich auf Gehoer. Ein Mann brachte mich zur Tochter des Dorfarztes.
Sie studiert in England, war aber momentan zu Besuch bei den Eltern.
Gluecklicherweise konnte diese juge Frau dem Mann (welcher ihr Onkel ist) meine Situation auf Russisch erklaeren.
Die Tochter des Arztes sagte noch, dass ihr Vater momentan am schlafen sei, er muesste aber in fuenf Minuten parat sein.
Es schien also ob sie die Situation nicht richtig verstand. "Die Kidz sind noch immer dort und bewerfen Chris mit Gegenstaenden!!!", erklaerte ich wiederholt.
Nun stiegen wir alle drei in's Krankenauto (ein alter Russischer Minivan, auf dem vor langer Zeit ein Rotkreuz Kleber geklebt wurde) und machten uns auf den Weg.
Auf den Weg in die falsche Richtung!!!
"Hey Mann, du musst in die entgegengesetzte Richtung!!!!!", bemerkte ich ganz aufgeregt.
"Er weiss schon wo dein Freund ist", erklaerte die junge Frau. "Er muss aber zuerst noch die Krankenschwester abholen".
"Ou fuck!!!! koennen wir nicht zuerst zu unserem Camp Platz fahren um die Jugendlichen zu vertreiben, Chris ins Auro laden und danach die Krankenschwester aufsuchen?"; erwiderte ich.
Doch schon wenige Sekunden darauf stoppten wir und die Krankenschwester stieg zu uns in den Wagen.
Etwa 45 Minuten nachdem ich Chris verliess, erreichte das Krankenauto unseren Schlafplatz.
Mit einem Scheinwerfer, auf die fluechtenden Angreifer gerichtet, versuchte der Fahrer diese zu verfolgen. Chancenlos!
Unsere Fahrraeder und Gepaeck wurden in den Minivan geladen, Chris Wunde im Dorfspital desinfiziert und verbunden.
Danach fuhren sie uns in ein groesseres Spital, auf halbem Weg zurueck nach Almaty.
Nun war es 4 Uhr in der Nacht und das Loch im Kopf wurde genaeht.
Wir wollten unbedingt nach Almaty zurueck. Chris um seine Verletzung einem guten Arzt zu zeigen, ich wollte einfach nur schlafen.
Doch das bestellte Taxi konnte unmoeglich beide Fahrraeder, inklusive Gepaeck, und uns mitnehmen.
Der Taxifahrer chauffierte mich kostenlos zum Stadtzentrum um ein groesseres Taxi zu finden. Doch um diese Zeit fanden wir keines.
Die Krankenschwester offerierte uns ein Bett in ihrem Zuhause. Sie sagte zu uns: "ihr koennt bis 7:00 Uhr schlafen und danach versuchen ein groesseres Taxi zu finden. Der Taxichauffeur ist mein Kollege und bringt euch zu mir."
Zu diesem Zeitpunkt, zeigte der kleine Zeiger der Uhr bereits auf die Fuenf.
Wir lehnten den Vorschlag dankend ab und legten uns unter einen Baum vor dem Spital.
Als ich auch um 7:00 Uhr kein passendes Taxi finden konnte, bepackten wir die Fahrraeder und radelten wenige Kilometer, bis wir die Hauptstrasse nach Almaty erreichten.
Daumen raus und nach nicht einmal fuenf Minuten bremste ein kleiner Bus.
In dieser Region der Welt ist jedes Auto ein potenzielles Taxi. Stoppt ein Auto, sagt man wohin man moechte und wieviel man bereit ist zu zahlen. Ist der Fahrer einverstanden, bring er einem zum erwaehnten Ziel.
Der Fahrer des Minibuses brachte uns bis nach Almaty. Leider nur bis zum offiziellen Busbahnhof, am Rande der groessten Stadt Kasachstans.
So mussten wir, waehrend mindestens 30 min, durch den dichten Morgenverkehr, bis zur Wohnung von Tasman (unserem ehemaligen Gastgeber) radeln.
Um 10:00 Uhr erreichten wir endlich das sichere Zuhause.
So kam das verfruehte Wiedersehen, mit der noch immer herumhuepfenden Kyoko, Gabriel und Tas, zustande.
Chris Schaedel ist in Ordnung. Der Arzt verordnete ihm 10 Tage ohne Fahrrad zu fahren.
Aus Zeitgruenden begab er sich aber schon nach drei Tagen auf die Weiterreise zum Pamir Highway.
Ich bevorzugte einen Tag laenger in Almaty zu entspannen und danach per Minivan nach Bishkek zu fahren.
Im Minivan nach Bishkek toent entspannter als es tatsaechlich war.
Im Bus nach Bishkek
Der erste Fahrer wollte mir den Preis fuer vier Sitze verrechnen.
Er sagte, das Fahrrad hat keinen Platz im kleinen Gepaecksraum (obschon ich beide Raeder abgeschraubt habe) und nimmt somit drei Sitze in Anspruch. Im naechsten Bus wollte man mich zuerst ebenfalls nicht haben. Zum Glueck redete ein dritter Fahrer auf den
zweiten Busfahrer ein. Nun war es doch moeglich das Velo im Gepacksraum zu verstauen. Es wurden mir zusaetzlich 2/3 eines Bustickets verrechnet.
Aber bei einem Ticketpreis von 1'200 Tenge (etwa CHF 6.50) ist das okay. Die zu fahrende Strecke betrug 236 km.
Der schlechet Zustand des Motors, liess den Minivan immer wieder anhalten. Nach einer der Zwangspausen wurden Passagiere in einen anderen Van umgeladen.
Nur eine Familie und ich mussten mit der Schrottkiste weiter fahren.
Am Grenzuebergang forderte mich der Fahrer auf, das Fahrrad zusammen zu schrauben und
durch den Zoll zu stossen. Doch von anderen Tourenfahrer weiss ich, dass sie zwar das ganze Gepaeck durch den Zoll tragen mussten, die Raeder jedoch im Auto lassen konnten. So liess ich es im Bus und marschierte nur mit meinem Rucksack durch den Zoll, nach Kirgistan.
Dort traf ich wieder auf die Familie welche im selben Bus sass, wartend auf unseren Minivan. Nach ungefaehr einer halben Sunde wurde ich unruhig.
Der Vater der Familie ging nach unserem Bus suchen. Er kam zurueck und sagte achselzuckend: "Ich kann den Bus nicht sehen".
"Ou waia..." dachte ich. "Was wenn der Minivan zurueck nach Almaty gefahren ist und darum mich aufforderte, das Fahrrad auszuladen?"
Nach weiterem Warten, erkannten wir ploetzlich einen Minivan, welcher von einem ebeso kleinen Bus durch den Zoll geschleppt wurde.
Nun mussten meine Fahrradteile in einen fahrtuechtigen Van geladen werden und der Weiterfahrt nach Bishkek stand nichts mehr im Wege.
In der Hauptstadt Kirgistans bin ich nun fuer drei Tage. Werde ab kommendem Montag zum Issyk-Kul See fahren und ihn umrunden.
Zum Schluss an diesen Blogeintrag moechte ich euch wissen lassen, dass ich trotz dem Zwischenfall mit den Jugendlichen mit guter Erinnerung an Kasachstan denken werde.
Nur wenige Stunden vor der Attacke, tankten wir Wasser an einem Brunnen. Dort trafen wir auf eine Mutter von sechs Kindern.
Wir fragten nach einem Restaurant oder kleinen Shop um Essen zu kaufen. Sie zeigte zuerst auf ein kleines Geschaeft, lud uns aber kurz darauf zu sich nach Hause ein.
Dort servierte man uns frisches Fladenbrot, je eine grosse Schuessel Kefir und danach eine Reissuppe. Das restliche Brot und Kumys (schmeckt säuerlich bisweil käsigem Nachgeschmack) packte sie in eine alte Zeitung und gab es uns auf den Weg mit.
Auch der Fahrer des Krankenautos, die Krankenschwester und die Tochter des Dorfarztes waren sehr hilfsbereit und entschuldigten sich mehrmals fuer das Verhalten der Jugendlichen.
Weder diese Leuten, noch die Person welche Chris die Wunde zunaehte, verlangten Geld fuer ihre Arbeit.
Ebenso hatten wir einen Kontakt zu einer Kasachin in Almaty, welche uns immer wieder zu Hilfe kam und uns zum Abschied auch noch beschenkte.
zu einem Wiedersehen kommen sollte.
Um nicht auf der verkehrsreichen Hauptsrasse von Almaty nach Bishkek zu reisen, waehlten wir eine Route, die kleinere Doerfer, fern der Hauptstrasse, verbindet.
Nach ungefaehr 130 km erwarteten wir einen Weg, der
uns ueber einen Pass, an die Kirgisische Grenze bringen sollte.
Im letzten Dorf vor den Bergen, fuellten wir noch einmal unsere Wasserflaschen,
an einer Wasserpumpe, auf.
Noch bevor alle Flaschen gefuellt werden konnten, stoppte ein Personenwagen auf unserer Hoehe.
Der Fahrer fragte freundlich, wohin wir mit unseren Fahrraedern moechten.
"Ueber die Berge nach Kirgistan", lautete unsere Antwort.
"Das geht leider nicht, es gibt nur einen Trampelpfad, gut genug um zu Fuss oder auf einem Esel die Bergkette zu ueberquren", erwiderte man uns.
Kurzerhand entschlossen wir, diesen Leuten zu glauben und machten uns auf den direkten Weg zur Hauptstrasse.
Zirka 20 km spaeter, noch vor dem Abbiegen in die anvisierte Strasse nach Bishkek, trafen wir auf ein Doerfchen, angesiedelt in der Naehe eines kleinen Flusses.
Hinter einem stillgelegten Fabrikgebaeude, weniger als einen Kilometer abseits der Strasse, erspaehten wir einen geeigneten Platz am Fluss, um fuer eine Nacht zu campieren.
Wir sagten noch: "Alleine wuerde ich hier nicht uebernachte, so nahe beim Dorf."
Doch in Gegenwart eines Reisepartners, fuehlten wir uns sicher genug und schlugen unsere Zelte auf.
Weniger als eine Stunde spaeter, erspaehten uns zwei Jungs.
Einer der Knaben ritt auf seinem Pferd auf uns zu und sein Freund folgte ihm auf einem Esel.
Nach einer kurzen Weile boten sie uns an, auf ihren Tieren zu reiten. Ich stieg auf das Angbot ein und offerierte ihnen eine Runde auf meinem Fahrrad.
Aus dem freudigen Treffen entwickelte sich rasch eine unangenheme Stimmung.
Einer der Buben begann auf meinen Helm, das Fahrrad, Chris Tagebuch und sein Kopftuch zu zeigen, fragend ob er eines der Objekte behalten kann.
Als wir verneinten, verlangte er Geld fuer's Campieren.
Eine Erwachsene Person, welche zu diesem Zeitpunkt Kuehe in der Naehe zusammen trieb, gab uns zu verstehen, dass wir hier willkommen sind. Er fragte nicht nach Geld, laechelte nur freundlich und verschwand mit seinen Kuehen.
Der Junge liess nicht locker und schaffte es, die Kopfbedeckung von Chris Haupt zu entwenden und davon zu reiten.
Allem Anschein nach ging es ihm nicht um den Besitz des Kopftuches, vielmehr betrachtete er diese Handlung als ein Spiel.
Der Bengel behielt den Gegenstand nicht, hingegen liess er ihn, auf dem wenige Meter entfernten Huegel, zu Boden fallen und verschwand. Sein Kumpel tat ihm gleich.
"Kommen sie wieder zurueck oder war's das?", fragten wir uns?
Mit einem mulmigen Gefuehl, zogen wir uns in unsere Zelte zurueck um zu schlafen.
Es verstrichen keine drei Stunden, als nachgeahmte Geistergeraeusche sowie helle Taschenlampenlichter, uns aus dem Schlaf rissen.
Wir ignorierten die Stoerenfriede, mit dem Gedanken sie dadurch zu langweilen. Anstatt gelangweilt von dannen zu ziehen, warf jemand einen Stein auf Chris Zelt.
Auf der anderen Seite des Flusses, erkannten wir sechs Knaben, im Alter von geschaetzten 14 bis 18 Jahren.
Wir gaben ihnen zu verstehen, dass wir sie nicht im geringsten witzig finden.
Sie entschuldigten sich und kamen zu uns rueber.
Um weitere Unangenehmlichkeiten zu vermeiden, begruessten wir sie, schuettelten freundlich Haende und baten sie am Morgen wieder zurueck zu kommen. Erst als wir sie mit Nachdruck zu ihrem Abgang aufforderten, verliessen sie uns widerwillig.
Auf dem Rueckweg fischten sie kleine Steine aus dem Flussbett.
Sie zogen sich auf einen kleinen Huegel zurueck und feuerten diese Steine auf unsere Zelte
.
Ihre hellen Taschenlampen richtete sie auf uns, waehrend dem sie sich nach weiteren und groesseren Steinen bueckten.
Als ein Stein ein Loch in Chris Zelt riss, rannten wir laut fluchend auf sie zu. Schnell rannten sie davon.
Aber nicht um nach Hause zu laufen, nein, sie deckten sich bloss mit neuen Wurfgeschossen ein.
Wieder regneten Steine auf uns nieder. Gluecklicherweise waren sie sehr schlechte Schuetzen und trafen nur selten unsere Zelte.
Sie hatten einen Heidenspass, wir hingegen fuerchteten um unsere Zelte und und unsere Gesundheit.
Fuer einen kurzen Moment dachten wir an Gegenangriff. Nachdem wir zwei Steine zurueck warfen und wieder auf sie zu sprangen, gaben wir diese Idee auf.
Erstens liessen sie sich nicht einschuechtern und zweitens; was wuerde passieren, wenn wir einen von den Teenagers verletzen?
Wer weiss was sie dann den Dorfbewohnern erzaehlen oder ob sie nicht noch mehr junge Leute mobilisieren wuerden?
Nachdem die Gruppe Jugendlicher nochmals verschwand, um Nachschub zu suchen, begannen wir in Windeseile unsere Habseligkeiten einzupacken.
Wir waren nicht schnell genug. Schon bald flogen neue Gegenstaende auf uns zu.
Nun handelte es sich nucht nur um Steine, sondern auch um Glasflaschen, Tierknochen und was sie sonst noch finden konnten.
Im relativen Schutz meines Zeltes, packte ich meinen Rucksack, als ich ploetzlich Chris aufschreien hoerte.
Ich schaute auf und bei genauerem Hinsehen, erkannte ich Blut aus seinem Hinterkopf rinnen.
"Sven, du musst gehen um Hilfe zu organisieren!" schrie mir Chris zu.
Die Jugendlichen waren wieder einmal auf der Suche nach weiteren Wurfgeschossen.
Weil ich von den Angreifern nicht gesehen werden wollte, versuchte ich so wenig Licht wie moeglich auf das unebene Terrain zu richten und rannte so schnell wie moeglich durch die Dunkelheit der Nacht.
Ich entschied mich fuer einen kleinen Umweg, um nicht in die Arme der Steinwerfer zu gelangen.
Da ich aber weit und breit keine Lichter erspaehen konnte, hatte ich keine Gewissheit wo sie sich aufhalten und konnte nur hoffen, dass ich nicht trotzdem in sie gerate.
Angelant beim ersten Haus im verdunkelten Dorf (keine Srassenbeleuchtung um 2.00 Uhr), schrie ich:
"Hallo, ist da jemand? Hallo, Hallo!!! Ich brauche Hilfe!!! Hallo, hallo!!!". Nicht mehr als ein laermendes Hundegebell erhielt ich als Antwort.
Weil auch kein Licht aus diesem Haus in die Nacht drang, eilte ich weiter in die Richtung von einigen beleuchteten Hausern.
Dort stiess ich auf Gehoer. Ein Mann brachte mich zur Tochter des Dorfarztes.
Sie studiert in England, war aber momentan zu Besuch bei den Eltern.
Gluecklicherweise konnte diese juge Frau dem Mann (welcher ihr Onkel ist) meine Situation auf Russisch erklaeren.
Die Tochter des Arztes sagte noch, dass ihr Vater momentan am schlafen sei, er muesste aber in fuenf Minuten parat sein.
Es schien also ob sie die Situation nicht richtig verstand. "Die Kidz sind noch immer dort und bewerfen Chris mit Gegenstaenden!!!", erklaerte ich wiederholt.
Nun stiegen wir alle drei in's Krankenauto (ein alter Russischer Minivan, auf dem vor langer Zeit ein Rotkreuz Kleber geklebt wurde) und machten uns auf den Weg.
Auf den Weg in die falsche Richtung!!!
"Hey Mann, du musst in die entgegengesetzte Richtung!!!!!", bemerkte ich ganz aufgeregt.
"Er weiss schon wo dein Freund ist", erklaerte die junge Frau. "Er muss aber zuerst noch die Krankenschwester abholen".
"Ou fuck!!!! koennen wir nicht zuerst zu unserem Camp Platz fahren um die Jugendlichen zu vertreiben, Chris ins Auro laden und danach die Krankenschwester aufsuchen?"; erwiderte ich.
Doch schon wenige Sekunden darauf stoppten wir und die Krankenschwester stieg zu uns in den Wagen.
Etwa 45 Minuten nachdem ich Chris verliess, erreichte das Krankenauto unseren Schlafplatz.
Mit einem Scheinwerfer, auf die fluechtenden Angreifer gerichtet, versuchte der Fahrer diese zu verfolgen. Chancenlos!
Unsere Fahrraeder und Gepaeck wurden in den Minivan geladen, Chris Wunde im Dorfspital desinfiziert und verbunden.
Danach fuhren sie uns in ein groesseres Spital, auf halbem Weg zurueck nach Almaty.
Nun war es 4 Uhr in der Nacht und das Loch im Kopf wurde genaeht.
Wir wollten unbedingt nach Almaty zurueck. Chris um seine Verletzung einem guten Arzt zu zeigen, ich wollte einfach nur schlafen.
Doch das bestellte Taxi konnte unmoeglich beide Fahrraeder, inklusive Gepaeck, und uns mitnehmen.
Der Taxifahrer chauffierte mich kostenlos zum Stadtzentrum um ein groesseres Taxi zu finden. Doch um diese Zeit fanden wir keines.
Die Krankenschwester offerierte uns ein Bett in ihrem Zuhause. Sie sagte zu uns: "ihr koennt bis 7:00 Uhr schlafen und danach versuchen ein groesseres Taxi zu finden. Der Taxichauffeur ist mein Kollege und bringt euch zu mir."
Zu diesem Zeitpunkt, zeigte der kleine Zeiger der Uhr bereits auf die Fuenf.
Wir lehnten den Vorschlag dankend ab und legten uns unter einen Baum vor dem Spital.
Als ich auch um 7:00 Uhr kein passendes Taxi finden konnte, bepackten wir die Fahrraeder und radelten wenige Kilometer, bis wir die Hauptstrasse nach Almaty erreichten.
Daumen raus und nach nicht einmal fuenf Minuten bremste ein kleiner Bus.
In dieser Region der Welt ist jedes Auto ein potenzielles Taxi. Stoppt ein Auto, sagt man wohin man moechte und wieviel man bereit ist zu zahlen. Ist der Fahrer einverstanden, bring er einem zum erwaehnten Ziel.
So mussten wir, waehrend mindestens 30 min, durch den dichten Morgenverkehr, bis zur Wohnung von Tasman (unserem ehemaligen Gastgeber) radeln.
Um 10:00 Uhr erreichten wir endlich das sichere Zuhause.
So kam das verfruehte Wiedersehen, mit der noch immer herumhuepfenden Kyoko, Gabriel und Tas, zustande.
Chris Schaedel ist in Ordnung. Der Arzt verordnete ihm 10 Tage ohne Fahrrad zu fahren.
Aus Zeitgruenden begab er sich aber schon nach drei Tagen auf die Weiterreise zum Pamir Highway.
Ich bevorzugte einen Tag laenger in Almaty zu entspannen und danach per Minivan nach Bishkek zu fahren.
Im Minivan nach Bishkek toent entspannter als es tatsaechlich war.
Im Bus nach Bishkek
Der erste Fahrer wollte mir den Preis fuer vier Sitze verrechnen.
Er sagte, das Fahrrad hat keinen Platz im kleinen Gepaecksraum (obschon ich beide Raeder abgeschraubt habe) und nimmt somit drei Sitze in Anspruch. Im naechsten Bus wollte man mich zuerst ebenfalls nicht haben. Zum Glueck redete ein dritter Fahrer auf den
zweiten Busfahrer ein. Nun war es doch moeglich das Velo im Gepacksraum zu verstauen. Es wurden mir zusaetzlich 2/3 eines Bustickets verrechnet.
Aber bei einem Ticketpreis von 1'200 Tenge (etwa CHF 6.50) ist das okay. Die zu fahrende Strecke betrug 236 km.
Der schlechet Zustand des Motors, liess den Minivan immer wieder anhalten. Nach einer der Zwangspausen wurden Passagiere in einen anderen Van umgeladen.
Nur eine Familie und ich mussten mit der Schrottkiste weiter fahren.
Am Grenzuebergang forderte mich der Fahrer auf, das Fahrrad zusammen zu schrauben und
durch den Zoll zu stossen. Doch von anderen Tourenfahrer weiss ich, dass sie zwar das ganze Gepaeck durch den Zoll tragen mussten, die Raeder jedoch im Auto lassen konnten. So liess ich es im Bus und marschierte nur mit meinem Rucksack durch den Zoll, nach Kirgistan.
Dort traf ich wieder auf die Familie welche im selben Bus sass, wartend auf unseren Minivan. Nach ungefaehr einer halben Sunde wurde ich unruhig.
Der Vater der Familie ging nach unserem Bus suchen. Er kam zurueck und sagte achselzuckend: "Ich kann den Bus nicht sehen".
"Ou waia..." dachte ich. "Was wenn der Minivan zurueck nach Almaty gefahren ist und darum mich aufforderte, das Fahrrad auszuladen?"
Nach weiterem Warten, erkannten wir ploetzlich einen Minivan, welcher von einem ebeso kleinen Bus durch den Zoll geschleppt wurde.
Nun mussten meine Fahrradteile in einen fahrtuechtigen Van geladen werden und der Weiterfahrt nach Bishkek stand nichts mehr im Wege.
In der Hauptstadt Kirgistans bin ich nun fuer drei Tage. Werde ab kommendem Montag zum Issyk-Kul See fahren und ihn umrunden.
Zum Schluss an diesen Blogeintrag moechte ich euch wissen lassen, dass ich trotz dem Zwischenfall mit den Jugendlichen mit guter Erinnerung an Kasachstan denken werde.
Nur wenige Stunden vor der Attacke, tankten wir Wasser an einem Brunnen. Dort trafen wir auf eine Mutter von sechs Kindern.
Wir fragten nach einem Restaurant oder kleinen Shop um Essen zu kaufen. Sie zeigte zuerst auf ein kleines Geschaeft, lud uns aber kurz darauf zu sich nach Hause ein.
Dort servierte man uns frisches Fladenbrot, je eine grosse Schuessel Kefir und danach eine Reissuppe. Das restliche Brot und Kumys (schmeckt säuerlich bisweil käsigem Nachgeschmack) packte sie in eine alte Zeitung und gab es uns auf den Weg mit.
Weder diese Leuten, noch die Person welche Chris die Wunde zunaehte, verlangten Geld fuer ihre Arbeit.
Ebenso hatten wir einen Kontakt zu einer Kasachin in Almaty, welche uns immer wieder zu Hilfe kam und uns zum Abschied auch noch beschenkte.
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